Kommunalwahl Bayern 2020: Bürgermeisterkandidat für Teisendorf

18 Fragen an Edwin Hertlein (Bündnis 90/Die Grünen)

Will in Teisendorf Bürgermeister werden: Edwin Hertlein (Bündnis 90/Die Grünen).
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Will in Teisendorf Bürgermeister werden: Edwin Hertlein (Bündnis 90/Die Grünen).

Teisendorf - Am 15. März 2020 finden in Bayern die Kommunalwahlen statt. Auch in Teisendorf wird der Bürgermeister gewählt. Wir stellen Ihnen die Kandidaten vor. Dieses Mal: Edwin Hertlein (Bündnis 90/Die Grünen).

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Die Antworten auf unseren Fragebogen:

1. Name

Edwin Hertlein


2. Partei

Bündnis 90/Die Grünen

3. Alter

62

4. Wohnort

Teisendorf (1986)

5. Geburtsort

Würzburg

6. Familienstand

ledig

7. Kinder

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8.  Wie verlief Ihre bisherige politische Karriere?

Kreisrat, Marktgemeinderat

9. Wer sind Ihre politischen Vorbilder?

Sepp Daxenberger, Robert Habeck

10. Was verbindet Sie mit Ihrer Kommune? Was ist das Besondere Ihrer Kommune?

Teisendorf ist ein wunderschöner Ort mit größtenteils noch intakter Natur. Von meinem Wohnort in Oberreit aus kann ich einen einzigartigen Weitblick nach Salzburg und nach Burghausen genießen. Und die Teisendorfer sind, bei all den Ecken und Kanten, die der eine oder andere haben mag, liebenswert und hilfsbereit.

11. Warum sind Sie genau der Richtige?

Mit meiner langjährigen kommunalpolitischen Erfahrung, meiner Auffassungsgabe beim Erkennen von Problemfeldern und meiner Kreativität beim Entwickeln von Lösungsansätzen sehe ich mich für das Amt des Bürgermeisters als gut gerüstet.

12. Was wurde in der vorherigen Amtszeit verpasst? Was möchten sie besser machen?

Einige Dinge wurden erst mit deutlicher Verspätung angepackt. Beispiel kommunale Geschwindigkeitsüberwachung. Erst im dritten Anlauf wollte der Marktgemeinderat meinem Antrag folgen. Beispiele Ökomodellregion und Landschaftspflegeverband. Erst im zweiten Anlauf fanden sich für beide Projekte Mehrheiten im Marktgemeinderat. Beispiel kommunale Jugendarbeit. Auch hier mussten mehrere Anläufe unternommen werden. Beispiel Errichtung gemeindlicher Gebäude in Holzbauweise. Seit 25 Jahren setzen wir Grünen und im Marktgemeinderat dafür ein. Jetzt endlich wird mit dem Kindergarten in Mehring ein erster gemeindlicher Holzbau errichtet. In Zukunft sollten sinnvolle Vorschläge schneller umgesetzt werden. Und der Beitritt zum Verein „Erlebnisregion Berchtesgaden Land“ war ein Fehler, der, wie die Ereignisse der jüngsten Zeit zeigen, schnellstmöglich rückgängig gemacht werden sollte.

13. Was ist für Sie die größte Herausforderung Ihrer Kommune? Wie stehen Sie dazu und was gedenken Sie zu tun?

Vor allem in drei Bereichen sehe ich in der Marktgemeinde in den nächsten sechs Jahren Handlungsbedarf: 1.: Ich will die Energiewende energisch vorantreiben. Die Marktgemeinde hat dabei Vorreiterfunktion. Alle gemeindlichen Gebäude sollten auf ihre Eignung zur Errichtung von Photovoltaikanlagen geprüft werden. Ebenso sollte geprüft werden, ob es weitere geeignete Flächen zur Errichtung von Photovoltaikfreiflächenanlagen gibt. Im geplante Neubaugebiet Sägmühle sollte eine Nahwärmeversorgung angestrebt werden. Auch das Thema Windenergie sollte wieder aufgegriffen werden. 2.: Der ÖPNV muss deutlich ausgebaut werden. Zum Beispiel durch eine Ausweitung der Betriebszeiten des Dorfbusses. Auch sollte ein Angebote für Carsharing geschaffen werden. Die Errichtung von Mitfahrerbankerl wäre eine äußerst preiswerte Ergänzung des Angebotes. Weiter braucht es eine effiziente Vernetzung der unterschiedlichsten Verkehrsträger. 3: Wir brauchen dringend preiswerten Wohnraum für alle Menschen. Deshalb bin ich dafür, dass die Marktgemeinde Gesellschafter beim Wohnbauwerk Berchtesgadener Land wird. Und wir sollten kreative und flächensparende Modelle des gemeinsamen Bauens im Eigenheimbau ausprobieren. Ein weiteres Anliegen wäre mir die Errichtung eines Mehrgenerationenhauses nach dem Vorbild der Gemeinde Kirchanschöring.

