Miro Nemec: Alters-Ruhesitz im BGL?

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Miroslav Nemec

Surheim - Bei dem Interview am Tag nach dem fulminanten Asphyxia-Konzert, gab der gefragte Schauspieler Miroslav Nemec einige interessante Dinge aus seinem Leben preis:

Obwohl Miroslav Nemec schon wieder auf den Sprung zu Dreharbeiten in Stuttgart war, gab er auf dem Surheimer Anwesen, wo er während seines „Heimat- Aufenthalts“ zusammen mit seiner älteren Tochter Nina logierte, seines Band-Kollegen Armin Riedl ein Interview.

Wie hast Du das Konzert gestern erlebt?

Es war eine richtig familiäre und gemütliche Stimmung, weil wirganz viele Leute von früher gekannt haben. Wir Musiker waren total entspannt und konnten unser Heimspiel richtig genießen.

Welchen Bezug hast Du zu Freilassing?

1965 bin ich mit elf Jahren nach Freilassing gekommen und hab hier bis zu meinem achtzehnten Lebensjahr fest gewohnt. In diese Zeit fiel auch die Gründung von Asphyxia. In Freilassing habe ich noch die 6. Klasse der Volksschule besucht und bin dann an die Realschule gewechselt. Später war ich am Chiemgaugymnasium in Traunstein und hab dann am Mozarteum in Salzburg studiert. Viele Leute kenn ich auch noch über unseren damaligen Gospelchor, unter anderem den Flatscher Sepp.

Kannst Du Dich an Erlebnisse aus der Anfangszeit eurer Band erinnern?

Wir sind damals mit unserer Band schon weit rumgekommen - bis Rosenheim, Garmisch oder Bamberg beispielsweise. Der Gerwin (Eder) war der erste, der dann den Führerschein hatte. Vorher mussten wir uns von unseren Eltern oder Bekannten zu den Konzerten chauffieren lassen. Geschlafen haben wir dann oft im Auto oder im Freien, weil wir kein Geld für ein Zimmer hatten. Eine Woche lang hatten wir damals sogar ein Engagement im berühmten Münchner „Blow-Up“ am Elisabethplatz. Dort traten zu der Zeit heutige Legenden wie Johnny Winter, Uriah Heep oder die ungarische Rockband Omega auf.

Dann gab es eine lange Pause für Asphyxia...

Ab 1974 besuchte ich die Schauspielschule in Zürich und spielte anschließend Theater in Köln. Nach Freilassing kam ich während dieser Zeit kaum mehr. 1999 trat Asphyxia nach 25 Jahren erstmals wieder im Münchner Schlachthof auf. Wir spielten ein Benefizkonzert für den von mir gegründeten Verein zur Unterstützung von Kriegswaisen aus dem Jugoslawienkrieg.

Bleibt bei Deinem vollen Terminkalender überhaupt genügend Zeit für die Musik?

Eigentlich nicht. Ich wollte jetzt drei Tage in Freilassing bleiben, aber dann haben sie mir für Donnerstag wieder einen Drehtag in Stuttgart „reingepfiffen“ und ich konnte erst am Freitag-Nachmittag hier sein. Zum Proben und zum Einüben neuer Stücke bleibt mir momentan kaum Zeit. Allerdings probt die Band auch ohne mich regelmäßig. Konzerte spielen wir zwischen sechs und maximal zehn pro Jahr.

Deine fünfzehnjährige Tochter Nina war gestern auch mit einem Song auf der Bühne. Wie fühlt sich der Vater?

Sie hatte jetzt ihren zweiten Bühnenauftritt und ich finde, sie macht es sehr gut. Sie nimmt Gesangsunterricht und ich glaube, ihre Stimme ist noch ausbaufähig. Musikalisch ist sie auf alle Fälle und du musst erst mal den Mut haben, dich vor so vielen Leuten auf die Bühne zu stellen. Nina ist jetzt übrigens auch meine berufliche Partnerin, denn sie steht derzeit in einer ZDF-Arzt-Serie mit mir vor der Kamera. Ich hab zu ihr gesagt: „ Du hast den großen Vorteil, dass ich Profi bin und dir einiges beibringen kann und du hast den großen Nachteil, dass ich Profi bin und vieles kritisch sehe“.

Wie geht es Dir als Vater einer zweieinhalbjährigen Tochter?

Meine kleine Tochter hat eine absolut unbefangene Zuneigung zu mir. Der ist es wurscht, wie alt ich bin. Ich hab höchstens Probleme, wenn ich mir was verrissen hab und sie nicht hochheben kann.

Was sind Deine aktuellen Film- Projekte?

Momentan drehen wir eine zwölfteilige Serie, in der ich den Chefarzt einer Kinderklinik spiele. Ab 10. Oktober ist die Serie „Doktor Klein“ dann im Vorabendprogramm des ZDF zu sehen. Außerdem hab ich in diesem Jahr schon zwei Tatorte abgedreht, ein dritter steht noch an. Für nächstes Jahr ist dann eventuell auch ein großes Spielfilmprojekt geplant und zwar eine Romanverfilmung des bosnischen Schriftstellers Saša Stanišić.

Du bist vor ein paar Wochen sechzig geworden. Denkst Du auch an so was Ähnliches wie Ruhestand?

Nein. Ich muss genauso wie jeder andere mindestens bis 65 arbeiten, um meine Familie zu ernähren und mir meine Rente zu verdienen. Außerdem habe ich viel Freude an meiner Arbeit und ich hoffe, dass ich sie noch lange machen kann.

Und danach wäre Freilassing oder Surheim der richtige Alters-Wohnsitz?

Ja, es würde mich schon herziehen, weil zum einen die ganzen Freunde da sind. Außerdem ist mein Arbeitsablauf so stressig und hat immer viel mit Stadt und vielen Menschen zu tun, dass ich mich wirklich manchmal danach sehne, Abstand zu haben und mir Abstand zu schaffen. Insofern würde mir natürlich eine „Grünanlage“ auf einem dieser Hügel in dieser Gegend schon gefallen.

 Norbert Höhn

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