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Das ist das Ergebnis

Diskussion um Änderung des Flächennutzungsplans im Gemeinderat Teisendorf

Der an den Betrieb (rechts) angrenzende freie Fläche (links) soll im Flächennutzungsplan als allgemeines Wohngebiet dargestellt werden.
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Der an den Betrieb (rechts) angrenzende freie Fläche (links) in der Waschau soll im Flächennutzungsplan als allgemeines Wohngebiet dargestellt werden.

Zur weiteren städtebaulichen Entwicklung des Marktes Teisendorf  ist eine Überarbeitung des Flächennutzungsplanes des Marktes Teisendorf notwendig geworden. Die zweite Änderung wurde mit einem Gemeinderatsbeschluss im Dezember 2019 eingeleitet. Daraufhin wurde die Entwurfsplanung erstellt, vom Gemeinderat gebilligt und Ende 2020 öffentlich ausgelegt sowie an die zu beteiligten Behörden verschickt.

Teisendorf - Die teils sehr umfangreichen Stellungnahmen waren Thema in der jüngsten Sitzung des Gemeinderates.  Die sich aus den Stellungnahmen ergebenden Änderungen werden in die Planung eingearbeitet. Daraufhin wird eine erneute Auslegung erfolgen. 

Wichtigstes Ziel der geplanten Änderungen ist die kurzfristige Schaffung von Flächen zum Wohnungsbau, um dem großen Bedarf an Wohnraum in der Gemeinde nachzukommen. Die Änderung betrifft zwölf Bereiche in Teisendorf, Neukirchen, Oberteisendorf und Weildorf. Folgende Änderungen sollen vorgenommen werden.  

  • die Darstellung von circa vier Hektar neuer Wohnbauflächen in Teisendorf-Waschau und Viaduktweg, Neukirchen-Badweg, Teisendorf-Nordwest, Stegreuth, Pattin-Tiefenthakstrasse und Teisendorf-Knogl.
  • Die Darstellung von circa 0,4 Hektar neuen gemischten Bauflächen in Weildorf-wetsliche Hauptstrasse, Patting, Oberteisendorf-Holzhauser Strasse.
  • Die Erweiterung des Sondergebietes „Sport“ in Weildorf.
  • Die Ausweisung eines Sondergebietes mit Zweckbestimmung „Familienpark“ im Süden von Teisendorf (Bereich Schimmbad-Eichelgarten)
  • Die Ausweisung eines Sondergebiets mit der Zweckbestimmung „Tourismus“ im Bereich des Skiliftes Neukirchen.

Seitens der Öffentlichkeit hat eine in der Waschau angesiedelte Firma schriftlich Einspruch gegen die geplante des vorhandenen allgemeinen Wohngebietes erhoben. Sie befürchtet, dass damit eine  Erweiterung des Betriebes unmöglich gemacht wird aufgrund des hohen Immissionschutzes, den ein Baugebiet genießt. Durch den direkten Anschluß eines Wohngebietes an das Firmengelände würde ein hohes Konfliktpotential entstehen und die Existenz der Firma erheblich gefährdet. 

Das sah auch Gemeinderat Andreas Neumeier (CSU) ähnlich und schlug vor, dort ein Mischgebiet auszuweisen und nicht ein reines Wohngebiet. Rat Gernot Daxer  (CSU) wollte wissen, um wieviel potentielle Bauflächen es sich eigentlich handeln würde. „Wir müssen den Betrieb in seiner jetzigen Form sichern“, so Daxer, deshalb sei auch er für ein Mischgebiet. Gemeinderat Alois Stadler (CSU) erinnerte daran, dass man bei einem ähnlich gelagerten Fall in Oberteisendorf die Bebauung eingestellt habe, um den benachbarten Betrieb nicht zu gefährden.

Flächennutzungsplan hat nur darstellende Wirkung

Planer Bernhard Hohmann, der auch in der Sitzung anwesend war, erläuterte, dass bei der Ausweisung eines Mischgebietes die Betriebe innerhalb des Gebietes verteilt sein müssten, was hier nicht beabsichtigt sei. Bauamtsleiter Theo Steinbacher führte aus, dass der Konflikt zwischen der geplanten Wohngebietserweiterung und dem bestehenden gewerblichen Betrieb im Aussenbereich erkannt worden sei.

Der Flächennutzungsplan habe nur darstellende Wirkung und sei nur als vorbereitende Bauleitplanung zu sehen. Erst wenn es zu einem Bebauungsplan käme, müsste ein schalltechnisches  Gutachten erstellt werden, dass auch die Auswirkungen des Gewerbelärms beurteilt und aufzeigt, ob und wie Immissionschutzmaßnahmen abhelfen können. Gemeinderätin und 2. Bürgermeisterin Sabrina Stutz (FWG) war der Meinung, dass man sich nichts verbaue, wenn man jetzt dort ein allgemeines Wohngebiet darstelle. Die Entscheidung, diese Änderung so weiter zu verfolgen, fiel mit zwei Gegenstimmen

Stellungnahme vom Bezirk Oberbayern

Umfangreiche Stellungnahmen zu den Planungen für Änderung in den 12 Bereichen kamen unter anderem von der Regierung von Oberbayern und vom Landratsamt Berchtesgadener Land. Sie führten dazu, dass die Darstellung eines allgemeinen Wohngebietes am Viaduktweg im Flächennutzungsplan nicht weiter verfolgt wird.

Dort sollten drei weitere Bauparzellen ausgewiesen und zusammen mit der bestehenden Bebauung (5 Gebäude) als Wohngebiet dargestellt werden. Laut der Stellungnahme der  Regierung von Oberbayern würde das den Vorgaben des Landesentwicklungsplanes widersprechen, weil es einer weiteren Zersiedlung der Landschaft Vorschub leisten würde.  

Ausweisung von Sondergebiet nicht weiter verfolgt

Ebenfalls nicht weiter verfolgt wird die Ausweisung des Sondergebietes „Tourismus“ im Bereich des Skiliftes in Neukirchen. Hier steht die fehlende Anbindung an eine geeignete bestehende Siedlungseinheit im Widerspruch zu den Zielen des Landesentwicklungsplans. Ebenfalls nicht weiter verfolgt werden die vorgesehenen Änderungen im Bereich Oberteisendorf-Holzhausener Strasse zur Erweiterung des bestehenden Mischgebietes um drei Bauparzellen. Der Änderungsbereich liegt in einem wassersensiblen Bereich, wo es schon zu Wildbachereignissen gekommen ist. Da diese im Zuge des Klimawandels zunehmen werden, sollte dort nicht gebaut werden. 

Die weiteren Bereiche werden weiter verfolgt, teilweise unter Berücksichtigung geringfügiger Änderungen der Planungen.

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kon

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