14. Was sind – neben den größten Herausforderungen – Ihre drei wichtigsten Ziele in den kommenden sechs Jahre? Was wollen Sie für die Menschen in ihrer Kommune erreichen?

  1. Ich will, dass wir in unserer Gemeinde auch künftig mit Anstand und Würde unterschiedliche Meinungen und Standpunkte austauschen. „No-Go-Areas“, „Hate-Speech“, oder sogar tätliche Angriffe auf Mitmenschen, wie es offenbar an manchen Orten in Deutschland der Fall ist, sollten bei uns keine Chance haben. 
  2. Ich will die Doppik vollenden. 
  3. Ich will, dass Teisendorf auch weiterhin in der Ökomodellregion bleibt.

15. Bezahlbarer Wohnraum ist bei uns Mangelware. Wie sehen Sie die aktuelle Situation in Ihrer Kommune und was gedenken Sie hier zu tun?

Auch bei uns wird bezahlbarer Wohnraum immer knapper. Egal ob bei Mietwohnungen oder im Bereich von Wohneigentum. Teisendorf sollte unbedingt Gesellschafter beim Wohnbauwerk werden. Ich bin dafür, dass im geplanten Neubaugebiet Sägmühle noch mehr preiswerte Mietwohnungen entstehen als derzeit geplant. Auch sollten wir überlegen, ob die derzeit gültige Stellplatzverordnung noch zeitgemäß ist. Durch eine angepasste Stellplatzverordnung können gegebenenfalls die Baukosten für Wohngebäude deutlich sinken. Zudem wäre es sinnvoll, bei Einfamilienhäusern eine deutlich flächensparendere Umsetzung zu wählen, wie das in früheren Jahren beispielsweise in der St. Anna-Siedlung oder im Mousonring umgesetzt wurde. Auch Bebauungsformen wie beim Anfang diesen Jahres preisgekrönten Projekt in Münsing am Starnberger See oder dem Mehrgenerationenhaus in Kirchanschöring sollten bei uns umgesetzt werden.

16. Der Klimaschutz ist im Moment in aller Munde. Wie wichtig ist Ihnen dieses Thema und was gedenken Sie hier zu tun?

Der Klimaschutz für mich das wichtigste Thema unserer Zeit. Wer angesichts der erdrückenden Beweislage der Wissenschaft heute noch den menschlichen Einfluss auf den Klimawandel leugnet, versündigt sich an unseren Kindern und Enkeln und an unserer Schöpfung. Konkrete Vorschläge hierzu habe ich bereits in der Antwort auf die Frage 13 unterbreitet.

17. Volksbegehren „Rettet die Bienen“ und neue Düngeverordnung: Wie stehen Sie zu den Protesten der heimischen Landwirte und gedenken Sie in diesem Punkt zu handeln? Falls ja, wie?

Das Volksbegehren „Rettet die Bienen“ war wegen des Artensterbens dringend notwendig. Die neue Düngeverordnung ist das Ergebnis jahrzehntelanger Tatenlosigkeit der Politik im Bund und im Freistaat. Sie ist zum Schutz unseres Trinkwassers dringend notwendig. Ich verstehen aber die Proteste der Bauern. Sie sind Opfer einer jahrzehntelangen verfehlten Agrarpolitik. Um die bäuerliche Landwirtschaft dauerhaft zu erhalten und das Höfesterben zu stoppen brauchen die Bauern aber einen fairen Preis für ihre Produkte. Das ist vor allem eine Aufgabe, die in Brüssel, Berlin und München angegangen werden muss. Und in den Zentralen der Lebensmittelkonzerne. Vor Ort können wir aber als Verbraucher darauf schauen, möglichst regionale Qualität zu wählen statt nur auf den billigsten Preis zu schielen. Als Bürgermeister würde ich versuchen, möglichst viele Initiativen zur Selbstvermarktung bäuerlicher Produkte zu initiieren, wie das die Ökomodellregion in vorbildlicher Art und Weise tut.

18. Gibt es noch ein wichtiges Anliegen, das Sie Ihren Wählern gerne mit auf den Weg geben würden? Falls ja, welches?

Auf jeden Fall Wählen gehen.

Anmerkung der Redaktion: Die Antworten der Kandidatin/des Kandidaten wurden 1:1 von der Redaktion übernommen, inhaltlich nicht überarbeitet und müssen deswegen nicht die Meinung der Redaktion widerspiegeln.

Quelle: rosenheim24.de

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