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Gemeinderat beschließt Aufstellung

Bezahlbarer Wohnraum in Teisendorf: Bebauungsgebiet Sägmühle nimmt erste Hürde

Laut der städtebaulichen Vorstudie sollen in Sägmühle Mehrfamilienhäuser, Reihenhäuser und Einfamilienhäuser entstehen. Die entlang des Strasse im Norden geplanten Einfamilienhäuser sollen durch Reihenhäuser ersetzt werden.
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Laut der städtebaulichen Vorstudie sollen in Sägmühle Mehrfamilienhäuser, Reihenhäuser und Einfamilienhäuser entstehen. Die entlang des Strasse im Norden geplanten Einfamilienhäuser sollen durch Reihenhäuser ersetzt werden.

Die Gemeinde Teisendorf plant zwischen Schödling und Reisach eine Erweiterung des Siedlungsbereiches durch die Errichtung neuer Wohneinheiten. Auf einer Fläche von gut 32.000 Quadratmetern sollen in Ortsnähe Einfamilienhäuser, Reihenhäuser und Mehrfamilienhäuser entstehen. 

Teisendorf – Auf einem Teil der Fläche soll bezahlbarer Wohnraum für Geringverdiener geschaffen werden. Jetzt hat der Gemeinderat mit dem Beschluss zur Aufstellung des Bebauungsplanes die ersten Weichen in Richtung Umsetzung gestellt. 

Das Gebiet Sägmühle ist im Flächennutzungsplan bereits als allgemeines Wohngebiet ausgewiesen. Zur Erreichung der Bebaubarkeit ist die Aufstellung eines Bebauungsplanes erforderlich. Dazu muss der Gemeinderat einen Aufstellungsbeschluss fassen. Bauamtsleiter Theo Steinbacher informierte den Rat, dass zur Vorbereitung des Verfahrens bereits mehrere Vorprüfungen durchgeführt wurden, darunter ein Bodengutachten, eine spezielle artenschutzrechtliche Prüfung und eine Vorabstudie zum Schallschutz, da das Gebiet unweit der Bahn liegt und von zwei relativ viel befahrenen Straßen umrahmt wird.

Die jetzt vorliegende städtebauliche Studie, die das Planungsbüros Strasser in Traunstein erstellt hat, berücksichtigt bereits einige Ergebnisse dieser Vorstudien. Steinbacher betonte, dass es sich hier noch nicht um einen Bebauungsplan handle, sondern nur um eine vorbereitende Studie als Grundlage für den Aufstellungsbeschluss. Nachdem dieser jetzt gefasst ist, müssen die eigentlichen Planungen ausgeschrieben werden.

Die bisherigen Schritte wurden im Auftrag und auf Kosten des Grundstückeigentümers durchgeführt. Ab jetzt würde, so die Vereinbarung mit dem Eigentümer, der Markt Teisendorf das weitere Verfahren inklusiv Kosten bis zum Satzungsbeschluss übernehmen. Als Nächstes muss ein städtebaulicher Vertrag zwischen Grundstückseigentümer und Gemeinde unterzeichnet werden, der die weiteren Vereinbarungen regelt. Aufgrund der Größe des Baugebietes wurde es als sinnvoll erachtet, diesen von einem Rechtsbeistand ausarbeiten beziehungsweise überprüfen zu lassen.

Gemäß Satzung könnte das Verfahren ab jetzt ausschließlich durch den Bau- und Umweltausschuss durchgeführt werden. Da es sich aber um ein sehr großes Baugebiet handelt, möchte der Gemeinderat auch eingebunden sein und beschloss, dass der Bau- und Umweltausschuss die einzelnen Schritte vorbereitet und dem Gemeinderat regelmäßig berichtet.

Vor der Beschlussfassung stellte Geschäftsführer Gerhard Hajer vom Planungsbüros Strasser in Traunstein die vorbereitenden städtebauliche Studie in der geänderten Form vor. Sie sieht jetzt die Errichtung von acht Mehrfamilienhäusern mit insgesamt 108 Wohnungen, 24 Reihenhäusern und 27 Einfamilienhäusern vor. Wegen des Schallschutzes hat man Richtung Nordosten zur Bahn hin alle Einfamilienhäuser gecancelt und Mehrfamilienhäuser oder Reihenhäuser als geschlossene Bebauung eingeplant. Durch diese Planung würden in dem Gebiet an die 159 Wohneinheiten geschaffen. 

