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„Der Biber gehört weggeräumt“

Große Verärgerung über den Biber bei der Bürgerversammlung in Teisendorf

Nicht nur Matthias Mühlbacher hat ein Problem mit dem Biber in Teisendorf
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Nicht nur Matthias Mühlbacher hat ein Problem mit dem Biber in Teisendorf

 Die Bürgerversammlung in Teisendorf war mit rund 30 Teilnehmern diesmal schwächer besucht als gewöhnlich. Dennoch hatten die anwesenden Bürger unterschiedlichste Fragen an Bürgermeister Thomas Gasser, nachdem dieser seinen umfangreichen Rechenschaftsbericht abgelegt hatte.  

Teisendorf - Für große Verärgerung sorgt in Teisendorf das Thema Biber. Matthias Mühlbacher, Inhaber der Maier-Mühle in Karlsbach, beklagte schwere Schäden durch den Biber am Lauf des Mühlenbachs, des Karlsbachs und des Ramsauer Bachs. Auch das Wasserrad der Mühle werde durch die Sedimente, die der Biber durch seine Aktivitäten aufwühlt, beschädigt. „Innerhalb von 2 bis 3 Nächten ist der Bach zu“, so Mühlbacher.

Er schätzt, dass mindestens sechs Bieber an den genannten Bachläufen leben und große Schäden nicht nur an den stärkeren Bäumen, sondern auch am Jungwuchs der Uferböschungen machen. Wenn sich Bäche anstauen, geht es auch um Hochwasserschutz. Da helfen keine noch so teuren Maßnahmen, wenn der Biber durch seine Bauten entgegenwirkt, so Mühlbacher. Bürgermeister Gasser kann den Ärger sehr gut verstehen und kennt die beschriebene Situation aus eigenen Besichtigungen. „Auch die Uferbefestigungen werden vernichtet“, so Gasser.

Er habe wiederholt mit dem Landratsamt Kontakt gehabt und zu einem vor-Ort-Begang eingeladen, leider bislang vergeblich. Der Biber dürfe nicht bejagt werden und hat auch keine natürlichen Feinde. Es gäbe durchaus Landkreise, wo Biber entnommen werden, wenn die Schäden überhandnehmen, wusste Mühlbacher, er könne nicht verstehen, warum das hier nicht der Fall sei. Auch Ludwig Gschwendner aus Punschern hat negative Erfahrungen mit dem Biber gemacht, der auf seinem Grundstück zwei dicke Bäume gefällt hat. Er habe den Schaden beim Landratsamt gemeldet, das diesen mit 16 Euro bewertet habe. Bezahlt wurden diese Gelder aber nicht, weil angeblich Schäden unter 50 Euro nicht ausgezahlt werden. „Der Biber gehört weggeräumt“ so Gschwendner.

Sein Fazit war eindeutig: „Das Landratsamt kümmert sich nicht um die Belange der Bürger“.  Gschwendner wies auch auf die gefährliche Verkehrssituation hin, die durch die Umleitungen wegen der Sanierung der B304  zwischen Teisendorf und Freilassing enstand. Es werde viel zu schnell gefahren und kaum kontrolliert. Für die Anwohner sei dies eine Katastrophe. Gleiches gelte auch für Roßdorf, meinte Georg Wimmer. „Bei der Sperrung der B304 war bei uns in Roßdorf die Situation brutal“, so der Redner. Viele schwere Fahrzeuge, die hier gar nicht fahren, hätten dürfen, seien durchgebrettert. Man verstehe den Unmut, habe auch polizeiliche Kontrollen verlangt, allerdings müssten Kreisstraßen für Umleitungen genutzt werden und viele Autofahrer hoffen, bei Kontrollen nicht erwischt zu werden, so Gasser in seiner Antwort.

Neues zum Schwimmbad

Wimmer wollte auch wissen, wie das sanierte Schwimmbad in Teisendorf beheizt werden soll und ob tatsächlich zwei Bademeister zur ständigen Aufsicht notwendig seien. Auch wies er auf die starke Verkotung des Rathausdaches hin und bat, sich um eine Lösung zu bemühen. Man sei sich des Problems beim Rathaus bewusst und suche nach Lösungen, was aber nicht einfach sei, so Gasser. Das Schwimmbad soll, wie bisher auch, über Solarpaneele beheizt werden. Man brauche zwei entsprechend qualifizierte Personen, die die Aufsicht machen, das müssen aber nicht ausgebildete Bademeister sein, so Gasser. An den Wochenenden würde die DLRG die Aufsicht übernehmen. Wimmer bedankte sich ausdrücklich bei allen Bürgermeistern, den Gemeinderäten und Mitarbeitern der Verwaltung mit den Worten „Ihr habt das Ohr an der Bevölkerung“. 

Max Eisenbichler aus Ufering fragte nach, ob sich die Grundstückseigentümer aus Ufering an den Kosten für die Umsetzung der Entwässerungsmaßnahmen für Oberflächenwasser beteiligen müssten, die wegen des geplanten Neubaugebietes notwendig werden und falls ja, mit welchen Kosten man da rechnen müsse. Hier konnte Bürgermeister Gasser Entwarnung geben. „Für neue Maßnahmen werden die Grundstückseigentümer nicht herangezogen“, so der Rathauschef. Ein Teil der bestehenden Gebäude werde zwar über das neue Regenrückhaltebecken entwässert, für solche Maßnahmen werden aber die in der Abwassergebühr enthaltenen Gestehungsbeiträge genommen.

Extra Rechnungen werden dafür nicht gestellt. Bezüglich der Schäden, die bei Sturzfluten wie 2020 entstehen könnten, wies der Bürgermeister auf das Sturzflutmanagement hin, das die Gemeinde in Auftrag gegeben hat. Es würde aufzeigen, welche Gebäude beziehungsweise Bereiche in der Gemeinde bei extremen Starkregenereignissen besonders gefährdet sind. Ob die zum Schutz notwendigen Maßnahmen nur von der Gemeinde oder zusammen mit den Grundstückseigentümern zu treffen sind, wird dann fallweise entschieden.

Terminankündigung der Straßenreinigung

Sepp Eisch schlug vor, dass die Gemeinde die Termine für die Straßenreinigung in der Zeitung bekanntgibt, damit die Anwohner sich darauf einstellen und ihre Autos entsprechend aus dem Weg räumen können. Der Vorschlag sei gut, so Gasser, allerdings habe man einen sehr günstigen Vertrag mit der Firma Putzhammer, die die Straßen reinigt, wenn sie freie Termine hat. Man werde prüfen wie man das in Einklang mit dem Anwohnerwunsch bringen kann. 

Kreisrat Albert Aschauer bat den Bürgermeister sich dafür einzusetzen, dass der Wertstoffhof in Teisendorf erhalten bliebt. Im Zuge der Erstellung eines Entsorgungskonzeptes für den Landkreis gäbes es Überlegungen, nur drei Wertstoffhöfe im Landkreis zu erhalten. Teisendorf sei nicht darunter. Gasser bestätigte die Konzepterarbeitung, es gäbe aber noch keine Festlegungen. Gleichzeitig stellte er fest „Ja, wir brauchen einen Entsorgungstützpunkt in Teisendorf“. Und auch die Grüngutsammelplätze müssten ortsnah sein. 

Eine Frage zum Thema Breitbandausbau hatte Klaus Höher. Er wollte wissen, wann der Breitbandausbau in Punschern vorangehe. Punschern ist im nächsten Ausbauabschnitt drin, so die Antwort des Gemeindeoberhaupts.     

kon

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