So geht es jetzt weiter

Aus Festsälen werden Schulzimmer: Teisendorf bereitet sich auf Präsenzunterricht vor

Besprechung im Poststall: (v.l.n.r) Bürgermeister Thomas Gasser, Schulleiterin Michaela Märzendorfer, Geschäftsführer Andreas Brügemann bei der Besichtigung des Festsaals im Posstall
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Besprechung im Poststall: (v.l.n.r) Bürgermeister Thomas Gasser, Schulleiterin Michaela Märzendorfer, Geschäftsführer Andreas Brügemann bei der Besichtigung des Festsaals im Posstall

Die gute Nachricht kam am Freitag um 11 Uhr auch in der Schule Teisendorf an. Im Landkreis Berchtesgadener Land können ab Montag die Schulen schrittweise in den Präsenzunterricht zurückkehren.

Teisendorf - Die Schulen im Berchtesgadener Land schalten wieder auf Präsenzunterricht um. Erstmal nur die Grundschulen und Abschlußklassen. An der Teisendorfer Franz- von Agliardis Grund- und Mittelschule betrifft diese Regelung die acht Grundschulklassen 1 bis 4 sowie die drei Klassen 9 und 10 als Abschlussklassen der Mittelschule. 


Die Bayerische Staatsregierung hat in ihrer Kabinettssitzung am 11. Februar 2021 eine stufenweise Öffnung von Schulen beschlossen. Sobald in einem Landkreis oder in einer kreisfreien Stadt die 7-Tage-Inzidenz unter 100 liegt, ist für die Jahrgangsstufen 1 bis 4 der Grund- und Förderschulen sowie für alle Abschlussklassen Wechselunterricht oder Präsenzunterricht mit Mindestabstand zugelassen. Schulrektorin Michaela Märzendorfer will in Zusammenarbeit mit der Gemeinde alles daransetzen, dass möglichst viele Klassen im Präsenzunterricht weitermachen können, unter Einhaltung strikter Hygiene- und Abstandsregeln. Gemeinsam mit Bürgermeister Thomas Gasser hat sie dafür nach großen Räumlichkeiten in der Gemeinde gesucht, wo man komplette Klassen unter Einhaltung des Mindestabstandes von 1,5 Metern unterrichten könnte.

Angebot der Brauerei Wieninger


Die Formel „eine Klasse gleich ein Raum gleich ein Lehrer“ wäre für Schüler und Lehrer, aber auch für den Lernerfolg in der gegebenen Situation die beste Lösung, so die Schulleiterin gegenüber BGLand24.de. Das Angebot der Brauerei Wieninger, in der Alten Post und im Poststall zwei große Räumlichkeiten als Klassenzimmer zur Verfügung zu stellen, konnte sie daher nur positiv finden. Bei der Besichtigung der Räumlichkeiten gemeinsam mit dem Bürgermeister und dem Geschäftsführer der Brauerei Andreas Brügemann sowie der Serviceleiterin des Braugasthofes Alte Post Stefanie Rieder, wurden Details zur Nutzung der beiden großen Säle in der Alten Post und im Poststall als Klassenzimmer besprochen und die vorhandene technische Einrichtung in Augenschein genommen.

Aus Versammlungs- und Festsälen werden Schulzimmer

Schulleiterin und Bürgermeister zeigten sich zufrieden, der Bauhof wird jetzt die Schule unterstützen, um aus Versammlungs – und Festsälen richtige „Schulzimmer“ zu machen. Das dabei auf das vorhandene Mobiliar zurückgegriffen werden kann, macht die Sache deutlich leichter. „Das wir diese großen Säle haben, ist in der jetzigen Situation ein Glücksfall und eine sehr gute Übergangslösung“ betonte Gasser und dankte der Brauerei für die schnelle und unbürokratische Unterstützung. „Seitens der Brauerei wird jede Maßnahme unterstützt, die zur Eindämmung der Pandemie in irgend einer Weise beitragen kann“, so der Brauarei-Geschäftsführer. Man habe auf die Anfrage des Bürgermeisters gleich positiv reagiert, zumal die Gasthäuser sowieso geschlossen sind und die Säle zur Zeit nicht genutzt werden. Auch die Schulleiterin zeigte sich mit der Lösung zufrieden. Durch die Auslagerung der Mittelschulklassen aus dem Schulgebäude, könne dort Platz für die Unterrichtung eines Teils der Grundschulklassen geschaffen werden. Zwei weitere große Räume stehen dafür in der Turnhalle zur Verfügung, nachdem die Halle durch die vorhandene Trennwand geteilt wird. Eine weitere Klasse soll im Judoraum, eine andere im Musikraum der Turnhalle untergebracht werden. 

Schulhaus Teisendorf: Noch sind die Klassenzimmer im Teisendorfer Schulgebäude leer.

Im Schulhaus Weildorf stehen für die zwei Klassen, die dort unterrichtet werden, vier Räume zur Verfügung, erklärt die Schulleiterin weiter. Dort wäre somit eine Teilung der Klassen möglich, allerdings müsse dort wegen der notwendigen Lehrerpräsenz teilweise auf Wechselunterricht gesetzt werden. Es wird jedoch angestrebt, möglichst viele Tage mit zwei Lehrkräften zu besetzen.  

Strategie von Vorsicht geprägt

Da man aber nicht weiß, wie sich die Situation weiter entwickeln wird, bleibt die Strategie der Schulleiterin von Vorsicht geprägt. „ Nach wie vor müssen wir vorbereitet und flexibel bleiben“, meint sie, „damit sich nicht das Gefühl einstellt, überrollt zu werden. Ich plane auch weiterhin in zwei Schienen - Schiene 1 ist der Präsenzunterricht und Schiene 2 wäre der Distanzunterricht mit einer Notbetreuung. Auf welcher Schiene wir uns bewegen, hängt von der Inzidenzzahl im Landkreis Berchtesgadener Land ab. Diese „magische 100“ ist zurzeit eine entscheidende Weiche für uns. Ein „Umschalten“ von einem zum anderen Tag müssen wir leider auch einplanen.“ 

Mit dieser Planung fühlt sich die Gemeinde und die Schule für den Ausstieg aus dem Schul-Lockdown mit dem für Schüler, Lehrer und Eltern nicht einfachen und belastenden Distanzunterricht gut gerüstet. Jetzt hoffen alle Verantwortlichen, dass die Inzidenzzahlen im Landkreis sich so entwickeln werden, dass der Schulbetrieb tatsächlich am Montag beziehungsweise Dienstag, schrittweise wieder aufgenommen und dann auch in dieser Form fortgesetzt werden kann. Und dann hoffen natürlich alle auch, dass die sechs Klassen der Mittelschule 5. bis 8. Jahrgangsstufe auch bald im Wechselunterricht die Schule besuchen dürfen.

Monika Konnert

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