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Die Natur in vollen Zügen genießen

Das faszinierende Projekt der Gartenbäuerinnen aus Berchtesgaden und der Region

Die Hauswurzen-Sammlung auf dem Götzingerhof ist eine Attraktion.
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Die Hauswurzen-Sammlung auf dem Götzingerhof ist eine Attraktion

Gemüse aus dem eigenen Garten ist gesund und schmackhaft. Blumen im eigenen Garten erfreuen alle Sinne. Der Hausgarten erfreut sich zunehmender Beliebtheit, der Wunsch nach selbstproduzierten Lebensmitteln steigt, viele Menschen wollen vor ihrer Haustür aktiv zum Erhalt der Artenvielfalt beitragen.  Damit es im eigenen Garten wächst und gedeiht, ist einiges zu tun.

Teisendorf - Das Garteln will gelernt sein, so einfach wie es vielleicht scheint,  ist es nämlich nicht.  Bei den Gartenbäuerinnen im Berchtesgadener Land und Traunstein ist man da genau an der richtigen Adresse, denn sie sind durch spezielle Kurse am Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) qualifiziert, das Wissen rund um die Natur und den Garten weiterzugeben durch Vorträge, Führungen und Kurse. Der Lehrgang „Gartenbäuerin“ umfasst insgesamt 120 Stunden, in denen die Teilnehmerinnen ihr Wissen rund um Garten, Blumen, Pflanzen, Sträucher, Kräuter erweitern und vertiefen können.

Der erste Lehrgang fand am AELF Traunstein 2006 statt. Nach Abschluß haben sich die Teilnehmerinnen entschlossen, weiterhin in engem Kontakt zu bleiben und ihre Kenntnisse in einem Netzwerk oder losen Zusammenschluß weiterzugeben. Ein gemeinsames Jahresprogramm informiert über die angebotenen Aktivitäten, die Durchführung obliegt jeder Gartenbäuerin selbst. Das Netzwerk umfasst zur Zeit rund fünfzig Mitgliederinnen und Mitglieder, davon sind rund zwanzig aktiv und bieten Gartenführungen, Kräuterführungen, Vorträge und Workshops sowie Angebote für Kinder an. In dem einem oder anderen Hofladen gibt es auch hausgemachte Schmankerl. Rezepte und weitere Infos rund um Natur und Garten werden gleich mitgeliefert. Nach wie vor wird auch der Kontakt mit der Ausbildungsstelle gepflegt. Ansprechpartnerin seitens des AELF ist zur Zeit die Lehrkraft für Garten- und Hauswirtschaft Johanna Speigner. Zweimal im Jahr treffen sich die Mitglieder zu einer Jahresversammlung am Amt. Bei der Jahresversammlung im Februar an Maria Lichtmess wird das Jahresprogramm vorgestellt. Ein Sommertreff findet abwechselnd an verschiedenen Orten in geselliger Runde statt.  Mit einem Verkaufstand beteiligen sich die Gartenbäuerinnen an den Rosentagen in Traunstein und auf dem Waginger Herbstmarkt. 

Gartenbäuerin Thea Götzinger am Eingang zu ihrem Bauerngarten


Derzeit ist Thea Götzinger aus Teisendorf die Vorsitzende des Netzwerks. Bei einem Besuch auf dem Götzingerhof erzählt sie, wie es zu dem Zusammenschluss gekommen ist und welche Ziele damit verfolgt werden. Die Gartenbäuerinnen wollen ihre liebevoll und ideenreich gestalteten Gärten und Gartenprodukte  in all ihrer Vielfalt zeigen und den Besuchern Anregungen für den eigenen Garten geben.  „Wir haben auch den einzigen Gartenbauer aus Bayern in unserem Verein“, erzählt Thea Götzinger, „Hans Rehrl-Hagenauer aus Surheim“.   Der gelernte Schreiner wohnt auf einer aufgelassenen Hofstelle mit grossem Garten, den er liebevoll und gekonnt hegt und pflegt,  gerne herzeigt und zum Erlebnis werden läßt. 

