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Meisterschaft 2022 in Teisendorf

Der Wiesenoscar für den Champion: Das sind die Sieger

Die glücklichen Gewinner mit Ehrengästen: (v.l.n.r.): Prof. Dr. Hubert Weiger (Ehrenvorsitzender BN), Rupert Koch sen., Rupert Koch jun., Matthias Winkler, Rosmarie Winkler, Staatsministerin Michaela Kaniber, Martin Rausch, Christina Rausch, Stephan Sedlmayer (Päsident der LfL), Dr. Beate Rutkowski (BN Kreisgruppe Traunstein), Bürgermeister Thomas Gasser,
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Die glücklichen Gewinner mit Ehrengästen: (v.l.n.r.): Prof. Dr. Hubert Weiger (Ehrenvorsitzender BN), Rupert Koch sen., Rupert Koch jun., Matthias Winkler, Rosmarie Winkler, Staatsministerin Michaela Kaniber, Martin Rausch, Christina Rausch, Stephan Sedlmayer (Päsident der LfL), Dr. Beate Rutkowski (BN Kreisgruppe Traunstein), Bürgermeister Thomas Gasser.

Mit einem Festakt im Braugasthof „Alte Post“ wurden die Preisträger der diesjährigen Wiesenmeisterschaft bekannt gegeben und geehrt.

Teisendorf – Den 1. Preis haben Matthias und Rosemarie Winkler aus Ollerding, Gemeinde Tittmoning erhalten. Mit dem 2. Preis wurde Rupert Koch aus Guggenberg, Gemeinde Teisendorf ausgezeichnet. Der 3. Preis ging an Martin und Christina Rausch aus Tengling, der 4. Preis an Anja und Roman Freimuth aus Petting. Die Preisverleihung haben die Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber und der Ehrenvorsitzende des BUND Naturschutz, Prof. Dr. Hubert Weiger vorgenommen. Die inzwischen elfte Wiesenmeisterschaft wurde von der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) und dem BUND Naturschutz (BN) gemeinsam mit der Ökomodellregion Waginger See-Rupertiwinkel (ÖMR) ausgerichtet. 

Über 20 Betriebe aus den Kreisen Traunstein und Berchtesgadener Land

Insgesamt hatten 23 Betriebe in den Landkreisen Traunstein und Berchtesgadener Land teilgenommen. Die früher weit verbreiteten Blühwiesen haben diese Region traditionell geprägt und waren die „Juwele“ in der Landschaft. Deshalb war auch der Waginger Bürgermeister Matthias Baderhuber erfreut, dass die 2022 Wiesenmeisterschaft hier ausgerichtet wurde. Für die ÖMR Waginger See-Rupertiwinkel sei dies ein wunderbares Projekt für die Zusammenarbeit von Biobauern und konventionell wirtschaftenden Landwirten mit Sinn für Artenschutz gewesen, ergänzte Marlene Berger-Stöckl, Projektmanagerin bei der ÖMR. Der Teisendorfer Bürgermeister Thomas Gasser meinte, dass es keinen besseren Ort zur Preisverleihung hätte geben können als Teisendorf.  In der Marktgemeinde gäbe es noch über 300 aktive Bauern, die im Einklang mit der Natur „vernünftig wirtschaften“.   

Namhafte Gäste am Start

Zu Beginn der Veranstaltung begrüßten der Präsident der Lfl Stephan Sedlmayer und die Vorsitzende der BN Kreisgruppe Traunstein die zahlreichen Gäste, vor allem Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber, den Ehrenvorsitzenden des BUND Naturschutz, Prof. Dr. Hubert Weiger, die Regierungsvizepräsidentin von Oberbayern Sabine Kahle-Sander, die Bürgermeister der Ökomodellregion-Gemeinden sowie zahlreiche Vertreter aus Politik, Behörden, Vereinen und von den organisierenden Stellen. Man verleihe den „Wiesenoscar zur Wiesenzeit“ meinte Sedlmayer, in einem zum Anlass passenden Wortspiel.  Rutkowski bedankte sich bei allen Teilnehmern und bei der Jury und betonte gleich zu Beginn die herausragende Bedeutung der Wiesen und Weiden für den Erhalt der Biodiversität und den Schutz von Boden, Klima und Wasser. Dem schloss sich Regierungsvizepräsidenin Sabine Kahle-Sander voll an. 

Landwirtschaftsministerin Kaniber: „Miteinander statt gegeneinander“

„Fast die Hälfte der Wiesen und Weiden in Bayern wird unter extensiven Vorgaben bewirtschaftet. Dazu gehören der Verzicht auf Mineraldünger und Pflanzenschutzmittel oder spezielle Schmittzeitpunkte, die die Artenvielfalt fördern“, so Staatsministerin Michaela Kaniber in ihrer Festrede. Die bayerischen Bauern seien sich ihrer Verantwortung für die Natur, das Tierwohl und den Klimaschutz bewusst. Aktionen wie die Wiesenmeisterschaften würden dies verdeutlichen und zeigen, wie wichtig eine gute Zusammenarbeit zwischen Landwirtschaft und Naturschutz sei. „Miteinander statt gegeneinander“ müsse die Devise sein. Wiesen und Weiden seien landschaftsprägende Elemente und gleichzeitig die größte heimische Eiweißquelle in der Tierfütterung.  Extensives Gründland schone Grundwasser und Boden und gehöre im weltweiten Vergleich zu den artenreichsten Biotopen.

