Jahreshauptversammlung der Bergwacht Teisendorf-Anger

Notfälle am Teisenberg nehmen zu

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von links: Kassenwart Franz Fürmann, Ausbildungsleiter Stefan Stadler, Bereitschaftsleiter Lorenz Aschauer, stellvertretender Bereitschaftsleiter Robert Nitzinger

Anger/Teisendorf - 2013 hat es zahlreiche Notfälle am Teisenberg gegeben, zu denen die Bergwacht ausrücken musste. Auf der Jahreshauptversammlung zog man nun Bilanz.

Die aktuell 38 Mitglieder der Bergwacht Teisendorf-Anger waren 2013 bei 35 Einsätzen gefordert, von denen allein acht im eigenen Einsatzgebiet am Teisenberg stattfanden, wo Sommer wie Winter vor allem rund um die Stoißer Alm immer mehr Menschen unterwegs sind.

Der im März 2013 neu gewählte Bereitschaftsleiter Lorenz Aschauer, Ausbildungsleiter Stefan Stadler und Kassenwart Franz Fürmann berichteten auf der Jahreshauptversammlung im Teisendorfer DAV-Heim von einem arbeitsreichen Jahr mit zwei Hochwasser-Katastrophen-Einsätzen in Freilassing und Deggendorf, 17 Bergrettungseinsätzen im Gebiet der Reichenhaller Bergwacht und acht Pistenunfällen  am Wolfsberg (Teisenberg) und Götschen.

Zahlreiche Notfälle am Teisenberg

Als Dank für die gute Bewirtung im DAV-Heim überreichte Bereitschaftsleiter Lorenz Aschauer an Resi und Helmut Koch einen Blumenstrauß.

„Der Teisenberg wird wieder mehr entdeckt, boomt mittlerweile und die Leute setzen auch einen Notruf ab, wenn etwas passiert. Früher sind Verletzte oder akut intern Erkrankte nach Radlstürzen oder Wander- und Skiunfällen auch selber runter; manchmal mehr tot wie lebendig“, erinnerte sich Aschauer, der den anwesenden Nachbar-Bereitschaftsleitern Stefan Strecker und Siegfried Fritsch aus Bad Reichenhall und Freilassing für die kameradschaftliche Zusammenarbeit im Einsatzleitbereich Saalachtal dankte. Aschauers Frau Sabine sowie Erwin und Josef Koch engagieren sich zusätzlich zum Bergrettungsdienst im Kriseninterventionsdienst (KID) der Bergwacht und haben dabei 2013 allein 1343 unentgeltliche Stunden bei drei Einsätzen und zur Betreuung der KID-Telefon-Hotline erbracht. Zusätzlich fanden 55 Naturschutzstreifen in den heimischen Bergen statt.

Neuwahlen im März 2013

Die Bergwacht Teisendorf-Anger hatte im März 2013 ihre neuen Bereitschaftsleiter gewählt: Der bisherige Stellvertreter Lorenz Aschauer löste Amtsinhaber Georg Wimmer ab, der nicht mehr kandidierte und die Aufgabe in jüngere Hände übergeben wollte. Neuer Stellvertreter wurde der frisch gebackene Bergwachtmann Robert Nitzinger. Als Revisoren wurden Max Staller (unter anderem früher Lawinenhundeführer) und Erwin Koch (Kriseninterventionsdienst der Bergwacht) gewählt. Stefan Stadler engagiert sich weiterhin als Ausbildungsleiter und Franz Fürmann bleibt Kassenwart.

Altersdurchschnitt von 55 Jahren

Passive Mitglieder gibt es nicht: Aktuell gehören 38 Ehrenamtliche zur Bergwacht Teisendorf-Anger, darunter 16 aktive Bergretter, vier aktive Einsatzkräfte im Pistendienst und zwölf aktiv unterstützende Helfer. Der Altersdurchschnitt liegt derzeit mit einem Spektrum von 15 bis 90 bei 55 Jahren, wobei sechs Anwärter für den aktiven Dienst ausgebildet werden. 2013 gab es auch zwei Neuzugänge, wobei die Bergwacht dem enormen Boom der DAV-Sektion Teisendorf etwas hinterherhinkt, die stetig weiter wächst und zusammen mit Waging mittlerweile rund 2700 Mitglieder zählt. „Hoffentlich bleiben Euch davon auch ein paar als aktive Bergretter erhalten, damit ihr vom unserem Aufschwung auch ein wenig profitiert“, sagte Vorsitzender Franz Waldhutter, der der Bergwacht für ihren ehrenamtlichen Einsatz dankte.

