Optimierungen, höhere Sicherheit und vieles mehr

Nach Bauarbeiten - Ortsdurchfahrt Oberteisendorf kurz vor Fertigstellung

Am Ortsausgang Richtung Teisendorf bei Obermoos sind noch letzte Arbeiten zu erledigen.
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Am Ortsausgang Richtung Teisendorf bei Obermoos sind noch letzte Arbeiten zu erledigen.

Teisendorf - Die Ortsdurchfahrt durch Oberteisendorf befindet sich im Endspurt. Neue Ampelanlage, barrierefreie Querungshilfe, verlagertes Ortsschild und mehr.

Noch im Dezember, pünktlich vor den Weihnachtsferien, soll die Ortsdurchfahrt durch Oberteisendorf für den Verkehr freigegeben werden. Der Ausbau der Bundesstrasse B304 in diesem Bereich ist abgeschlossen. Nur noch einige kleinere Arbeiten an der Böschung und ein kurzes Stück an einem Radwegabschnitt müssen fertiggestellt werden. Die großen Baumaschinen sind weitestgehend abgezogen.


Noch sind letzte Baumaschinen zu sehen.

In den nächsten Tagen soll mit den Markierungsarbeiten begonnen werden, die je nach Wetterlage etwa eine Woche dauern können. Darüber informierte Martin Bambach, der für das Projekt zuständige Abteilungsleiter beim Staatlichen Bauamt Traunstein Bürgermeister Thomas Gasser bei einer Vor-Ort-Besichtigung. Anwesend war auch Florian Krammer, zuständiger Bauleiter beim Staatlichen Bauamt und Stefan Schillinger von der Bauverwaltung der Marktgemeinde Teisendorf.


Sie haben die beiden beauftragten Ingenieurbüros Planungsgruppe Strasser, Traunstein für den Straßenbau und Dippold & Gerold, Prien für die Versorgungsleitungen während der Bauzeit betreut.

Die Arbeiten zum Ausbau der Ortdurchfahrt von Oberteisendorf hatten nach mehreren Jahren der Diskussion und Planung Mitte Oktober 2019 begonnen. Bereits im Dezember 2019 wurden sie erstmals unterbrochen, dann nochmal im Sommer 2020, weil die Bundesstrasse während der Hauptreisezeiten als Bedarfsumleitung für die Autobahn A8 voll befahrbar sein musste.

„Wir bedauern, dass es so lange gedauert hat“, so Martin Bambach. „Wegen der notwendigen Unterbrechungen, aber auch wegen des sehr komplexen Umfangs der Bauleistungen vor allem im Bereich der Brücke über die Ache, mit vielen alten Versorgungsleitungen, war dieser lange Zeitraum notwendig“.

Auch die Vollsperrung sei unumgänglich gewesen, da der gesamte Baubereich auf rund 1,25 Kilometern von Aufgrabungen betroffen war. Man habe sich aber stets bemüht, die Zufahrt für die Anwohner zu ermöglichen. „Auch für die Betriebe haben wir versucht, Lösungen zu finden, damit sie ihre Tätigkeit während der Bauarbeiten aufrechterhalten können“ ergänzt Bürgermeister Thomas Gasser, der sich zufrieden zeigt, dass man ein so großes und wichtiges Projekt jetzt zu einem guten Ende gebracht hat.

Erste Rückmeldungen sind positiv“ so der Rathauschef. Natürlich habe man auch Kompromisse machen müssen, sowohl in der Zusammenarbeit mit dem Staatlichen Bauamt als Baulastträger als auch mit den Bewohnern. Bei einer so großen Maßnahme könne man eben nicht jeden Wunsch erfüllen. Man habe aber immer versucht gemeinsam praktikable Lösungen zu finden.

Ein gutes Beispiel dafür sei das Thema Ampel, das man auf ausdrücklichen Wunsch von Gemeindebürgern verfolgt hätte. Denn eine höhere Verkehrssicherheit für Fußgänge sei ein wichtiges Ziel der gesamten Maßnahme gewesen. Ein von der Gemeinde in Auftrag gegebenes Gutachten hat den idealen Standort für eine Bedarfsampel östlich der Einmündung des Strassenzuges an der Ache ausgemacht. Dort wurden beim Umbau unterirdisch alle Installationen gelegt, die zum Anschluß einer Lichtzeichenanlage notwendig sind.

Florian Krammer und Stefan Schillinger an der Stelle, wo später eine Ampel installiert wird.

Sobald die verkehrsrechtliche Anordnung kommt, kann der oberirdische Teil der Ampel installiert werden. Die Ampellösung wird aber in Verbindung mit der Optimierung des Übergangs an der Dorfstrasse gesehen, so der Bürgermeister. Die Gemeinde hat dazu gemeinsam mit dem Landratsamt und der Polizei verschiedene Lösungsmöglichkeiten in Prüfung. Mit der Ampel verknüpft ist auch die Einfahrt auf die B304 von der Strasse „An der Ache“ für die Anwohner.

Statt einer zwischenzeitlich angedachten kompletten Strassensperrung konnte eine „Vorsignal“-Anlage eingerichtet und so die Einfahrt ermöglicht werden. Die Bedarfsampel ist eine der fünf Querungshilfen zur Verbesserung der Verkehrssicherheit. Neu dazugekommen sind die Querungshilfe am westlichen Ortseingang bei der Fahrbahnverschwenkung, die Querungshilfe kurz vor der Frühlingsstrasse, wo auch die zwei Bushaltestellen rechts und links der Strasse eingerichtet wurden und die Querungshilfe am östlichen Ortseingang bei Obermoos.

