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Nach Cyberangriff: Salzburg lagert Milch in Piding ein

Milchhof Salzburg seit Dienstag durch Hackerangriff lahmgelegt – Piding: „Können wir helfen?“

Seit Dienstag bereits ist der Milchhof Salzburg Ziel eines Cyberangriffs, Milch kann zwar weiterhin angeliefert und verarbeitet aber nicht ausgeliefert werden.
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Seit Dienstag bereits ist der Milchhof Salzburg Ziel eines Cyberangriffs, Milch kann zwar weiterhin angeliefert und verarbeitet aber nicht ausgeliefert werden.

Seit Dienstag ist Österreichs drittgrößter Milchverarbeiter, der Milchhof Salzburg durch einen Hackerangriff lahmgelegt.

Salzburg/Piding - Jetzt kam solidarische Hilfe vom bayerischen Konkurrenten, Bernhard Pointner von den Milchwerken Berchtesgadener Land bot sofort seine Hilfe an. Seit Donnerstag werden nun 500 Paletten Milch und Milchprodukte im großen Kühllager in Piding gelagert

Seit Dienstag ist die Logistik des Milchhofes in Salzburg-Itzling, sowie der Käserei in Lamprechtshausen durch einen Cyberangriff lahmgelegt, „die Bauern können zwar nach wie vor die Milch anliefern und wir verarbeiten sie aber ohne Computer und ohne Logistik können wir nichts ausliefern“ beschreibt der Sprecher des Milchhofs, Florian Schwap das Drama.

Die Hacker haben am Dienstagabend alle Passwörter verändert, die Folge war ein Totalausfall der IT-Systeme. Auch Bestellungen waren dadurch nicht mehr möglich. Die Kriminalpolizei ermittelt. Der Handel und große Handelsriesen wie Rewe und Spar melden indes noch keinen Engpass, sie beziehen zum Teil Eigenmarken aus Oberösterreich, Tirol und Kärnten. 

500 Paletten nach Piding

Nachdem die eigenen Kühlhäuser an der Schillerstraße im Stadtteil Itzling ebenfalls automatisiert sind und daher vom Cyberangriff betroffen sind, kam die unerwartete Hilfe aus dem benachbarten Berchtesgadener Land genau zur rechten Zeit. „Bernhard Pointner von den Milchwerken in Piding ist ein sehr fairer Partner, er hat angerufen und gefragt, ob und wie er helfen kann“. Jetzt werden an die 500 Paletten Milch, Joghurt und andere, fertig verarbeitete Produkte über den Walserberg nach Piding gefahren und im dortigen Hochkühlhaus eingelagert. Auch andere Logistik-Anbieter hätten Kühllager zur Verfügung gestellt. 

„Für einige Tage hilft uns das sehr, aber wir produzieren natürlich nicht, um zu lagern, sondern um zu verkaufen“, so der Sprecher, der Hackerangriff dauere allerdings noch an, alle Mitarbeiter der Verwaltung helfen in der Produktion mit. Eine Auslieferung ohne Computerprogramme sei nicht möglich, „wir produzieren täglich 700 verschiedene Milchprodukte und liefern an die 1000 Paletten aus“, erklärt Schwap die Dimensionen. 

BGL-Milch drosselt um Salzburg zu helfen

Für den Geschäftsführer der BGL-Milchwerke, Bernhard Pointner, gibt es mehrere Gründe um den Salzburgern zu helfen, „wenn es einer Molkerei schlecht geht, geht’s auch den Bauern schlecht, und das wollen wir nicht, außerdem können wir morgen in einer ähnlichen Situation sein und sind dann auch um jede Hilfe froh“. Pointner hat sogar seine Produktion gedrosselt, um Platz zu schaffen, „wie viel Platz die Salzburger am Ende brauchen wissen wir noch nicht, aber insgesamt haben wir 20.000 Paletten-Stellplätze, allerdings nicht alle im Kaltlager“. 

Die Milchwerke in Piding sind von Cyberangriffen ebenfalls betroffen, „jeden Tag, mehrmals, das ist ein Horror, was da abgeht. Da liegen USB-Sticks auf Mitarbeiterparkplätzen, die stecken sie in ihren PC, um den Besitzer zu finden und schon wär es passiert“. Zum Glück hätten die Firewalls und Schutzeinrichtungen bisher funktioniert.

Wie lange die nachbarschaftliche Hilfe gebraucht wird ist unklar, „der Handel will ja auch beliefert werden und die Milch hat ja auch ein Ablaufdatum, in 25 bis 28 Tagen sollte alles aufgebraucht sein“. Sehr viel Spielraum habe man also nicht, zur Not müsse man die Waren am Ende zum Beispiel an die Caritas verschenken.

hud

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