Wissenschaftlicher Beirat konstituiert

Erneuerungskur für das Bergbaumuseum Achthal bei Teisendorf

Mitglieder wissenschaftlicher Beirat Bergbaumuseum Achthal Teisendorf
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Die Mitglieder des wissenschaftlichen Beirats vor dem Bergbaumuseum mit Bürgermeister und Vereinsvorstand. (v.l.): Prof. Dr. Stefan Brüggerhof, Roland Klosa (Vereinsvorstand) , Bürgermeister Thomas Gasser, Dr. Thomas Döring, Dr. Reinhold Reith, Dr. Monika Konnert, Dipl.-Ing. Raimund Bartl. Auf dem Foto fehlt Prof. Dr. Günther E.Thüry.

Teisendorf/Achthal: Das Bergbaumuseum im Achthal soll moderner, attraktiver und erlebnisreicher werden. Die vorbereitenden Arbeiten zur Umgestaltung der Daueraustellung und zur Schaffung eines Erlebnismuseums schreiten voran. Nach Marbarkeitsstudie und Grobkonzept wurde jetzt das von Dr. Ulrike Laufer, Historikerin und Museumsexpertin aus Essen verfasste Feinkonzept im Gemeinderat vorgestellt. Gleichzeitig wurde ein wissenschaftlicher Beirat ins Leben gerufen, der sich insbesondere bei der Feinkonzeption der neuen Dauerausstellung beratend und netzwerkend einbringen soll.

Dem Beirat gehören sechs Persönlichkeiten mit viel Erfahrung in Fachbereichen an, die mit der Thematik des Museums eng verbunden sind und zwar Diplom-Ingenieur Raimund Bartl, Betriebsleiter des Salzbergwerks Berchtesgaden, Prof. Dr. Stefan Brüggerhoff, Direktor des Deutschen Bergbaumuseums in Bochum, Oberstudienrat Dr. Thomas Döring, Fachbetreuer Geschichte am Rottmayr-Gymnasium Laufen, Dr. Monika Konnert, ehemalige Leiterin des Bayerischen Amtes für forstliche Saat- und Pflanzenzucht in Teisendorf, Universitätsprofessor Prof. Mag. Dr. Reinhold Reith, Universität Salzburg, Fachbereich Wirtschafts-, Sozial- und Umweltgeschichte und Universitätslektor Prof. Mag. Dr. Günther E.Thüry, Universität Salzburg, Fachbereich Alte Geschichte und Altertumskunde.


Kulturmittelpunkt in der Gemeinde

Vor Kurzem hat sich der wissenschaftliche Beirat am Bergbaumuseum im Achthal zu seiner konstituierenden Sitzung zusammengefunden. Begrüßt wurden die Mitglieder von Bürgermeister Thomas Gasser, dem Vorsitzenden des Fördervereins Bergbaumuseum Achthal Roland Klosa sowie seinem Stellvertreter Stefan Wannersdorfer. Gasser bedankte sich bei den Experten für die Bereitschaft, sich bei der Neugestaltung des Museums einzubringen und betonte: „Wir brauchen diese Expertise auf dem Weg in eine sichere Zukunft für diese wichtige Einrichtung“. Die Gemeinde stehe hinter dem Bergbaumuseum und möchte mit der neuen Initiative einen Kulturmittelpunkt in der Gemeinde schaffen, so Gasser, der „die lange und interessante Industriegeschichte des Achthals und Neukirchens“ in die Bevölkerung, von der Grundschule bis zu den Senioren, regional und überregional, ansprechend transportiert.


Zielgruppenorientierte Betrachtung der Thematik

Auch Roland Klosa bedankte sich im Namen des Fördervereins für die Unterstützung des Beirates. Er hoffe, dass dies eine konstruktive, gegenseitig befruchtende Arbeit wird. Nach einem Rundgang durch die Museumsräumlichkeiten und die Umgebung hat sich der Beirat in einer ersten geschlossenen Sitzung intensiv mit dem vorliegenden Feinkonzept befasst und dem Vereinsvorsitzenden aus seiner Sicht Anmerkungen und Gestaltungsvorschläge mitgegeben. So wurde zum Beispiel eine noch stärkere zielgruppenorientierte Betrachtung der Thematik empfohlen. Auch müssten die Exponate stärker auf das Thema und nicht umgekehrt, das Thema nach den Exponaten ausgerichtet werden. Essenziell sei auch der Einbezug und die Erschließung der Außenbereiche in die Museumslandschaft mit entsprechenden Erklärungen, so dass die Entstehungsgeschichte des Industriestandortes „Achthal“ für den Besucher deutlich wird.

Das Thema der neuen Dauerausstellung werde die Geschichte des Bergbaus, der Eisenverhüttung und- verarbeitung in Neukirchen, Achthal und Hammerau sein, so Dr. Ulrike Laufer bei der Vorstellung des Feinkonzeptes im Gemeinderat. Wichtig sei, dass die Darstellung Spaß, Spannung und Information biete. Dies wolle man durch digitale Animationen (Erzählfiguren), Medienstationen und Mitmachstationen erreichen. Für Kinder soll ein gesonderter Erlebnispfad in der gesamten Dauerausstellung, zu dem auch der bisherige „Schaustollen“ gehört, angelegt werden. Eine eigene Figur soll die Kinder durch die Ausstellung führen. Vorgeschlagen sind zudem Angebote für Schüler aller Altersklassen, in sich geschlossene Themenräume, ein didaktischer Raum, sowie einheitliche Beschriftungen und Erläuterungen nach gängigem Museumsstandard.

Das Verweseramtshaus, wo jetzt das Museum untergebracht ist, bleibt auch weiterhin das Herz der Anlage. Große bauliche Veränderungen sind dort nicht angedacht. Das Konzept empfiehlt aber, dass auch die Bergknappenkapelle, der Bierstollen, die früheren Hochofengebäude, eventuell auch das Erbstollenmundloch ins Museumsgelände einbezogen und zur Besichtigung freigegeben werden. Auch Rast- und Spielangebote in der unmittelbaren Umgebung des Museumsgebäudes werden vorgeschlagen. Das Feinkonzept soll die Grundlage für einen LEADER-Antrag bilden, der in Kürze eingereicht werden soll, zur Ko-Finanzierung der Modernisierungspläne.

kon

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