Mehrgenerationenhäuser für „so viel Wohnraum wie möglich“

In der Diskussion zeigten sich die Gemeinderäte mit der Planung im Großen und der hohen Anzahl der Wohneinheiten zufrieden. „Die acht Mehrfamilienhäuser finde ich gut“, so Gemeinderat Georg Quentin (SPD). Dem schloss sich auch sein Fraktionskollege Johann Rauscher an. Er befürworte die Planung, meinte Rat Alois Stadler im Namen der ganzen CSU-Fraktion.

Dennoch rege er an, dass manche größeren Parzellen, auf denen jetzt Einfamilienhäuser geplant sind, mit Doppelhaushälften vorgesehen werden sollten. „Wir brauchen soviel Wohnraum wie möglich. Wir haben sehr viele Bewerber“, so sein Statement. Markus Putzhammer, ebenfalls CSU, wies darauf hin, dass die Wandhöhe so hoch eingeplant werden müsste, dass auch die Dachgeschosse ausgebaut werden können. Bei den Doppelhaushälften sollte die Gebäudelänge auf achtzehn Meter festgesetzt werden, damit in einem Haus Wohnungen für mehr Generationen möglich werden.

Das Thema Mehrgenerationenhaus wurde auch von den Gemeinderätinnen Ute Hogger und Elisabeth Aschauer (beide Grüne) angeschnitten. Aschauer regte an, die in Teisendorf neu geplante Personalie „Quartiersmanager“ an den Planungen von Beginn an zu beteiligen. Dass angesichts der großen Anzahl an Wohneinheiten zumindest bei den Mehrfamilienhäusern Tiefgaragen gebaut werden müssen, war Konsens unter den Räten und auch mit dem Planungsbüro. 

Geh- und Radweg und eventuell neue Straßen

Kritisch angesprochen wurde von den Gemeinderäten das Thema Wege und Strassenanbindungen. Die Gemeinderäte Georg Wetzelsperger (CSU) und Johann Niederstrasser (FWG) verlangten einen Geh- und Radweg an der Strasse, die das Gebiet im Norden begrenzt. Dies sei bereits jetzt eine von Spaziergängern und Radfahrern vielgenutzte Strasse, wo der Verkehr dann noch deutlich zunehmen wird. Wetzelsperger regte zudem die Gestaltung eines Rundwegs um das Biotop, das im Zentrum des Baugebietes erhalten bleibt, an.

Große Sorgen machen den Gemeinderäten Johann Rauschen und Ute Hogger die Anbindungen an die B304 und die Straße nach Waging. Sie befürchten, dass durch die deutlich steigende Anzahl an Autos der Verkehr durch Schödling und die Belastung der Holzhauser Strasse zu ernsten Problemen führen könnten. Hier müsse bereits im Vorfeld über Lösungen und den eventuellen Bau neuer Straßen nachgedacht werden. Planer Hajes schlug vor, die Auffangmöglichkeiten des bestehenden Straßennetzes zu prüfen, bevor Entscheidungen getroffen werden. Den Bau neuer Straßen sieht Bauamtsleiter Steinbacher unter dem Aspekt des notwendigen Grunderwerbs und der hohen Baukosten als sehr schwierig an.  

Gemeinderat Andreas Neumeier verstand nicht, warum man Sägmühle nicht als Mischgebiet plant. An der nördlichen Seite, wo auch die Lärmbelastung größer ist, könnte man auch Gewerbe ansiedeln, wie beispielsweise einen Beherbergungsbetrieb. Planer Hajes schlug vor, zu untersuchen, ob man eventuell einen Teilbereich als Mischgebiet ausweisen könnte. Auch die Frage, nach einem eventuellen Kindergarten in dem Gebiet, blieb noch offen. 

Da die Planungen aber erst jetzt richtig beginnen, fasste Gemeinderat Gernot Daxer (CSU) die vielen Diskussionsbeiträge so zusammen: „Wir sollten jetzt erstmal den Aufstellungsbeschluss fassen und dann in die konkreten Planungen einsteigen. Es ist wichtig für Teisendorf, jetzt loszulegen“. 

kon

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