"Sonne und Wind sind die Zukunft"

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Freilassing - Das Thema erneuerbare Energien bleibt zentrales Thema in Freilassing. Klima- und Energieexperte Hartmut Graßl weiß, wie die Zukunft in diesem Bereich aussieht.

"Deutschland hat durch die Regierung Kohl ein Einspeisungsgesetz bekommen und durch die Regierung Schröder ein erneuerbare Energien Gesetz", beginnt Graßl am Mittwochabend seine Ausführungen in Freilassing. Das habe dazu geführt, dass die Bundesrepublik von außen als das Land gesehen werde, dass schneller vorankommt. Zurückzuführen sei das auf die Bürger, die der Meinung seien, "wenn der Staat mir was für 20 Jahre garantiert, dann nehme ich das auch, denn das wird bleiben".

Mit diesen Äußerungen zieht Graßl egal wo er hinkommt sofort die Aufmerksamkeit auf sich. Auch im Freilassinger Rathaussaal, wo er auf Einladung der Grünen einen Vortrag hält. Mit einprägsamen Schaubildern aus Physik und Meteorologie kann er dann auch seine eindeutige Aussage belegen: "Klimawandel - oder, wie ich es lieber nenne - Klimaänderungen durch den Menschen kommen durch unser Energieversorgungssystem. Die Zukunft unserer Energieversorgung mit erneuerbaren Energien ist nur von der Sonne und dem Wind leistbar. Das können Physiker an der Energieflussdichte der verschiedenen Angebote vergleichen. Biomasse ist zu dünn."

Dabei wurde man vor allem in Freilassing nach der vergangenen Debatte um ein Biomasse-Heizkraftwerk hellhörig. Auf die Nachfrage von bgland24, ob Biomasse in der lokalen Energiepolitik überhaupt keine Rolle spielen werde, kam die klare Antwort des Klimaforschers: "Lokal, in dünn besiedelten Räumen, ja. Eine große Stadt können sie damit nicht versorgen."

Auch der Umweltminister ist ganz Ohr, wenn Hartmut Graßl über Klima und Energie spricht.

Dafür braucht es also nach Ansicht von Hartmut Graßl Solar- und Windanlagen. Vor allem auch in Hinsicht auf die Beschäftigungspolitik in Deutschland. "Arbeitsplätze sind in den vergangenen Jahren hauptsächlich im Bereich der erneuerbaren Energien geschaffen worden", weiß Graßl. "Der Umweltminister selbst hat zu mir gesagt, 'das erneuerbare Energiengesetz ist nicht nur Klimaschutz sondern auch Beschäftigungspolitik für die Bundesrepublik'."

Dabei habe niemand geglaubt, dass man so schnell bestimmte Energieformen hochfahren könne und jetzt schon im Bereich von 15 Prozent Strom ins deutsche Netz einspeist, der durch erneuerbare Energien gewonnen werde, so der Energieexperte. "Und das nur durch ein bisschen Schräubchendrehen der Politiker."

Kein Wunder also, dass die deutschen Nachbarländer jetzt auf diesen Zug aufspringen wollen. Ebenfalls eine Chance für Deutschland, ist sich der gebürtige Ramsauer sicher: "Man braucht natürlich globale Klimapolitik, aber erneuerbare Energien weltweit einführen, das könnten nur ein paar OECD-Länder - zu denen Deutschland gehört. Die Ländern können diese Technik dann an andere weiterverkaufen. Deutschland ist mittlerweile Weltmarktführer bei Solar- und Windenergietechnik."

Und die gilt es auszubauen, um die Energieversorgung in der Bundesrepublik auf Dauer durch erneuerbare Energien zu gewährleisten.

red-bgl24/cz

Rubriklistenbild: © cz

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