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Piloten bemerkten Fehler bei Anflug auf Salzburger Flughafen zu spät

Vier Jahre nach Anflug bei Orkan: Durchstarte-Aktion als „bedrohlich“ eingestuft

Eine Maschine der Austrian Airline musste wegen Orkanböen am 27. Oktober 2017 ihre Landeanflug abbrechen und Richtung Süden der Stadt Salzburg durchstarten.
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Eine Maschine der Austrian Airline musste wegen Orkanböen am 27. Oktober 2017 ihre Landeanflug abbrechen und Richtung Süden der Stadt Salzburg durchstarten.
  • Michael Hudelist
    VonMichael Hudelist
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Vier Jahre nach einem riskanten Landeversuch einer AUA-Linienmaschine, während Orkan Herwart wütete, wird jetzt in einem Abschlussbericht des Österreichischen Verkehrsministeriums der Vorfall als „bedrohlich“ eingestuft. Weil die Piloten (44 und 24 Jahre) damals nicht für die erforderliche Schubleistung sorgten, setzte die sogenannte Überziehwarnung ein. Erst nach einer Minute hätten die Piloten den Fehler bemerkt und korrigiert. Nach zwei Schleifen über dem Stadtflughafen in Salzburg-Maxglan konnten sie das Flugzeug schließlich sicher zu Boden bringen.

Salzburg/Freilassing - Am 27. Oktober 2017 wütete am Nachmittag der Orkan Herwart auch über der Stadt Salzburg und naturgemäß auch in der Einflugschneise über Freilassing. Zahlreiche andere Fluggesellschaften hatten ihre geplanten Landungen verschoben, eine AUA-Linienmaschine mit 97 Passagieren und fünf Besatzungsmitgliedern an Bord von Frankfurt kommend wollte eine Landung trotz der starken Windböen riskieren. Knapp 500 Meter über dem Boden geriet die Maschine wegen der Böen ins Trudeln, ein ORF-Kameramann filmte damals zufällig das Manöver.

Laut jetzt veröffentlichtem Untersuchungsbericht habe im Cockpit eine entsprechende Warnleuchte den starken Wind angezeigt, die Piloten wollten daraufhin durchstarten, hätten dann aber erst nach über eine Minute „einen der beiden TOGA-Schalter gedrückt, damit sich die Leistung der beiden Triebwerke wieder erhöht und somit ein normaler Steigflug erreicht werden kann“, so der Bericht. TOGA bedeutet „Take off Go Around“. Nach dem „Fehlanflugverfahren“ seien zwei Warteschleifen über der Stadt geflogen und kurz nach 16 Uhr schließlich sicher gelandet worden.

Piloten erst das zweite Mal gemeinsam im Cockpit

Für die beiden Piloten sei es an diesem Tag der zweite Flug gewesen, am Vortag seien sie zum ersten Mal gemeinsam geflogen. Die Wetterverhältnisse seien vor dem Abflug in Frankfurt besprochen worden, während des Anflugs auf Salzburg von Freilassing kommend hätten die beiden Piloten starke Regenschauer durchflogen, „welche im Cockpit einen hohen Lärmpegel verursachen“.

Durch einen starken Scherwind – starker Wind aus unterschiedlichen Richtungen – entschied der Pilot rund 500 Meter über dem Boden zum Durchstarten, hatte dabei allerdings vergessen den TOGA-Schalter zu drücken, also den Triebwerken wieder Schub zu geben. Weil diese Schalter nicht gedrückt waren hatte der Bordcomputer die Leistung der Triebwerke automatisch weiter heruntergefahren in der Annahme, es würde eine Landung erfolgen. Erst 73 Sekunden nach dem Beginn des Durchstartemanövers wurden die TOGA-Schalter gedrückt, die Triebwerke erhöhten daraufhin wieder die Leistung.

In dem Untersuchungsbericht heißt es nun, dass die beiden Piloten durch die unerwartet hohen Windstärken wohl einem „Surprise and startle effect“ unterlägen hätten, also einem Überraschungs- und Schreckmoment. „Die Crew hat den Anflug richtigerweise abgebrochen, während des Fehlanflugverfahren kam es zu einer Verfahrensabweichung aufgrund eines Überraschungseffekts“, kommentierte die zur deutschen Lufthansa gehörende AUA den Vorfall gegenüber der österreichischen Presse. Bei dem Untersuchungsergebnis handele es sich auch nicht um eine Schuldzuweisung sondern um die Möglichkeit aus Fehlern zu lernen.

hud

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