Den Zielkonflikt zwischen Ökonomie und Ökoogie, das heißt zwischen guten Flächenerträgen und hoher Artenvielfalt müsse man durch Kompromisse lösen. Den „Wiesenmeistern“ sei genau dies gelungen und das mache diesen Wettbewerb so besonders. Durch das Kulturlandschaftsprogramm (KULAP) und das Vertragsnaturschutzprogramm fördere die Bayerische Staatsregierung den Erhalt artenreicher Grünlandflächen und werde ihre Bemühungen dazu in der Förderperiode ab 2023 weiter vorantreiben. Flächenstarker Artenschutz sei aber auf Freiwilligkeit angewiesen. Die Politik könne nur dazu „anstiften“, mit besseren Rahmenbedingungen. Kaniber bedankte sich bei den teilnehmenden Betrieben und den Organisatoren der Wiesenmeisterschaften für diese erfolgreiche Zusammenarbeit. 

Kuh kein Klimakiller

„Wir brauchen Lösungen, die den Landwirten ökonomische Perspektiven geben und die Natur als unsere zentrale Lebensgrundlage schützen“, betonte auch Prof. Dr. Hubert Weiger in seiner Rede. „Wiesen und Weiden sind die wichtigsten Lebensräume in unserer offenen Kulturlandschaft“, so Weiger weiter. Dazu würden auch Tiere gehören, man sollte mit der Mähr von der „Kuh als Klimakiller“ aufhören. Die Kühe seien ein Garant für den Erhalt der Wiesen und damit für die Vielfalt unseres Landes. Ebenso wie die Ministerin betonte auch Weiger, „Wir brauchen Partnerschaften und gemeinsame Konzepte von Landwirtschaft und Naturschutz, die uns aus dem Entweder-oder herausführen“.  

Nach welchen Kriterien wurde bewertet?

Alle 23 Wiesen, die für den Wettbewerb angemeldet waren, sind ab Anfang Mai von der Landschaftsplanerin Inge Seidl im Auftrag der Veranstalter begangen und anhand eines Punktesystems bewertet worden. Nicht nur die Artenviellfalt auf den Wiesen, sondern auch der Futterertrag und das landwirtschaftliche Nutzungskonzept sowie der kulturlandschaftliche Wert wurden dabei erfasst. Aus der erreichten Punktezahl wurden die besten sechs Betriebe ermittelt. Diese wurden im Sommer von einer Fachjury aus Expertinnen und Experten aus Naturschutz und Landwirtschaft begangen und begutachtet.

Was gab es zu gewinnen?

Die ersten vier platzierten Teilnehmer können sich über Gutscheine für einen Aufenthalt in einem Biohotel oder Geldpreise im Wert von 100 bis 500 Euro je nach Platzierung freuen. Alle weiteren Teilnehmer erhielten Sachpreise sowie eine Artenliste ihrer Fläche und eine Urkunde überreicht. Die Preisverleihung verbanden die Veranstalter mit einer kurzen Vorstellung der Betriebe, untermalt mit Bildern durch Dr. Sabine Heinz vom Institut für Agrarökologie und Biologischen Landbau der LfL sowie kurzen Interviews der Sieger, durchgeführt von dem BN Landesbeauftragten Martin Geilhufe. 

Die Top-Vier der Wiesenmeisterschaft im Detail:

  • 1. Platz: Matthias und Rosmarie Winkler aus Ollerding (Gemeinde Tittmoning) bewirtschaften einen ökologisch geführten Milchviehbetrieb im Vollerwerb. Die knapp einen Hektar große Wiese überzeugte die Jury durch ihren großen Artenreichtum und schöne Übergänge zum Waldrand. Kennzeichnende Arten waren unter anderem Heil-Zist, Wiesen-Flockenblume oder Rauer Löwenzahn.
  • 2. Platz: Rupert Koch aus Guggenberg (Gemeinde Teisendorf) führt seinen Milchviehbetrieb im Nebenerwerb nach EU-Biorichtlinien. Seine über drei Hektar große artenreiche Mähweide ist ein hochkomplexer Lebensraum mit eingelagerten Quellnischen und angrenzendem Schluchtwald. Hier finden sich unter anderem Wiesen-Flockenblume, Kohldistel und das Breitblättrige Knabenkraut.
  • 3. Platz: Martin und Christina Rausch aus Tengling haben einen Ackermischbetrieb im Nebenerwerb mit Kalbinnen-Endmast. Auf der drei Hektar großen Feuchtwiese am Tachinger See wachsen unter anderem Bach-Nelkenwurz, Kuckuckslichtnelke und Gelbklee.
  • 4. Platz: Anja und Roman Freimuth aus Petting halten im Nebenerwerb graue Gehörnte Heidschnucken, mit denen sie den Surspreicherdamm in einer Nutzungsvereinbarung mit dem Wasserwirtschaftsamt in Traunstein bewirtschaften. Kennzeichnende Arten der 1,4 Hektar großen Glatthaferwiese in steiler Hanglage sind unter anderem verschiedene Glockenblumenarten, Orchideen oder Schlüsselblume.

kon

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