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Gemeinderat befürwortet vorgestellte Planungsvariante

Die Richtung zur Schwimmbadsanierung Teisendorf steht

Auf dem Schwimmbadareal sollen drei neue Becken entstehen.
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Auf dem Schwimmbadareal sollen drei neue Becken entstehen

Drei neue Edelstahlbecken, eine Trio-Slide-Rutsche für Kinder, komplett neue Badewassertechnik mit zwei Wasserkreisläufen, Erhalt der bestehenden Gebäude mit Versorgungs-, Umkleide- und Sanitäreinrichtungen sowie der Solaranlage, Abriss des Aufsichtsturms, keine Baumfällungen auf dem Schwimmbadareal, das sind die wichtigsten Eckpunkte in der vom Gemeinderat abgesegneten Planung zur Sanierung des Schwimmbades in Teisendorf.

Teisendorf - Nach aktueller Schätzung wird dafür mit Kosten von rund 3,8 Millionen Netto gerechnet. Da die Gemeinde bei ihren Betrieben gewerblicher Art wie dem Schwimmbad nicht mehrwertsteuerpflichtig ist, ist diese Summe auch als Endkosten anzusehen. Eine Förderung in Höhe von rund einer Million aus Bundesmitteln ist der Gemeinde bereits in Aussicht gestellt. Weitere Fördermittel sind nicht ausgeschlossen. Die Gemeinde stellt nach dem Beschluß des Gemeinderates rund 2,6 Millionen Eigenmittel zur Sanierung bereit. Gegebenenfalls sind Leistungen in Eigenregie durch den Markt Teisendorf oder durch Vereine möglich. 

Den Auftrag für die Fachplanungen hatte nach einem Ausschreibungsverfahren die Firma Pohl ZT GmbH Architekten aus Ötztal in Österreich bekommen. Architekt Di Hagen Pohl hat die Planungen im Gemeinderat vorgestellt. Es gehe hier um ein Freibad, das für alle Bevölkerungsgruppen, Kinder, Jugend, Senioren etwas bieten soll. Die drei Schwimmbecken werden von leise zu laut sowie von ruhig zu bewegt positioniert, so dass höchstmöglicher Badespaß gerantiert ist. Sie sollen in Edelstahl ausgeführt werden, weil dies nachhaltiger ist als eine Folienauskleidung. Das Schwimmerbecken, in etwa dort gelegen, wo jetzt das große Becken ist, soll aus Kostengründen auf 25 Meter Länge reduziert und mit vier Schwimmbahnen ausgestattet werden. Die Wassertiefe wird dort zwischen 1,40 und 2,00 Meter liegen. 

An dieses schließt etwas abgesetzt ein halbrund geformtes Nichtschwimmerbecken an mit einer Tiefe von sechzig bis hundert Zentimeter. Es soll eine Schaukelbucht, Luftsprudel und eine halbkreisförmig in das Becken ragende Halbinsel enthalten. Das etwas abseits, näher zum Kinderpielplatz liegende Kinderplanschbecken soll mit einem Sonnensegel teilweise beschattet werden. Kleine Attraktionen wie Wasserpilz, Wasserigel oder Kinderrutsche sollen für Badespaß bei den Kleinsten sorgen. Des Weiteren soll für Kinder ein Matschplatz abseits des Beckens angelegt werden. Auch eine an das Gelände angepasste Trio-Slide-Rutsche steht zur Option, die das Bad aufwerten würde. Zu den Becken wird ein barrierefreier Zugang gesichert.

Der alte Aufsichtsturm wird abgerissen und für die Badeaufsicht ein neues Gebäude zwischen Schwimmer- und Nichtschwimmerbecken errichtet. Die Umkleideräume bleiben weitestgehend bestehen, die Ausstattung wird wo notwendig instandgesetzt und optimiert. Dies gilt auch für die vorhandene Solaranlage, bei der die Unterkonstruktion repariert werden muss. Sie wird auch weiterhin nur zur Erwärmung des Badewassers genutzt. Die Badewassertechnik wird in den Keller des derzeitigen Technikgebäudes umgesiedelt, das aktuelle Gebäude der Badewassertechnik soll in ein Lager und einen Werkstättenbereich umfunktioniert werden. Das sanierte Schwimmbad soll Teil des Familienparks werden. Während der Badesaison soll es nur für Schwimmbadbesucher zugänglich sein, außerhalb der Saison für die Allgemeinheit geöffnet werden. Der Beckenbereich soll dann über eine Zaunanlage abgesperrt werden.  Der Kassenbereich für Schwimmbadbesucher bleibt weiter in den Gastronomiebereich eingegliedert. 

