Pressemitteilung Bündnis 90/Die Grünen Teisendorf

Grüne für preiswertes und Flächensparendes Bauen

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Referierten in Teisendorf über das Thema Bauen und Wohnen: Grünen-Landratskandidat Dr. Bartl Wimmer, Architektin Dr. PiaHeberer, und Bürgermeisterkandidat Edwin Hertlein.

Teisendorf - Bündnis 90/Die Grünen in Teisendorf wollen beim Thema Wohnen und die Schaffung von preiswertem Wohnraum mit Flächensparen verknüpfen.

Bürgermeisterkandidat Edwin Hertlein stellte zu Beginn einer Veranstaltung zum Thema Bauen und Wohnen mit Verweis auf die Bayerische Verfassung heraus, dass die Schaffung preiswerten Wohnraums eine wichtige kommunale Aufgabe sei. Artikel 106, Absatz 2 der Bayerischen Verfassung lautet: "Die Förderung des Bauens billiger Volkswohnungen ist Aufgabe des Staates und der Gemeinden". Hertlein wies noch auf einen weiteren Artikel der Bayerischen Verfassung hin, der aus seiner Sicht bei der Baulandausweisung eine wichtige Funktion hat. Artikel 161 Absatz 2 lautet: "Steigerungen des Bodenwertes, die ohne besonderen Arbeits- oder Kapitalaufwand des Eigentümers entstehen, sind für die Allgemeinheit nutzbar zu machen." 


Da die Planungshoheit zur Ausweisung von Bauland ausschließlich in der Hand der Gemeinde liege, habe sie hier sowohl Verantwortung wie auch Verpflichtung. Teisendorf komme diesem Verfassungsauftrag durch sein Einheimischenmodell nach und beanspruche einen Teil der neu ausgewiesenen Grundstücke für sich. Diese würden dann deutlich unter dem Preis Grundstücken auf dem freien Markt an Bauwillige vergeben. Da aber längst auch im Bereich preiswerter Mietwohnungen in der Gemeinde Mangel herrsche, sollte die Marktgemeinde seiner Meinung nach auch hier handeln. Deshalb habe er bereits im Mai letzten Jahres den Antrag gestellt, dass die Marktgemeinde Gesellschafter im Wohnbauwerk Berchtesgadener Land wird.Bislang wird diese kommunale Wohnbaugesellschaft, die im Besitz von rund 1.700 Wohnungen ist, von 10 Landkreisgemeinden und vom Landkreis getragen.

Die Architektin Dr. Pia Heberer ging anhand des geplanten Baugebietes Sägmühle auf die konkreten Herausforderungen in Bezug auf Flächensparendes und gleichzeitig preiswertes Bauen ein. Zugleich wies sie darauf hin, dass Lebensformen und Bevölkerungsstruktur sich geändert hätten. Auch darauf müsse man bei der Aufstellung eines Bebauungsplanes achten. Zudem ändere sich die Wohnsituation für viele Menschen heute in viel kürzerer Zeit als früher. Für Teisendorf sei zu erwarten, dass die Zahl der über 65-jährigen in 20 Jahren um rund 40 Prozent zunehmen werde. Der aktuelle Bebauungsplanentwurf ist für Heberer in Bezug auf Flächensparen noch nicht ambitioniert genug. Im wesentlichen setzte er die bisherige Bebauung in der näheren Umgebung fort. 


Auch architektonisch könne sie sich noch anspruchsvoller Lösungen vorstellen. In der Umgebung gebe es einige ältere Bauernhöfe, deren Architektur man aufnehmen könne. Als positives Beispiel nannte Heberer den preisgekrönten Entwurf des Architekten Manfred Brennecke. Der habe am Ortsrand der im Landkreis Starnberg gelegenen Gemeinde Münsing ein Projekt umgesetzt, bei dem er die Architektur eines oberbayerischen Einfirsthofes zum Vorbild genommen habe. In einem intensiven Kommunikationsprozess wurde die Bevölkerung in die Planungsphase einbezogen. In Form einer Baugemeinschaft wurde eine sehr preiswerte und Flächen sparende Bebauung umgesetzt. Die Grundstückgröße pro Wohneinheit beträgt 200 Quadratmeter. 

Ein weiteres interessantes Projekt stellt Heberer aus Wessobrunn im Landkreis Weilheim Schongau vor. Dort ist es Ziel, durch intelligente Hangbebauung und Überbauung von Garagen den Flächenverbrauch um zwei Drittel zu verringern. Grünen-Landratskandidat Dr. Bartl Wimmer führte aus, dass sich die Situation im Landkreis in Bezug auf die Verfügbarkeit preiswerter Mietwohnungen vor etwa fünf Jahren gedreht habe. Inzwischen hätten die kommunalen und genossenschaftlichen Wohnbauwerke im Landkreis lange Wartelisten. Deshalb habe er sich dafür eingesetzt, dass der Landkreis sein Grundkapital am Wohnbauwerk um eine Million Euro aufstockt. Darüber hinaus wäre alle Gemeinden, die noch nicht Gesellschafter des Wohnbauwerkes wären, herzlich eingeladen, sich hier zu engagieren. Wimmer machte sich auch dafür stark, im Landkreis sogenannte Mehrgenerationenhäuser zu bauen. Damit könne man auf die zunehmende Überalterung des Gesellschaft reagieren. 

Die Gemeinde Kirchanschöring habe ein solches Haus bereits vor einigen Jahren gebaut. Um beim Thema Wohnungsbau voranzukommen, müsse aber auch bei den Genehmigungsverfahren angesetzt werden. Die Bauverfahren im Landratsamt Berchtesgadener Land dauerten im Vergleich zu anderen Landratsämtern zu lange. Er werde sich als Landrat dafür einsetzen, dass diese Genehmigungsverfahren künftig nicht mehr so lange dauern.

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