„Gesellschaft funktioniert nur mit Ehrenamt“

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Unterstützen das Ehrenamt (von links): Stimmkreisabgeordneter Roland Richter (MdL), Juliane Freund vom Referat III 5 des Bayerischen Staatsministeriums für Arbeit und Sozialordnung, Familie und Frauen, Sozialstaatssekretär Markus Sackmann sowie Laufens Bürgermeister Hans Feil.

Laufen – Sozialstaatssekretär Markus Sackmann reiste extra aus München an, um über die Bayerische Ehrenamtskarte zu informieren, die im Berchtesgadener Land eingeführt werden soll.

„Ohne Ehrenamt kann keine Gesellschaft funktionieren“, schickte Stimmkreisabgeordneter Roland Richter (MdL) als Initiator im Laufner Rathaus vorweg. „Eine derartige Anerkennung ist wichtig und nötig“, ergänzte der Hausherr, Bürgermeister Hans Feil. Sozialstaatssekretär Markus Sackmann freute sich als Mit-Ideengeber der Bayerischen Ehrenamtskarte für das Forum, das ihm im Rahmen einer Informationsveranstaltung für die heimischen Medien geboten wurde.

Sichtbares Zeichen der Anerkennung

Die bayernweit gültige Ehrenamtskarte ist ein sichtbares Zeichen der Anerkennung für besonderes bürgerschaftliches Engagement. Ehrenamt findet größtenteils vor Ort statt: In der Gemeinde, der Stadt, jenem Landkreis, in dem die ehrenamtlich Tätigen wohnen. Und doch leistet jedes Engagement einen Beitrag zum Gemeinwohl, der über die jeweilige Gemeinde-, Stadt- oder Kreisgrenze hinaus wirkt und letztlich dem gesamten Freistaat zugute kommt. Deshalb arbeiten Bayern, die kreisfreien Städte und die Landkreise zusammen, um mit der bayernweit gültigen Ehrenamtskarte ein „Dankeschön“ an besonders engagierte Bürgerinnen und Bürger zu richten.

Viele Vergünstigungen für Ehrenamtliche

Mit der scheckkartengroßen Auszeichnung gibt es Vergünstigungen und Rabatte auf vielfältigste Art und Weise: In Schwimmbädern, Kinos, Theatern, aber auch an Tankstellen, bei großen Automobilfirmen und der bayerischen Schifffahrt, im Legoland oder auf Schloss Neuschwanstein mit bis zu 30 Prozent Eintrittsermäßigung. Dazu finden attraktive Verlosungen statt. „Es werden immer mehr Betriebe, die mitmachen“, freut sich Markus Sackmann. Der Startschuss fiel im September 2011. Seit heute, Montag, sind es 41 Landkreise und kreisfreie Städte, die mitmachen, und zehn, die die Bereitschaft zum Mitmachen signalisiert haben – dazu soll künftig das Berchtesgadener Land gehören, das in dieser Sache bislang noch einen weißen Fleck darstellt. Auch Traunstein hat jüngst Interesse bekundet, die Landkreise Rosenheim, Altötting, Mühldorf, Miesbach und München sind bereits dabei.

Landkreis soll mitziehen

MdL Roland Richter sprach Bürgermeister Hans Feil vor kurzem auf die Ehrenamtskarte an – und der Laufner Stadtchef war sofort mit Begeisterung dabei. Jetzt sollte der Landkreis mitziehen, wünscht sich das engagierte Trio. „Es liegt jetzt an den entsprechenden Stellen im Landratsamt, die nötige Werbung für diese gute Sache zu betreiben“, motiviert Sackmann, der seit September – sein Stimmkreis Cham war als Pilot-Projekt am Start – unglaubliches erlebt hat: „Wenn man die glücklichen Gesichter sieht und die Freude, bei denen, die sich ehrenamtlich engagieren, wenn sie diese Auszeichnung erhalten – dann kann sie so falsch nicht sein“. Im September vergibt er die 10.000ste Karte.

Schon mit 16 Jahren erhältlich

16 Jahre muss man alt sein, um die Ehrenamtskarte erhalten zu können. Und durchschnittlich fünf Stunden pro Woche oder bei Projektarbeiten mindestens 250 Stunden jährlich ehrenamtlich und unentgeltlich leisten. Ein angemessener Kostenersatz ist zulässig. „Wir werden das aber sicher nicht überprüfen oder mit der Stoppuhr hinter den Ehrenamtlichen stehen“, schmunzelt Sackmann. „Das Projekt baut auf Vertrauen und soll möglichst unbürokratisch ablaufen“. Jeder kann potenzielle Kandidaten für die Auszeichnung vorschlagen, zumindest zwei Jahre sollen sie gemeinwohlorientiert aktiv im bürgerschaftlichen Engagement tätig gewesen sein. Auch aktive Feuerwehrdienstleistende mit abgeschlossener Truppmannausbildung kommen infrage.

Inhaber des Ehrenzeichens des Ministerpräsidenten oder der Auszeichnung des Innenministeriums für 25 beziehungsweise 40 Jahre aktives Ehrenamt als Florianijünger oder Rettungsdienstleister erhalten die lebenslang gültige „Ehrenamtskarte Gold“. Zusätzlich zur Anschubfinanzierung bekommen die Kommunen individuell gestaltete Flyer, Plakate und Aufkleber.

So schaut's in Bayern aus

In Bayern sind rund 3,8 Millionen Menschen ehrenamtlich tätig, seit Jahren relativ gleichbleibend. Eine Zahl, die sich mit Geld nicht aufwiegen lässt. Die Engagementfelder sind kaum einzugrenzen: Trachten- und Kulturvereine, Sportklubs, Feuerwehr, Mütterzentren, das Rote Kreuz, Hospiz und viele mehr. Seit etlichen Jahren gibt es sogar eine Ehrenamtsversicherung, die Haftpflicht- und Unfallschäden von ehrenamtlich Tätigen übernimmt, sollten diese über keinen ausreichenden Versicherungsschutz verfügen.

Bürgermeister Hans Feil: „Wir haben allein in Laufen über 80 Vereine und Gruppierungen, da ist die Tafel beispielsweise noch gar nicht mit eingerechnet. Überall engagieren sich Bürgerinnen und Bürgern ehrenamtlich. Mit der Ehrenamtskarte haben wir nun endlich die Möglichkeit, dieses Engagement würdig auszuzeichnen und uns für die geleistete unentgeltliche Arbeit entsprechend zu bedanken“.

bit

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