Diese Planungen sind von dem Planer in enger Abstimmung mit der Arbeitsgruppe „Schwimmbad“ erarbeitet worden und tragen auch der aktuellen angespannten finanziellen Lage der Gemeinde Rechnung. In der anschließenden lebhaften Diskussion zeigten sich die meisten Gemeinderäte mit der Planung zufrieden. So bezeichnete Gemeinderat und Schwimmbadreferent Fritz Gasser (FWG) die Planung  als „gut durchdacht“. „Das Sanierungskonzept kann sich sehen lassen“, meinte 2. Bürgermeisterin Sabrina Stutz (FWG). „Wir haben beschlossen das Bad zu sanieren, wir stehen zu unserem Wort“, so 3. Bürgermeister Georg Quentin (SPD). Gemeinderätin Ute Hogger (Grüne) hinterfragte die Notwendigkeit zweier Wasserkreisläufe, weil dies zu nicht notwendigen Kostensteigerungen führen würde. Die höheren Kosten würden sich sehr in Grenzen halten, so Pohl, der große Vorteil wäre aber, das man Kinderbecken und Schwimmbecken mit unterschiedlicher Wassertemperatur fahren könnte. 

Warum das Nichtschwimmerbecken rund und nicht aus Kostengründen eckig gestaltet werde, wollte Rätin Elisabeth Aschauer (Grüne) wissen. Für die Athmosphäre des Bades wäre die runde Form vorteilhafter, ohne dafür Nachteile bei den Kosten oder der Funktionalität in Kauf nehmen zu müssen, so Pohl. Wieso das bestehende  Becken nicht genutzt werde, sondern neue Becken angelegt würden, fragten die Gemeinderätin Anita Niederstrasser (FWG) und Rat Markus Putzhammer(CSU).  Das habe technische Gründe, so Pohl. Der Wert des alten Beckens beziehe sich nur auf die Existenz der Baugrube. Ein geologisches Gutachten für eine definitive Entscheidung stehe aber noch aus. Das das Schwimmbadareal auch ausserhalb der Badesaison genutzt werden soll, stand ausser Frage. Dazu müssten die Schwimmbecken einfach aber klar vom restlichen Areal abtrennbar sein, forderten die Räte Gernot Daxer, Felix Gasser und Brigitte Leitenbacher (alle CSU).  Aufgewertet werden müsste die Gastronomie, so Rat Thomas Egger (CSU),  der Kiosk auch von der Strasse sichtbar ausgeschildert sein. Rat Andreas Neumeier (CSU) ist noch etwas skeptisch, dass die Besucherfrequenz ganzjährig hoch genug sein wird, um einen guten Pächter zu finden.

Das für die Positionierung der Becken keine Bäume auf dem Areal weichen müssen bestätigte Pohl auf Nachfrage von Rat Johann Rauscher (SPD).  Kritik an den Plänen kam von Gemeinderat Johann Helminger (CSU), der Teile der Anlage, wie zum Beispiel die Trio-Slide-Rutsche oder die Holzliegen als zu teuer angesetzt sieht.  Er regte an, den Matschplatz  in den Familienpark zu integrieren, um Kosten zu sparen. Auch forderte Helminger ein höheres Engagement der Bürger für das Bad. Diese Idee griff Rat Georg Wetzelsperger (CSU) auf. Man könne beispielsweise für die Rutsche eine Spendenaktion organisieren, so seine Anregung. Vor der Abstimmung fasste 1. Bürgermeister Thomas Gasser die wichtigsten Punkte nochmal zusammen und bedankte sich bei der Arbeitsgruppe Schwimmbad, dem Planer und der Verwaltung, dass man soweit gekommen ist. Nach der Beschlussfassung werden bereits die ersten Aufträge zur Durchführung ausgeschrieben. Die Sanierung soll antizyklisch erfolgen, mit den Maßnahmen zu Beginn der Badesaison 2022 begonnen werden. 

kon

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