Weniger Konflikte in Kreuzungen

Radspuren - in Freilassing umstritten, in Salzburg ein Erfolg

Während Radfahrschutzstreifen in Freilassing Neuland sind, hat die Nachbarstadt Salzburg fast alle Hauptverkehrsrouten mit Radwegen oder eben den Schutzstreifen ausgerüstet.
+
Während Radfahrschutzstreifen in Freilassing Neuland sind, hat die Nachbarstadt Salzburg fast alle Hauptverkehrsrouten mit Radwegen oder eben den Schutzstreifen ausgerüstet.

Während in Freilassing auch heute Abend wieder über den Sinn von Radschutzstreifen in der Reichenhaller Straße diskutiert werden wird, hat die Nachbarstadt Salzburg diese schon vor rund 20 Jahren eingeführt, „und wir haben damit sehr gute Erfahrungen gemacht“, so der Radverkehrs-Koordinator der Stadt, Peter Weiss.

Salzburg/Freilassing - Auf allen Hauptverbindungen in der Stadt Salzburg gibt es entweder eigene Radwege neben der Fahrbahn oder, wenn kein Platz, dann entweder Radstreifen (mit Sperrlinie, nur für Radfahrer) „oder überall wo dafür kein Platz ist eben sogenannte Mehrzweckstreifen“ (mit gestrichelter Linie). Diese Mehrzweckstreifen dürfen auch von Lkw befahren werden, Autos sollen ihn nicht befahren. Lastwagen würden im Stadtgebiet aber ohnehin nur zehn Prozent des Verkehrsaufkommens ausmachen.

Die Stadt Salzburg habe mit diesen Mehrzweckstreifen „gute Erfahrungen gemacht, vor allem in den Kreuzungsbereichen hilft er Konflikte zu vermeiden, weil Radfahrer für die Autofahrer sichtbarer an die Ampel heranfahren können“, sagt Weiss. Die mindestens 1,50 Meter breiten Mehrzweckstreifen würden auch deshalb mehr Sicherheit bieten, weil sich die Autofahrer an den Linien ausrichten und so mehr Abstand zu Radfahrern halten würden. 

Radfahrstreifen versus Mehrzweckstreifen

Doch wo liegt jetzt in Österreich genau der Unterschied zwischen einem Radfahrstreifen und einem Mehrzweckstreifen“? „Der Radfahrstreifen darf nur von Radfahrern befahren werden. Ein Mehrzweckstreifen ist grundsätzlich für Radfahrer vorgesehen, darf aber auch von anderen Fahrzeugen befahren werden“, so Barbara Auracher-Jäger, Verkehrsjuristin beim Autofahrerklub ARBÖ. „Allerdings nur dann, wenn für diese der links an den Mehrzweckstreifen angrenzende Fahrstreifen nicht breit genug ist“. Die Straßenverkehrsordnung schreibe allerdings vor, dass beim Befahren des Mehrzweckstreifens besonderes auf die Radfahrer geachtet werden müsse. 

Auch interessant: Bürgermeister setzt Stadtrat unter Druck: „Ich will jetzt Alternativen von denen, die abgelehnt haben“ (Plus-Artikel)

Für den Radwegekoordinator der Stadt Salzburg steht fest, dass sich die Mehrzweckstreifen vor allem in Kreuzungsbereichen bewährt hätten, „wenn die Autofahrer im Stau stehen können die Radfahrer auf diesen Streifen bequem und sicher nach vorne fahren und werden von den Autofahrern auch gut gesehen“.

hud

Kommentare