Teisendorfs zweiter Bürgermeister Gernot Daxer unterstrich in seinem Grußwort auch im Namen seines ebenfalls anwesenden Amtskollegen Klaus Linhuber aus Anger die Bedeutung der Bergwacht, da es immer mehr zivilisationsmüde Menschen in die Natur ziehe: „Viele sind in den Bergen unterwegs, ohne dass etwas passiert. Aber wenn etwas passiert, dann seid ihr gefordert und für alle Beteiligten ist es gut zu wissen, dass es euch gibt und ihr bestens ausgebildet vielen helfen könnt.“

Daxer lobte auch die gute Zusammenarbeit der Rettungskräfte in Anger und Teisendorf und dankte der Bergwacht für ihr Engagement beim Ferienprogramm der Gemeinde. Als Dank für die das ganze Jahr über gute Bewirtung im DAV-Heim überreichte Bereitschaftsleiter Lorenz Aschauer an Resi und Helmut Koch einen Blumenstrauß. Er und sein Stellvertreter Robert Nitzinger dankten auch allen Mitgliedern für ihre geleisteten Dienste.

Wichtige Fortbildungen

Vor allem die Aus- und Fortbildung kostet die Ehrenamtlichen enorm viel Zeit, ist aber Grundvoraussetzung für die erfolgreiche Bewältigung der oft sehr gefährlichen Einsätze: Ausbildungsleiter Stefan Stadler dankte allen Referenten und Mitstreitern, berichtete von den zahlreichen Fortbildungsabenden und Übungen für die aktiven Einsatzkräfte und Anwärter, von denen auch viele im Gelände stattfanden.

Die Bergwacht übte immer wieder auch mit ihren Partnern wie Feuerwehr, BRK-Landrettungsdienst, Polizeibergführern oder den Nachbarbereitschaften Bad Reichenhall und Freilassing. Stadler: „Wir trainierten den Umgang mit Spezialgerät, für Lawinenunfälle, den Seilbahnbau, Rettungen bei Dunkelheit, die Spaltenbergung und organisierten mehrere Fortbildungen mit notfallmedizinischen oder bergsteigerspezifischen Themen.“

Darüber hinaus musste jeder aktive Bergwacht-Luftretter nach Bad Tölz in die Simulatorhalle zum Hubschraubertraining. Zusätzlich fanden Übungen am Berg mit echten Hubschraubern statt, bei denen Rettungsaktionen mit der Winde und dem Tau geübt wurden. Höhepunkte waren ein Vortrag des österreichischen Wetterdienstes ZAMG, das Wiederbelebungstraining mit Lars Karstens von der BRK-Rettungswache Teisendorf, diverse Ski- und Klettertouren, eine Ausbildung bei Neuschnee im Pidinger Klettersteig mit den neuen Dyneema-Seilen, die als Ersatz für die bisherigen Statikseile ausgeliefert wurden und Geländefahrübungen mit dem All-Terrain-Vehicle (ATV). Die sechs Anwärter absolvierten zusätzlich den Eignungstest Sommer, einen Sanitätskurs und Vorbereitungen auf die Winterprüfung.

Finanzen

Zur Finanzierung ihrer Arbeit ist die Bergwacht Teisendorf-Anger immer auf zusätzliche Spenden angewiesen, die rund die Hälfte ihrer Einnahmen ausmachen. Die Ausgaben mit 17.758 Euro und Einnahmen über 18.647 Euro bewegten sich im vergangenen Jahr im üblichen Rahmen, weshalb Kassier Franz Fürmann und die Vorstandschaft einstimmig entlastet wurden.

Größere Kosten fielen mit 3100 Euro für Bekleidung und Ausrüstung an, Reparaturen und Unterhalt der beiden Fahrzeuge schlugen mit 2040 Euro zu Buche, die Versicherungen kosteten 2950 Euro und 1420 Euro wurden als Zuschuss für die Ausrüstung der Ehrenamtlichen ausgegeben, beispielsweise für LVS-Geräte oder Schuhe.

Pressemitteilung BRK BGL

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