Teisendorf trifft sich bei online-street Art mit der Welt

Kunst auf Asphalt und Stein: Teisendorfs Street-Art-Künstler zeigen ihr Können

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Teisendorf - Wegen der Corona-Pandemie kann das beliebte Street-Art-Festival dieses Jahr in Blumberg nicht stattfinden. Allerdings hat man sich für eine Online-Alternative entschieden. Mit dabei sind auch Künstler aus Teisendorf. 

Eigentlich wäre der Oberteisendorfer Street-Art -Künstler Anton Göstl an diesem Wochenende in Blumberg gewesen. Denn dort hätte das Blumberg Street- Art- Festival zum 9. Mal stattfinden sollen. Künstler aus aller Welt hatten sich angemeldet, um ihre Kunst auf die Strasse zu bringen und Blumberg in eine große Open-Air-Galerie zu verwandeln. Auch Anton Göstl war seit Beginn an jedes Jahr in Blumberg dabei. Wie so vieles andere hat diesmal Corona auch diese Veranstaltung im bildlichen Sinne „ins Wasser fallen lassen“. Nach anfänglicher Enttäuschung kam den Veranstaltern am letzten Montag die „rettende“ Idee – das Festival soll, wie viele andere Kulturevents auch, online stattfinden. Konkret heißt das, dass jeder Künstler zuhause oder dort malt, wo er sich gerade befindet, dies digital dokumentiert und die Bilder des Events sowie den Malfortschritt laufend an die Veranstalter nach Blumberg per Video, WhatsApp oder Email schickt. 


In Teisendorf hat die Gemeinde den großen und kleinen Malkünstlern den Parkplatz vor der Schule als Malunterlage zur Verfügung gestellt, wo sie ihre vergängliche Kunst „auf den Asphalt“ bringen konnten. Denn es ging ja um „Street-Art“ zu deutsch „Strassenmalkunst“, die hier gezeigt wurde, eine Kunstform die im öffentlichen Raum stattfindet und deren Ursprünge bis ins 15/16. Jahrhundert zurückgehen. Damals haben in Italien die sogenannten „Madonnari“, an großen Feiertagen auf die Strassen vor den Gotteshäusern Madonnenbilder gemalt, weil das gemeine Volk die Kirchen nicht betreten durfte. 

Street-Art-Künstler zeigen in Teisendorf ihr Können

 © Monika Konnert
 © Monika Konnert
 © Monika Konnert
 © Monika Konnert
 © Monika Konnert
 © Monika Konnert

Der freischaffende Künstler Anton Göstl aus Oberteisendorf ist in der Street Art-Szene kein Unbekannter. Seit gut sieben Jahren gehört er der internationalen Meisterklasse an und nimmt weltweit bei großen Street Art-Festivals regelmäßig und erfolgreich teil. Beim online-Festival hat er in Teisendorf den Meeresgott Poseidon in furchterregender Pose gemalt, so dass beim Anblick des Bildes Donner und Blitz und das brausende Meer richtig zu spüren waren. Auch die Teisendorfer Künstlerin Iris Nowak hat sich an der Aktion beteiligt. Ihr Gemälde mit Bluemnmotiven war bunter und lebendiger als das von Göstl, die Farben dem Sommer abgeschaut. Während die „echten“ Street-Art-Künstler wie Göstl sich die Malfläche vorher in Quadrate einteilen, an denen sie sich bei der Ausführung orientieren, hat Nowak, deren Element eigentlich die Leinwand ist, frei gemalt, mit erstaunlichem Erfolg. Auch zwei Street-Art Nachwuchskünstlerinnen aus Teisendorf waren dabei. Die Schwestern Celina und Chantal haben bereits zweimal am Blumberg-Festival teilgenommen, Celina dort sogar in ihrer Altersklasse den Malwettbewerb schon einmal gewonnen. In Teisendorf hat sie das Bild eines Avatars gemalt, ihre Schwester ein Pferdeprofil dargestellt. 

Auch einige Kinder waren gekommen, um sich unter der Anleitung von Anton Göstl in der Strassenmalkunst zu versuchen. Sie waren mit viel Eifer und vor allem mit viel Geduld dabei. Der Erfolg konnte sich sehen lassen. So hat zum Beispiel Sarah einen springenden Orka gemalt, ihre Schwester Sana drei Kinder dargestellt. Auch das ist ein Ziel dieses Festivals und ein wichtiges Anliegen von Anton Göstl – den Nachwuchs an die Street-Art- Kunst heranzuführen. 

Wer die bei dem online-Festival weltweit entstandenen Bilder bewundern will, kann dies noch einige Wochen lang auf der Festival-Homepage unter https://www.online-street-art- festival.de tun.

Monika Konnert

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