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Hackschnitzel oder Pellets?

Gemeinderat entscheidet über Heizungs- und Lüftungsanlagen in Teisendorf

Heizung Schulhaus Teisendorf
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Mit der neuen Heizung sollen sowohl das Alte Schulhaus (links) als auch das sanierte neue Schulhaus mit Anbau versorgt werden.

Teisendorf – Soll das zukünftige Haus der Kinder in Mehring mit einer zentralen oder dezentralen Lüftungsanlage ausgestattet werden? Soll die Heizung mit Hackschnitzel oder Pellets betrieben werden?

Welche Gebäude sollen mit der neuen Heizung neben dem Haus der Kinder noch mitversorgt werden? All diese Fragen standen im Gemeinderat zur Entscheidung an, damit die Planungen vorangetrieben und konkretisiert werden können. Das Gremium hat sich die Entscheidung nicht leicht gemacht. Ausführliche Diskussionen und eine kurze Sitzungsunterbrechung zur Abstimmung innerhalb der Fraktionen waren notwendig, bis man sich einigen konnte. Es wird eine zentrale Lüftungsanlage für das gesamte Gebäude geben. Bei der Heizung bleibt es wie bisher bei der reinen Pelletsvariante. Die Heizung soll auch das bestehende Alte Schulhaus mitversorgen. Ein Anschluß weiterer privater Gebäude in Mehring an die Pelletsheizung ist nicht vorgesehen.  

Als Entscheidungshilfe über das zu wählende Lüftungs- und Heizsystem hatten  Markus Pertl und Projektleiter Carl Hirz vom Ingenieurbüro Ludwig aus Traunstein die wichtigsten Fakten in einer kurzen Präsentation zusammengefasst. Bei der Lüftung wurde eine Kombivariante von zentraler und dezentraler Heizung verglichen mit einer reinen Zentrallüftungsanlage. Im Keller könnten keine dezentralen Geräte installiert werden, eine nur dezentrale Anlage sei daher nicht möglich, so Hirz. Dezentrale Geräte könnten im Erd- und Obergeschoss in den größeren Aufenthaltsräumen (Gruppenräume) und leicht anzubindenen außenliegenden Räumen  eingebaut werden. Bei einer zu reinigenden Luftmenge von 4.960 Kubikmetern pro Stunde würden elf dezentrale Geräte mit Zubehör benötigt.Die Kosten dafür würden sich auf rund 118.000 Euro belaufen.

Dazu kämen die Kosten für den zentralen Lüftungsteil, der im Untergeschoss platziert wird und alle Räume entlüften soll, die nicht an die dezentralen Anlagen angebunden sind. Die Kosten dafür wurden mit  46.000 Euro angegeben. Mit Montage und Inbetriebnahme würden damit die Kosten für die Kombivariante bei rund 192.000 Euro liegen. Demgegenüber wurden die Kosten für die zentrale Lüftungsanlage, die aus Kapazitätsgründen mit zwei Lüftungsgeräten versehen werden muss, auf rund 133.000 Euro beziffert. Nachfragen seitens der Gemeinderäte kamen unter anderen zur Lärmbelästigung durch die Anlagen, zum Brandschutz oder der Gefahr von Verunreinigungen und Schimmelbefall, Wartungsmöglichkeiten und -kosten, zum Filterwechsel und vor allem zur Coronatauglichkeit. Die Bedenken der Gemeinderäte konnten von den Planern ausgeräumt werden. Die Anlagen seien in beiden Varianten so geplant, dass sie die unter Pandemiebedingungen gestellten Anforderungen erfüllen. Auf Nachfrage haben die Planer ihre Empfehlung ab. Dezentrale Lüftungsanlagen seien besser zum Nachrüsten bestehender Gebäude, bei Neu- oder Umbau sei die zentrale Lüftung die bessere Lösung. Letztendlich war auch der doch beachtliche Kostenunterschied der springende Punkt zugunsten der zentralen Variante. Der Beschluss fiel einstimmig.   

Bei der Heizung wurden die Varianten Hackschnitzel versus Pellets verglichen. Beide Vergleiche wurden angestellt für den Fall, dass die Heizung nur das neue Haus der Kinder mit Kindergarten und Hort beheizen soll, oder auch das Alte Schulhaus mitversorgen soll, wenn dieses a) saniert und b) unsaniert ist. Für das Haus der Kinder allein wird mit einer Heizleistung von 34 kW gerechnet. Wenn auch das Alte Schulhaus mitversorgt werden soll, wurden 64 kW bei der Variante unsaniert und 54 kW bei der Variante saniert veranschlagt. Zur Deckung des Jahresheizbedarfs wären Hackschnitzel als Brennstoff bei allen Varianten zwar preisgünstiger, allerdings müsste bei einem vorhandenen Lagerraum von 28 Kubikmeter die Befüllung mit Hackschnitzel  drei bis viermal pro Jahr häufiger erfolgen als mit Pellets. Das würde zusätzlichen Aufwand und bei den engen Strassenverhältnissen vor dem Gebäude eine häufigere Störung für die  Anwohner bedeuten. Für die Befüllung mit Hackschnitzel müsste zudem ein zusätzlicher Schacht mit Förderschnecke eingerichtet werden.

Es gäbe auch die Möglichkeit einen Heizkessel zu installieren, der sowohl mit Hackschnitzel als auch mit Pellets betrieben  werden könnte, erklärten die Planer. Dann wäre man in der Wahl des Heizmaterials flexibler. Die Kosten für  Kessel und Montage wären bei der  Hackschnitzelheizung um etwa drei bis viertausend Euro höher als bei der Pelletsheizung.  Bürgermeister Thomas Gasser stellte gleich zu Beginn der Diskussion fest, dass  das Alte Schulhaus auf jeden Fall mit Wärme mitversorgt werden soll, zur Zeit unsaniert, später dann hoffentlich saniert. Eine Mitversorgung weiterer Gebäude aus Mehring wird mit diesem Heizsystem nicht möglich sein, so Gasser auf Nachfrage von Gemeinderat Alois Stadler. Nach kurzer Beratung in den Fraktionen sprachen sich die Fraktionssprecher Bernhard Reitschuh (FWG), Alois Stadler (CSU) und Elisabeth Aschauer (Bündnis 90/Die Grünen) für die Pelletsheizung aus. Georg Quentin (SPD) bevorzugte den Kombiofen für Hackschnitzel und Pellets. Der Beschluß zugunsten der Pelletsheizung wurde mit 18 zu 2 Stimmen gefasst. 

kon

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