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Mit seinem Leben nach der Politik rundum zufrieden

Altlandrat Georg Grabner aus Teisendorf wird 70: „Ich genieße jeden Tag“

Georg Grabner kurz vor seinem 70. Geburtstag
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Georg Grabner kurz vor seinem 70. Geburtstag

Für Altlandrat Georg Grabner steht am 18. Februar 2022 ein besonderer Tag an. Er feiert seinen 70. Geburtstag.

Teisendorf - Die Bezeichnung „Altlandrat“ passt eigentlich gar nicht zu dem fitten, lebensprühenden Neu-Siebziger, voller Ideen, Vorsätze und Aktivitäten. Denn Georg Grabner geht es gut. Er hat den Übergang von einem Leben mit und für die Politik zu einem Leben nach der Politik gut gemeistert und in seinem Ruhestand auch ganz neue Wege eingeschlagen. Lobeshymnen auf seine Person mag er nicht, einem kurzen Blick zurück, auf das was war und einem etwas längeren Blick voraus, auf das was er sich vorgenommen hat, hat er aber zugestimmt.

Georg Grabner war immer ein sesshafter Mensch, eng verbunden mit seiner Gemeinde und seiner Region. Geboren am 19. Februar 1952 in Eichham bei Weildorf ist er dort mit zwei Schwestern aufgewachsen und in Weildorf zur Schule gegangen. Seine kaufmännische Ausbildung hat Grabner in Teisendorf gemacht, anschließend hat er in Freilassing gearbeitet. 1975 ist die Familie nach Rückstetten gezogen. Der Vater ist bereits sehr früh verstorben, fünf Tage nach dem 14. Geburtstag des Sohnes.

In Rückstetten wohnt der Altlandrat auch heute noch. In dem großen Garten ums Haus zeigen sich die ersten Frühlingsboten, in einigen Wochen wird es wird wieder viel zu tun geben. Gartenarbeit gehört zu Grabners Hobbies. Seit er am 30. April 2020 nach 18 Jahren als „Chef des schönsten Stücks Erde, das der Herrgott erschaffen hat“ in den wohlverdienten Ruhestand verabschiedet worden ist, hat er mehr Zeit dafür.

Über den politischen Werdegang von Georg Grabner ist schon vieles geschrieben worden

Deshalb nur kurz, man kann ihn als geradezu klassisch bezeichnen. Keine Umwege, klare Überzeugungen, keine Scheu vor Führungspositionen: zuerst war Grabner Kreisvorsitzender der Jungen Union, dann CSU Kreisvorsitzender, Gemeinderat, Kreisrat, ab 1990 für die CSU im Bayerischen Landtag, bis er 2002 zum Landrat des Berchtesgadener Landes gewählt wurde. Die achtzehn Jahre als Landrat waren erfüllt mit Arbeit, Herausforderungen und Verantwortung für die Region und die Menschen hier. Die positive Entwicklung des Landkreises wurde durch Grabner zielgerichtet vorangetrieben, vieles ist gut gelungen, einiges musste unvollendet bleiben. Der Eintritt in den Ruhestand war eine Zäsur in Grabners Leben.

Grabner als 18-Jähriger

„Viele haben geglaubt, dass ich schlecht loslassen kann. Aber genau das Gegenteil war der Fall!“, erzählt das Geburtstagskind. „Denn alles im Leben hat seine Zeit und man darf sich selber nicht zu wichtig nehmen“. Er sei sehr gern Landrat gewesen, blicke auch gerne zurück, weiß, dass es eine Zeit war, die seine ganze Kraft gefordert hat. Er sei auch dankbar und ein bisschen stolz, dass gemeinsam mit Verwaltung und Kreistag und auch in Zusammenarbeit mit Dritten vieles erreicht und neue Akzente für die Zukunftsfähigkeit des Landkreises gesetzt werden konnten.

