Nicht nur geplantes Projekt bei Tengling im Visier

Gegen Geothermie im Landkreis: Bewegung macht mobil - auch Demo?

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Eines der Protestplakate gegen die Geothermie in Weilham.
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Taching - Ein geplantes Geothermie-Projekt bei Tengling gab den Anstoß, doch jetzt macht die Bürgerinitiative "BIENE" an vielen Orten mobil - mit Plakaten, Infoständen, Vorträgen und vielleicht auch einer Demonstration. 

"Wir sind jetzt im ganzen Landkreis tätig, es laufen konzertierte Aktionen. Wir wollen die Bürger aller Gemeinden vertreten, die von geplanten Geothermie-Projekten betroffen sind", so Ingo Tönnesmann im Gespräch mit chiemgau24.de. Anfang November beschlossen knapp 100 Bürger aus Tengling und Umgebung, einen Verein gegen das dort geplante Geothermie-Kraftwerk zu gründen - doch jetzt zieht die Bürgerinitiative "BIENE" weitere Kreise.

Das sind die nächsten Pläne der Bürgerinitiative

In Nußdorf, Kay, Tengling, Laufen, Kirchanschöring und laut Tönnesmann auch schon seit vielen Jahren in Palling ist die Geothermie im Gespräch. "Wir wollen über Risiken und Gefahren aufklären. Viele Bürger wissen nicht, was den Gemeinden schon alles bekannt ist und wollen informiert werden", so der Tenglinger Tönnesmann. "BIENE", der Name des inzwischen eingetragenen Vereins, steht für "Bürgerinitiative gegen die Verschwendung von Energie und Grundwasser bei der Nutzung von Erdwärme". 

Ingo Tönnesmann leitete selbst 15 Jahre das Bergamt Südbayern, staatliche Aufsichtsbehörde für Bergbaubetriebe und damit auch für geothermische Kraftwerke.

Am kommenden Samstag, den 18. Januar, will man von 9 bis 12 Uhr in Tittmoning, Fridolfing und Waging Infostände aufbauen. Am 31. Januar ist dann in Pietling bei Fridolfing eine Veranstaltung geplant, bei der Tönnesmann und ein Vertreter einer Bürgerinitiative aus Landau in der Pfalz sprechen werden. Beginn um 19.30 Uhr im Gasthof Gruber. Am 6. Februar wird es außerdem eine Info-Veranstaltung im Gasthaus Zenz in Sondermoning geben, Beginn um 19 Uhr.

Demonstration gegen Geothermie?

Acht große Plakate in Bauzaungröße haben Ingo Tönnesmann und seine Mitstreiter inzwischen schon rund um Tengling aufgehängt, 40 kleinere Plakate im nördlichen Landkreis werden folgen. Außerdem überlegt man bei der BIENE auch Anfang Februar eine Demonstration anzumelden. 

Weiteres Protestplakat in Tengling.

Tönnesmann stört sich daran, dass die geplanten Geothermie-Kraftwerke nur für die Stromerzeugung genutzt werden sollen und die Abwärme verpufft. "Mit Kraftwerken in der Größenordnung könnten theoretisch jeweils 50.000 Haushalte mit der Abwärme versorgt werden. Aber rund um den geplanten Standort in Haus bei Tengling gibt es ja nur einige hundert Haushalte", so Tönnesmann. Die Kraftwerke müssten wenn dann in der Nähe von Städten gebaut werden, aber nicht beispielsweise in Haus bei Tengling. 

So funktioniert ein Geothermie-Kraftwerk

Wie funktioniert die Geothermie? 3900 Meter tief müsste gebohrt werden um das begehrte Thermalwasser mit Temperaturen von rund 120 Grad zu erreichen. Die Bedingungen sind vor allem im nordwestlichen Landkreis Traunstein dafür gut. 100 Liter pro Sekunde werden heraufgepumpt. Mit Hilfe von Wärmetauschern wird dem Wasser dann Wärme entzogen, der Kältemitteldampf treibt eine Turbine an und nachgeschaltete Generatoren erzeugen damit Strom. Das abgekühlte Wasser wird danach wieder hinuntergepumpt.

xe

Quelle: chiemgau24.de

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