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Park- und Verkehrskonzept steht

Das sind die Maßnahmen zur Verbesserung der Verkehrs- und Parksituation in Teisendorf

Der Schilderwald an manchen Gebäuden in der Marktstrasse verwirrt die Verkehrsteilnehmer
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Der Schilderwald an manchen Gebäuden in der Marktstrasse verwirrt die Verkehrsteilnehmer.

Die Verbesserung der Verkehrs- und Parkraumsituation im Ortskern von Teisendorf bleibt für die Gemeinde ein Dauerbrenner. Nun liegt ein Konzept vor, dass wichtige Maßnahmen zur Verbesserung definiert, aufbauend auf einer soliden Bestandsanalyse.

Teisendorf - Sibel Aydogdu von der Ingenieurgesellschaft für Straßenverkehr „Schlothauer & Wauer“, die im Auftrag der Gemeinde das Konzept erstellt hat, hat im  Wirtschafts-, Entwicklungs- und Nachhaltigkeitsausschuss (WENA) darin enthaltene Maßnahmen zur Situationsverbesserung vorgestellt. Es ging dabei um den fließenden Verkehr (PKW oder LKW), die Parkplatzsituation und den Radverkehr. Vorausgegangen war eine  Bestandsaufnahme der Park- und Verkehrssituation durch Ortsbegehungen, eine 24-Stunden-Verkehrszählung sowie die stichprobenartige Befragung von Fahrzeuglenkern zu den Fahrtzielen und der  Parksituation im Ortskern.  Die Ergebnisse dazu waren dem WENA bereits im März vorgestellt worden.

Als wichtigste Maßnahme zur Beruhigung der Verkehrsbelastung im besiedelten Ortskern wurde die Errichtung einer flächenhaften Tempo 30 Zone genannt. In der Marktstraße soll weiterhin nur Tempo 20 gelten. Der verkehrsberuhigte Bereich nahe Schule und Seniorenheim soll ebenfalls beibehalten werden. Längerfristig soll im Zuge weiterer Maßnahmen die Tempo 30 Zone auch auf die gesamte Ortsdurchfahrt von Teisendorf ausgeweitet werden. Die Ausweisung  muss mit entsprechender Beschilderung und fallweise auch dem Umbau der Zufahrtswege zur Erzielung einer „Torwirkung“ verbunden sein, so Aydogdu. Gemeinderätin Anita Niederstrasser (FWG)  begrüßte ebenso wie die anderen Ausschussmitglieder den Vorschlag, stellte aber die Frage, ob eine solche Regelung rechtlich durchsetzbar sei. Das werde nicht einfach, so Bürgermeister Thomas Gasser, es bestehe aber eine Chance weil es sich in dem gesamten  Bereich  um Wohnbebauung handle. Die Planerin Aydogdu wies nochmal darauf hin, dass bei einer Zonenregelung immer „rechts vor links“ gelten würde.  

Zur Entlastung der Gemeinde vom Schwerverkehr, empfiehlt das Konzept auch die Schaffung einer neuen, direkten Anbindung an die B304 sowie Detailuntersuchungen zum Knotenpunkt Laufener Strasse/Bahnhofstrasse. Dort könnte ein Kreisverkehr die Situation sicherer machen,  die Ortseinfahrt markieren und helfen, den Schwerverkehr aus Richtung Laufen aus dem Ortszentrum heraus zu halten und auf die Umgehungsstrasse umzuleiten. Zum Kreisverkehr gab es gegensätzliche Meinungen. Während Gemeinderätin Uta Hogger (Grüne) keine Notwendigkeit dafür sah, sprachen sich die Räte Andreas Neumeier und Gitti Leitenbacher (beide CSU) sowie  Georg Quentin (SPD) dafür aus, die Maßnahme weiter zu verfolgen. 

Zur Verbesserung der Parksituation wurde empfohlen, drei Parkzonen einzuführen: Kurzeitparken (10 Minuten) in der Marktstrasse, ein Zentralbereich mit 120 Minuten Parkzeit (mit Parkscheibe) und ein Außenbereich zum unbegrenzten Parken. Desgleichen sollen Behindertenparkplätze und solche mit Sondernutzung vor allem in der Tiefgarage am Rathaus ausgewiesen werden. Der Empfehlung, die Tiefgarage für Dauerparker zu nutzen, fand im Ausschuss große Zustimmung. Die Plätze sollten an Bewohner der Marktstrasse, die keine anderen Parkmöglichkeiten haben, so Rat Fritz Gasser (FWG) oder für Angestellte von Einrichtungen im Marktkern, so Rätin Ute Hogger, vermietet werden. Rat Andreas Neumeier wies darauf hin, dass man in der Garage auch eine Ladeinfrastruktur für E-Autos im Auge behalten sollte. Für Diskussionen sorgte das Kurzzeitparken in der Markstrasse. Planerin Aydogdu zeigte sich darüber nicht erfreut und schlug vor, darauf zu verzichten.

Für Fritz Gasser  sind die Abschnitte, wo beiderseits Parkplätze ausgewiesen sind, zu eng. Wenn Autos auf beiden Seiten gleichzeitig parken, komme es zu Stau, stellte auch Ute Hogger fest. Demgegenüber zeigten sich die Ausschussmitglieder Andreas Neumeier und Georg Quentin mit der jetzigen Lösung zufrieden. Man habe in der Lenkungsgruppe Marktstrasse lange gesucht mit welcher Variante man am besten leben könne, meinte Bürgermeister Gasser. Auch er plädierte für die Beibehaltung der jetzigen Lösung. Verbessert werden müsste die Beschilderung und Wegweisung zu den Parkplätzen sowie die Beleuchtung und der Zustand einiger Parkplätze, so die Planerin. Für Brunnpoint schlug sie kurzfristig die Markierung von Stellplätzen vor, um das Parken platzsparender zu machen. Wichtig für die Umsetzung aller Maßnahmen sei vor allem aber eine konsequente Parkraumüberwachung.

Eine flächenhafte Tempo 30 Zone würde sich auch für die Radfahrer positiv auswirken, so die Planerin. Als kurzfristige Maßnahme wurde von ihr die Optimierung der Schutzstreifenmarkierung  auf der Bahnhofstraße mit Richtungspfeilen und Piktogrammen vorgeschlagen. Keine Zustimmung fand ihre  Empfehlung zur beiderseitigen Ausweisung von Schutzstreifen für Radfahrer, weil nach Meinung derGemeinderäte die  Straße dazu zu eng wäre. Genannt wurde auch der barrierefreie Ausbau des Bahnhofs, eine Maßnahme, die leider nur langfristig gesehen werden kann, da sie nicht in der Entscheidung der Gemeinde liege, so der Bürgermeister.  Mit steigender Anzahl von teuren E-Bikes müsse die Schaffung von qualitativ hochwertigen sicheren Radabstellungen im Ortskern und an Stellen mit viel Verkehr wie  beispielsweise am Bahnhof hohe Priorität haben, waren sich Planer und Ausschuss einig. Gedacht wird dabei auch an die Installation von abschließbaren Fahrradboxen und die Stärkung der Ladeinfrastruktur im Ort. Nicht zuletzt wurde zum wiederholten Male die Vereinfachung und Vereinheitlichung des „Schilderwaldes“ an vielen Stellen im Ortskern angemahnt. 

M. Konnert

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