Thea Götzinger bietet auf ihrem Hof Führungen durch ihren Bauerngarten und das Gewächshaus an. Noch sind die Pflanzen nicht allzu groß, aber bei einem Rundgang vorbei am Rosenpavillon, wo sich die ersten zarten Knospen öffnen und den Staudenbeeten kann man erahnen, welche Blütenpracht sich in den nächsten Wochen und Monaten hier entfalten wird. Was man bereits jetzt bestaunen kann ist ihre Hauswurzen-Sammlung, liebevoll arrangiert in alten Kübeln, Eimern, Sieben oder Steinbehältnissentrögen. Die Vielfalt in Größe, Farbe und Form ist verblüffend. Die große Leidenschaft von Thea Götzinger aber sind die Tomaten. Inzwischen zählen über 120 verschiedene Tomatensorten zu ihrer  grünen Sammlung. Leider kann sie aus Platzgründen nicht in jedem Jahr alle aussäen und anpflanzen. In diesem Jahr sind es wieder etwa fünfzig Sorten, die Pflanzen sind noch klein, nur an den Blättern kann man bereits die Unterschiede erkennen. Später werden sie rote, schwarze oder gelbe Früchte tragen, dick oder klein, länglich oder rund sein, vielfältig eben.      

„Ein großes Anliegen sind mir die verschiedensten Nisthilfen für Nützlinge im Hausgarten“, so die Gartenbäuerin aus Stötten. In ihrem Garten finden sich Insektenhotels, Igelhäuser, Beobachtungskästen für Wildbienen, Steinhaufen, ,,wilde Ecken“ und Wasserbecken. Auch die Kinder werden nicht vergessen. Wie in Stötten auf dem Götzingerhof, bieten auch andere Gartenbäuerinnen ein lehr- und abwechslungsreiches Programm für Kinder an. „Die Liebe für die Natur muss bereits im Kindesalter geweckt werden“, ist Thea Götzinger überzeugt und spricht hier auch für ihre anderen Kolleginnen. 

Corona hat im letzten Jahr auch bei den Gartenbäuerinnen in der Region die Aktivitäten zum Erliegen gebracht. Kontaktlose Gartenführungen, Bastelworkshops oder ein „Mutter/Kind-Gartenfrühstück“ um nur einiges zu nennen waren online nicht möglich. Jetzt wo aufgrund der niedrigen Inzidenzzahlen wieder Führungen ohne Test und Maske möglich sind, hoffen die Gartenbäuerinnen, dass es bald wieder losgehen kann mit dem „Fest der Rosen“, dem „Duftenden Garten“, dem „Kochen im Grünen mit dem Dutch-Oven“ oder  der „Mutter/Kind Wanderung mit Bastelspaß“, um nur einige Angebote aus dem umfangreichen Jahresprogramm zu nennen. 

Ein Blick in das Programm zeigt, dass für die nächsten Monate viel Interessantes geplant ist.  In Ainring, Bergen,  Chieming, Grabenstätt, Fridolfing, Kirchweidach, Laufen, Prien am Chiemsee, Pittenhart, Taching, Teisendorf, Tittmoning,  Schnaitsee, Surheim, Vachendorf oder Waldkraiburg warten Führungen, Besichtigungen, Kräuterwanderungen, Workshops, Bastelnachmittage, Vorträge und vieles mehr, zu denen Gartenbäuerinnen,  Kräuterpädagoginnen und Ernährungsberaterinnen einladen. Besuchen kann man die Gärten in Gruppen mit vorheriger Anmeldung. Spontane Einzelbesuche sind nicht möglich. „Die Telefone laufen schon heiß mit Anfragen für unsere Veranstaltungen“, weiß Thea Götzinger. Noch aber sind die Gartenbäuerinnen etwas verhalten.  Schließlich soll ein Gartenrundgang in lockerer Runde beiden Seiten Freude machen. Weitere Infos sowie das Jahresprogramm finden sich auf der Homepage des Netzwerkes unter www.gartenbaeuerinnen.de.

Monika Konnert  

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