In Oberteisendorf soll's sicherer und langsamer werden

Pläne zum B304-Neubau: Werden Raser so wirklich ausgebremst?

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492 Unterschriften für eine Bedarfsampel an der Kinderkrebshilfe wurden bei der Infoveranstaltung am Montag an Bürgermeister Thomas Gasser übergeben: die Behörden sind aber skeptisch. 
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Teisendorf - Eine große Umfahrung für Oberteisendorf ist momentan kein Thema, deshalb soll die B304 durch den Ort neugebaut werden. Nach der Vorstellung der Pläne forderten Anwohner vor allem eine Ampel.

Frühestens im September 2019 soll es losgehen mit dem Umbau der B304-Ortsdurchfahrt in Oberteisdendorf. Das federführende Staatliche Bauamt stellte am Montagabend die Pläne im Gasthof Helminger in Rückstetten vor. "Wir bekommen Verbesserungen hinsichtlich Lärm, Sicherheit und gefahrenem Tempo", so Bürgermeister Thomas Gasser. 

Die größten Neuerungen (von West nach Ost)

  • Direkt am westlichen Ortseingang wird eine große, verschwenkte Fußgängerinsel gebaut. Sie soll den Verkehr zum Bremsen zwingen. 
  • Kurz vor der Kreuzung nach Neukirchen wird eine Fußgängerinsel gebaut (ähnlich wie jetzt).
  • Auf der Nordseite der B304 wird ein durchgehender Geh- und Radweg gebaut, in Richtung Teisendorf soll teils ein Schutzstreifen für die Radler auf der Straße markiert werden. 
  • Östlich der Frühlingstraße wird die Fahrbahn zugunsten des Radweges etwas schmäler
  • Auch am östlichen Ortseingang soll auf Höhe des Gewerbes eine Fußgängerinsel den Verkehr verlangsamen. 
  • Im Osten wird die Ortstafel weiter hinausversetzt.
Um die 100 Oberteisendorfer kamen zur Infoveranstaltung. Die Verschwenkung am westlichen Ortseingang begrüßten viele, die Kritik an den Plänen widersprach sich stellenweise. 

Wie Martin Bambach vom Staatlichen Bauamt andeutete, wird bei einem pünktlichen Baubeginn im September 2019 eine erste Vollsperrung etwa bis Weihnachten nötig sein. Eine weitere Vollsperrung der B304 könnte dann von Frühjahr bis Juli 2020 folgen. "Die Anwohner werden weiterhin rein und raus können, der Durchgangsverkehr aber nicht", so Bambach. 

Fast 500 Bürger fordern Ampel

Rund 100 Oberteisendorfer waren am Montag nach Rückstetten gekommen. Ihr größter Kritikpunkt: Eine fehlende Ampel. Claudia Unterrainer übergab deshalb insgesamt 492 Unterschriften an Bürgermeister Gasser. "Wir wollen eine Bedarfsampel bei der Kinderkrebshilfe, sonst bleiben die Autos ja nie stehen", so Unterrainer. 

Claudia Unterrainer bei der Übergabe der Unterschriften an Bürgermeister Gasser. 

"Wir sind nicht prinzipiell gegen eine Ampel", so Daniel Bechtel vom Landratsamt: "Unser Verkehrsgutachten zeigt aber, dass 80 Prozent der Straßenüberquerungen eben nicht bei der Kinderkrebshilfe stattfinden. Wird dort eine Ampel gebaut, müssten wir die Leute quasi zwingen, dort über die Straße zu gehen. Außerdem besteht die Gefahr, dass auch an einer roten Ampel nicht gehalten wird." Eine Ampel östlich der Kreuzung nach Neukirchen, auf Höhe der Holzhauser Straße, wäre wegen der vielen Zufahrten ebenfalls nicht realistisch. 

B304 soll bewusst mehr nach einer Ortsdurchfahrt aussehen

Skeptisch waren viele der Oberteisendorfer auch, ob durch die Maßnahmen wirklich langsamer gefahren wird. Einem Tempolimit von 70 km/h vor dem westlichen Ortseingang oder einer 40er-Beschränkung durch den Ort erteilte das Landratsamt aber eine Absage: "Das ist von der Straßenverkehrsordnung nicht vorgesehen. Aber Sie werden sehen, dass die Verschwenkung dazu führt, dass langsamer gefahren wird." Von Teisendorf kommend sei eine solche 70er-Beschränkung dagegen eher möglich

Es zeigte sich aber auch, dass manchen Anwohnern die geplanten Maßnahmen zu weit gingen. Die teils schmälere Ortsdurchfahrt wurde genauso kritisiert, wie die Tatsache, dass die Busse künftig nicht mehr in einer Bucht, sondern auf der Straße halten sollen. "Dann müssen alle dahinter ewig warten", hieß es da zum Beispiel - Martin Bambach vom Staatlichen Bauamt hielt dagegen: "Genau das wollen wir ja in gewisser Weise: dass die Straße mehr nach einer Ortsdurchfahrt aussieht und nicht mehr alle so schnell durchpreschen."

"Wir sollten auch selber langsamer durch den Ort fahren"

In den kommenden Monaten sollen laut Bürgermeister Gasser vor allem die genauen Standorte der Fußgängerinseln und auch eine mögliche Ampel noch einmal geprüft werden. Den meisten Applaus erhielt in Rückstetten aber die Wortmeldung eines Anwohners: "Wir sollten jetzt an einem Strang ziehen, aber vor allem sollten wir auch selber langsamer durch Oberteisendorf fahren."

xe

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