Aus Traunstein kommend wurde diese neue Verschwenkung zur Reduzierung der Geschwindigkeit ausgeführt.

Die bestehende Querungshilfe bei der Kinderkrebshilfe wurde verbreitert und barrierefrei gestaltet. Auch die beidseitigen Bushaltestellen sind barrierefrei und mit Wartehäuschen ausgestattet. Für die Busse gibt es keine Wartebuchten, sie halten auf der Strasse. Auch dies ist eine gewollte Maßnahme, um den Verkehr zu drosseln. Bis zur kompletten Fertigstellung wird die alte Bushaltestelle an der Brücke provisorisch weiter betrieben.

Während der Besichtigung: v.l.n.r. Martin Bambach, Florian Krammer, Stefan Schillinger; Thomas Gasser. Im Hintergrund die neuen Bushaltestellen.

Beidseitig der Fahrbahn wurden gepflasterten Gehwege (rund 1.300 Quadratmeter) oder asphaltierte Geh- und Radwege (rund 3.000 Quadratmeter) angelegt. Vom Ortseingang Ost bis zur Frühlingsstrasse werden auf der Südseite Schutzstreifen auf der Bundestrasse die Radfahrerbereiche abgrenzen, weil die Breite des Gehweges für die Ausweisung als Geh- und Radweg zu gering war.

Radfahrer dürfen die Gehwege nur in Ausnahmefällen benutzen, die in der Strassenverkehrsordnung geregelt sind. Andernfalls trifft sie im Falle eines Unfallgeschehens eine Mitschuld. Darauf hat das Staatliche Bauamt bereits in einer Bürgerversammlung vor einiger Zeit hingewiesen.

Durch den Bau der Geh- und Radwege wurde die Verkehrssicherheit vor allem für die schwächeren Verkehrsteilnehmer wie Schulkinder und Radfahrer deutlich verbessert. Der Kompromiss war die Verengung der Fahrbahn auf das zwingend notwendige Maß von 6,50 Meter. Diese Maßnahme wird laut Meinung der Planer auch zur Geschwindigkeitsreduzierung beitragen, denn breite Fahrbahnen verleiten schneller zur Raserei als schmälere.

Vom Ortseingang West bis nach Obermoos wurde der Fahrbahnaufbau größtenteils erneuert. Die Versorgungsleitungen für Oberflächenwasser, Trink- und Abwasser wurden saniert oder neu verlegt und so auf den neuesten Stand der Technik gebracht. Die Zahlen sprechen für sich: rund 400 Meter Schmutzwasserkanal, circa 2.000 Meter Regenwasserkanal und circa 2.200 Meter Wasserleitungen für Trinkwasser wurden unterirdisch verlegt.

Dazu kommen vom Bayernwerk noch rund 4.500 Meter Stromversorgungskabel und circa 2.500 Meter Kabel für die Beleuchtung. Nicht zu vergessen die vielen Meter Leerrohre für die Breitbanderschließung. Circa 9.000 Quadratmeter lärmmindernder Asphalt wurden als Fahrbahnbelag aufgebracht. Durch dessen glatte und geschlossene Decke werden die Abrollgeräusche deutlich leiser als bei normalem Asphalt.

„Wir haben hier keinen Flüsterasphalt, sondern lärmindernden“, erklärt Martin Bambach. „Flüsterasphalt verwendet man bei Autobahnen, in Ortschaften darf er nicht eingebaut werden, weil er offenporig und dadurch weniger beständig ist. Zudem entwickelt er seine lärmmindernden Eigenschaften erst ab einer Geschwindigkeit von 60 Kilometer pro Stunde“.

Wichtig für eine geringere Lärmbelastung und die Reduzierung der Geschwindigkeit innerhalb der Ortschaft sei, so Bürgermeister Thomas Gasser, auch die Verlagerung des Ortsschildes Richtung Teisendorf mindestens bis zum Ortsende Obermoos so, dass länger mit maximal Tempo 50 gefahren werden muss. „Dazu kommt, dass innerorts die Verkehrsüberwachung Aufgabe der Gemeinde ist. Dann können wir zielgerichteter kontrollieren“, ist Gasser überzeugt.

Nicht vergessen sollte man auch die begleitenden Maßnahmen ausserhalb der eigentlichen Ortsdurchfahrt, so Bambach. Das Rückhaltebecken nahe der Sur wurde angelegt um Hochwasserspitzen bei Starkregenereignissen wie zum Beispiel im August diesen Jahres zu brechen.

Die Strassenvollsperrung wurde auch genutzt, um den Fahrbahnbelag zwischen Obermoos und dem neuen Kreisverkehr bei der Ausfahrt Teisendorf West zu erneuern. Rund 6700 Quadratmeter Asphalt wurden hier eingebaut. Dass dann auch gleich noch die Umgehungsstrasse Teisendorf bis Grubenhaus zur Erneuerung des Belages einige Tage gesperrt wurde, hat viele Autofahrer negativ überrascht.

„Wir haben das geringere Verkehrsaufkommen noch vor Öffnung der Ortsdurchfahrt genutzt, um diese in periodischen Abschnitten notwendige Auffrischung des Fahrbahnbelags vorzunehmen“, so die Erklärung von Martin Bambach.

Was jetzt noch aussteht, ist die Sanierung der angrenzenden Strassen, die durch den Ausweich- und Umleitungsverkehr stark in Mitleidenschaft gezogen wurden. Als Beispiel nennt Stefan Schillinger die Ortsdurchfahrung Surmühle und die Strasse von Surmühle nach Kirchsteg. Deren Sanierung soll von der Gemeinde im kommenden Jahr baldmöglichst vorgenommen werden.

Monika Konnert

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