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80 Meter tiefer Krater neben Wohnhaus in Teisendorf

Familie über Schreckminute: „Kommt sofort nach Hause, es ist ein Riesen-Loch im Garten!“

24 Stunden nach dem Unglück kann es Familie K. noch nicht fassen, ob und wann sie in ihr Haus zurückdürfen wird sich am Montag entscheiden. 
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24 Stunden nach dem Unglück kann es Familie K. noch nicht fassen, ob und wann sie in ihr Haus zurückdürfen wird sich am Montag entscheiden. 

Es war eine Schreckminute für die Schwiegermutter von Astrid K., als sie am Freitagnachmittag von der Ferienwohnung aus beobachtete, wie die Einfahrt in einen Holzschuppen plötzlich in der Erde verschwand, nur ein VW Golf blieb erst wie durch ein Wunder auf einem Kanalschacht stehen.

Teisendorf - Doch auch der Kanalschacht brach am Samstag ein und damit stürzte auch der Golf in die Tiefe, „der Krater ist rund 80 Meter tief sagte die Feuerwehr“, so Paul K. Die fünfköpfige Familie und die Schwiegereltern sind vorerst in einem Hotel in der Nähe untergekommen, am Montag will eine Geologin den Krater im ehemaligen Bergbaugebiet beurteilen. 

Der Krater hatte am Samstagnachmittag einen Durchmesser von rund fünf Metern und war nach Schätzungen der Feuerwehr bis zu 80 Meter tief.

Astrid K. und ihr Mann waren am Freitagnachmittag schon auf der Autobahn unterwegs nach Salzburg als plötzlich die Schwiegermutter anrief, „kommt sofort nach Hause, es ist ein Riesen-Loch im Garten, der Golf stürzt ab“. Die Beiden drehten sofort um und fuhren zurück zum Haus am Teisenberg, südlich der vorbeiführenden Münchner Autobahn. „Zuhause angekommen sahen wir das Loch zuerst nicht, der Golf stand ja noch da“, dass er zu diesem Zeitpunkt nur mehr auf einem Kanalschacht schwebte und rundherum schon ein Loch mit einem Durchmesser von rund fünf Metern mussten sie aber wenig später entsetzt feststellen. 

„Hoppla-Hopp“-Evakuierung

Die Feuerwehr Neukirchen evakuierte beide neben dem Loch stehenden Häuser, die fünfköpfige Familie K., sowie die Schwiegereltern wurden in einem Hotel in Neukirchen einquartiert, von dem aus sie ihr Haus beobachten können. Noch am Freitagabend war eine Geologin vor Ort, „es hieß aber wir müssen abwarten, am Montag sollen dann noch einmal Geologen vom Bergbau kommen die dann den Stollen begehen werden“. Erst dann wird die Familie erfahren, ob sie wieder in ihr Haus zurück dürfen, das sie vor 20 Jahren gekauft hatten.

Es ist ein altes Bergwerkshaus, „das haben also die Bergarbeiter schon gebaut, also die Stollen noch aktiv waren“.

Golf stürzt ab

Am Samstagmorgen war der Golf verschwunden, mitsamt dem Kanalschacht war er in die Tiefe gestürzt. „Der Krater wird immer größer und tiefer, die Feuerwehr hat die Tiefe schon gestern auf 70 bis 80 Meter geschätzt“, erzählt K. Am Samstagnachmittag kam die Familie dann doch wieder zum Haus um das Nötigste für die nächsten Tage herauszuholen, abgesperrt ist nur der unmittelbare Bereich um den Krater, die Nachbarn der Familie K. durften am Samstag wieder in ihr Haus zurück. 

Bis Samstagmorgen stand der Zweitwagen der Familie noch auf einem Kanalschacht, der brach dann allerdings ein und damit stürzte auch der Wagen in den Abgrund.

Am Freitag hatte das zuständige Landratsamt in einer kurzen Aussendung festgestellt, dass es im Untergrund des Anwesens zum Einsturz von größeren Erdmassen gekommen war, die offenbar in einen tiefer gelegenen Schacht aus dem Bergbau stürzten. 

Schon 1160 wurden auf Betreiben des Grafen Kunrad von Aschau im Teisenberg Stollen zur Eisengewinnung angelegt, finanzielle Zuschüsse des Salzburger Fürsterzbischofs ermöglichten 1432 die Wiedereröffnung des Bergwerks und den Bau eines Hammerwerkes in Achthal. Fürsterzbischof Leonhard von Keutschach förderte ebenfalls den Erzabbau und betrieb erfolgreich die Vermarktung der beim Bergbau ausgeschiedenen Gesteinssorten.

hud

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