Er habe sich aber früh darauf eingestellt, dass am 30. April 2020 für ihn eine neue Zeitrechnung beginnt. Mit dieser Einstellung habe er auch von einem Tag auf den anderen abschalten können. Jetzt genießt er jeden Tag die Freiheit, das zu tun, was ihm Spaß macht. Zu seinen viele Hobbies, die er konsequent ausübt, gehören neben dem Garteln das Lesen, Berggehen, Wandern, mit dem E-Bike unterwegs sein und Sport treiben für die Fitness. Und er liebt gute Musik, von Blasmusik, Volksmusik, Rock und Pop bis klassisch.

Großes Engagement in Ehrenämtern

Außerdem engagiert er sich auch noch in einigen Ehrenämtern, denn das Vereinsleben war und ist ihm besonders wichtig. Er ist gern in geselliger Runde und lädt gerne Freunde in seinen schönen Wintergarten ein, wo man dann gemütlich zusammensitzt und über Gott und die Welt diskutiert. Denn natürlich interessiert ihn weiterhin, was in seiner Heimat, in Bayern, in der Welt passiert, auch wenn er nicht mehr aktiv dabei ist.

Eine ganz neue Aufgabe hat er sich für die nächsten Jahre gesucht. Im Dezember des Vorjahres hat er die Ausbildung zum ehrenamtlichen Hospizbegleiter abgeschlossen und freut sich jetzt auf die ersten Einsätze. Es war eine sehr vielseitige, anspruchsvolle Ausbildung, die er gemeinsam mit elf anderen Frauen und Männern beim Hospizverein Berchtesgadener Land durchlaufen hat, zuerst als online Veranstaltung dann im Präsenzunterricht. „Wir haben vieles gelernt über Präsenz, Kommunikation und Gesprächsführung, Nähe und Distanz, Trauer, Selbstfürsorge, demenzielle Erkrankungen, Spiritualität, Palliativmedizin und Abschiedsprozesse, die beiden Kursleiterinnen vom Hospizverein haben dies ganz hervorragend gemacht“, lobt Grabner.

„Von dem, was ich dabei gelernt habe, hätte ich auch schon in meinen früheren Berufsjahren profitieren können“. Das zur Ausbildung zugehörige Praktikum hat Grabner in einem Seniorenheim absolviert. Gerade während der Praktikumszeit hat sich gezeigt, dass Hospizbegleitung für ihn eine sinnvolle und erfüllende Aufgabe sein kann. „Die Ausbildung zum Hospizbegleiter hat in mir einiges bewegt. Ich lebe jetzt jeden Tag noch bewußter und dankbarer“, so der Jubilar.

Auch Ü70 weiter studieren an der Salzburger Uni

Seine Pläne für ein Seniorenstudium in Geschichte an der Salzburger Uni 55+ will Georg Grabner auch mit 70 weiter verfolgen. Beginnen will er aber erst, wenn das Studium vollumfänglich als Präsenzunterricht möglich ist. Auf eine Feststellung legt das Geburtstagskind zum Ende des Gesprächs noch besonderen Wert: „Im Ruhestand wars mir noch keine Stunde langweilig“. So zufrieden und voller Pläne, wie man ihn erlebt, nimmt man ihm dies ohne Vorbehalte ab.

Obwohl er sich wenig Aufwand zu seinem runden Geburtstag wünscht, wird der heutige Samstag für den Altlandrat wohl kein allzu ruhiger Tag werden. Denn viele Verwandte,Freunde und politische Weggefährten werden es sich nicht nehmen lassen, ihre Glückwünsche zu übermitteln. „Coronabedingt werde ich die Anzahl der Besucher über den Tag verteilt so dosieren müssen, dass die geltenden Hygieneregeln eingehalten werden können“, so Grabner ein ganz bisschen wehmütig. Die tatsächliche Feier soll aber im Frühjahr, sobald es die Pandemie erlaubt, nachgeholt werden. Das Versprechen steht!

kon

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