Stadtentwicklung: "Schnell etwas bewegen"

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Architekt Manfred Brennecke freute sich über das große Interesse der Freilassinger Bürger am Stadtentwicklungskonzept.

Freilassing - Politikverdrossenheit, Desinteresse, Dagegen sein - all das wird den Deutschen vorgeworfen. In Freilassing war davon am Freitagnachmittag aber nichts zu spüren.

Vor vollem Haus stellte Architekt Manfred Brennecke den Entwicklungsprozess für das Stadtentwicklungskonzept Freilassing vor. "Viele Freilassinger haben mit uns lange, gut und spannend diskutiert", freute er sich. "Es wurden allgemeine Themen angesprochen, Visionen in den Raum geworfen und konkrete Fragen gestellt."

Vor allem die Kinder, Jugendliche und jungen Familien liegen den Freilassinger am Herzen. Mehr Angebote, bessere Bildung und Betreuung wurden gefordert. Viel Applaus erntete eine Mutter, die nach einer Ferienbetreuung für ihre Kinder fragte. Aber auch die Forderung nach einer Stadthalle, einem Kulturzentrum, einer Begegnungsstätte in Freilassing wurde laut. Bei allen Plänen solle aber auch die Natur nicht außer acht gelassen werden und natürlich die Wirtschaftlichkeit.

"Es war für mich überraschend, dass so viele jüngere Menschen und Familien gekommen sind", sagte Bürgermeister Josef Flatscher im BGLand24-Interview. "Es haben sich heute Bürger zu Wort gemeldet, die sonst nichts sagen." Tatsächlich vermittelten die Anwesenden den Eindruck, sich einbringen zu wollen. Viele nutzten die verteilten Zettel, um ihre Wünsche, beispielsweise nach einem komplett in alle Richtungen ausgebautem Radwegenetz, kundzutun.

Auch bei der Besetzung der Lenkungsgruppe zeigten die Bürger Engagement, indem sie Personen vorschlugen und abstimmten. Genau in dieser Lenkungsgruppe sollen nach eingehender Prüfung die Ergebnisse der Auftaktveranstaltung diskutiert und weiter entwickelt werden, bevor wieder die Bürger an der Reihe sind.

"Wir werden die Probleme jetzt direkt vor Ort in Gesprächen, Interviews und Befragungen aufnehmen", erklärte Brennecke das weitere Vorgehen. Das Büro Arc Architekten wird den Entwicklungsprozess mit kompeteten Planer in den verschiedensten Bereichen begleiten, in enger Absprache mit der Lenkungsgruppe.

Dieser gehören an:

Erster Bürgermeister Josef Flatscher, zweiter Bürgermeister Karlheinz Knott, dritter Bürgermeister Michael Hangl, Barbara Utzmeier (CSU), Margitta Popp (SPD), Bernhard Schmähl (Grüne Bürgerliste/Pro Freilassing), Fritz Braun (FWG Heimatliste) und für die Bereiche

  • Familie und Kinder - Monika Tausch
  • Junge Generation - Uli Hofer
  • Ältere Generation - Norbert Schultz
  • Kultur - Richard Lumpi
  • Bildung - Andreas Meier
  • Wohnen - Christoph Scheithauer
  • Grundeigentum und Flächenpotential - Max Aicher
  • Wirtschaft, Gewerbe und Industrie - Heinz Koschel
  • Handel und Versorgung - Karl Kana
  • Landwirtschaft, Umwelt und Ernährung - Thomas Reiter-Hiebl
  • Energie - Fred Meier
  • Mobilität mit und ohne Auto - Wolfgang Fieweger
  • Soziales, Integration und Menschen mit Behinderung - Johannes Six

Bürger, die am Freitag nicht an der Auftaktveranstaltung teilgenommen haben, können ihre Ideen noch über die sogenannte Ideenboxen einbringen, die im Rathaus, im Badylon, im AWO-Seniorenzentrum und im Bürgerzentrum KONTAKT aufgestellt sind. Auch per Post (Münchener Straße 15, 83395 Freilassing), E-Mail (gemeinsam.gestalten@freilassing.de) und über facebook können sich die Bürger beteiligen.

Christine Zigon

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