Badylon: 'größere Sanierungsmaßnahmen erforderlich'

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Das Hochwasser am Badylon stand bis ins Schwimmbad, deshalb muss der ganze Gebäudekomplex entweder abgerissen oder komplett saniert werden.
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Freilassing - Der Freilassinger Stadtrat hat am Montag beschlossen, die Kosten für die Schwimmbad-Wertkarten zu erstatten. Wie es mit dem Badylon weitergehen soll, ist dagegen noch unklar.

Die Stadträte waren sich einig, dass es das einfachste sei, die Kosten für die Wertkarten zu erstatten. "Wir wissen ja nicht, wann das Schwimmbad wieder aufmachen kann, wie es überhaupt weitergeht", sagte Pressesprecher Ulrich Zeeb BGLand24. Deshalb können die Wertkarten-Besitzer ab sofort bis Mitte April 2014 im Rathaus Freilassing das Geld für ihre Wertkarten zurückbekommen.

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Hochwasser und drittes Gleis

Grundsätzlich sei das Badylon standsicher, so Zeeb. Allerdings wäre es ein sehr hoher Aufwand, die Sporthalle, das Schwimmbad und die Außenanlagen wiederherzustellen. "Ein Neubau würde wahrscheinlich teurer werden, die Folgekosten dafür deutlich geringer", erklärte der Pressesprecher. Denn die Grundwassersituation habe sich verändert und darauf müsse man reagieren.

Konkret schlug der Statiker vor: "Zur Herstellung eines funktionstüchtigen Bauwerks sind größere Sanierungsmaßnahmen erforderlich, die teilweise auf den Rohbauzustand des Gebäudes zurückgreifen. Die Kosten für diese Maßnahmen sind, abhängig von Gewerken und den Teilbereichen (Technikkeller, Turnhalle ….) in der Größenordnung der Ausbaukosten anzusetzen. Die Lage des Badylons im Überschwemmungsbereich der Salzach ist jedoch insofern problematisch, dass die Möglichkeit weiterer, zukünftiger Überschwemmungen auch weiter gegeben ist. Wie vorab dargelegt, ist die Standsicherheit des Gebäudes davon weniger berührt – aber die Kosten für die Herstellung der Technik und der sonstigen Funktionen könnten wiederholt auftreten."

Die Liste des Sanierungsaufwands ist lang:

  • Umfassende Sanierung bis auf tragende Bauteile des Gebäudebestandes im Bereich des Niveau – 3,50 m und darunter
  • Reinigung der vorhandenen Oberflächen und Sanierung
  • Erneuerung der kompletten Technik (Versorgungstechnik und Sicherheitstechnik) im vom Hochwasser betroffenen Bereich
  • Sanierung der Gebäudefugen, Durchdringungen und Abdichtungen
  • Erneuerung der Bodenplatten im Bereich der Turnhalle (mit Umkleiden und Duschen) und der Außenumkleiden
  • Energetische Sanierung des Bestandes nach den gesetzlichen Vorschriften
  • Verbessern der vorhandenen Barrierefreiheit

Zusätzliche Maßnahmen sind für den Hoch- und Grundwasserschutz erforderlich:

  • Einschränkung des Höchstgrundwasserstandes auf maximal 412 m üNN (wie in der damaligen Baugenehmigung)
  • Neuschaffung einer umfangreichen Drainage um das Gebäude (bisher wurden vor allem in den Außenanlagen Grundwasserschutzmaßnahmen getroffen) mit verbessertem Anschluss an den Freispiegel (hier muss die Wechselwirkung mit der Kläranlage genauer untersucht werden)
  • Ausbildung einer Dichtwand mit Innenwasserhaltung zur Vermeidung der Rückstaurisiken einer Drainage. Jedoch gibt es diesbezüglich Risiken mit den geologischen Grundverhältnissen und der Wirtschaftlichkeit

Die Wirtschaftlichkeit einer Sanierung ist nach derzeitigem Kenntnisstand in Frage zu stellen.

Ein Gutachterausschuss beschäftigt sich deshalb mit dem Wert des Badylon. Wenn dieser bekannt ist, kann mit der Bayerischen Staatsregierung und der Regierung von Oberbayern über mögliche Zuschüsse verhandelt werden. Dass das Badylon neu- oder wiederaufgebaut wird, scheint schon klar zu sein.

cz

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