Salzachsanierung: "Es geht ums Geld"

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+
Hannes Augustin (l.) und Erich Prechtl von der Aktionsgemeinschaft Lebensraum Salzach wollen für die weitere Ausweitung der Salzach kämpfen.

Laufen - Die Aktionsgemeinschaft Lebensraum Salzach will nach den jüngsten Ereignissen den Druck auf Behörden und Politik in Sachen Salzachsanierung erhöhen.

"Im Mai ist der bayerischen Seite von Österreich ein Gutachten vorgelegt worden, das wird gerade im Bayerischen Landesamt für Umwelt in München geprüft", bestätigte der Leiter des Wasserwirtschaftsamtes Traunstein, Günter Hopf, BGLand24 auf Anfrage. "Sobald diese Prüfung abgeschlossen ist, werden wir Bayern auf Östereich zugehen und das weitere Vorgehen besprechen."

Eine solche Sohlabstufung wie in Triebenbach soll auch in Surheim entstehen.

In den Medien - vor allem in Österreich - kursierten allerdings Ende August Gerüchte, dass Österreichs Umweltminister Nikolaus Berlakovich aus der Sanierung der Unteren Salzach aussteigen wolle. Diese läuft seit 2002 in enger Zusammenarbeit der bayerischen und österreichischen Behörden. Der Bau einer Sohlabstufung bei Triebenbach hat jetzt offenbar bessere Ergebnisse erzielt, als erwartet. "Aus schutzwasserbautechnischer Sicht kann nun sogar auf die zweite bei Anthering (FKm 55,4) geplante Rampe verzichtet werden", zitierte Erich Prechtl von der Aktionsgemeinschaft aus dem Gutachten.

"Die Sohlabstufung bei Triebenbach wurde errichtet, um eine weitere Eintiefung der Salzach und schlimmstenfalls einen Durchbruch der Sohle bis Laufen zu verhinden", erklärte der Umweltschützer. Diese Massnahme sollte von einer zweiten Sohlabstufung bei Surheim/Anthering unterstützt werden. Laut dem Gutachten sei das aber nicht mehr nötig.

Lesen Sie auch:

"Ohne Schotter fällt alles zusammen"

Kein Grund für die österreichische Regierung, ganz aus der Sanierung der Salzach auszusteigen, sind sich Prechtl und sein Sprecher-Kollege Hannes Augustin sicher. "Als sie mit der Sanierung angefangen haben, war es fünf nach zwölf. Mittlerweile ist es halb drei." Deshalb sollte aus Sicht der Aktionsgemeinschaft am besten sofort mit der Ausweitung der Salzach bei Surheim begonnen werden. "Eine Sohlabstufung ist vielleicht nicht nötig, aber wir brauchen dringend das Geschiebe", erklärten die Umweltschützer.

"Die fertige Planung für eine zweite Sohlabstufung bei Surheim befindet sich im Planfeststellungsverfahren", so Hopf zum Stand der Dinge. In Sachen Ausweitung der Salzach dagegen scheinen Grundstücksverhandlungen für die Verzögerung zu sorgen. Genau solche vermuten Prechtl und Augustin auch hinter dem angekündigten Ausstieg der Österreicher. "Der meiste Grund, der auf Salzburger Seite für die Sohlabstufung und die Ausweitung benötigt wird, gehört dem Baron Friedrich Mayr-Melnhof", weiß Augustin. Offenbar wird über Geld oder Ausgleichsflächen verhandelt. "Dieses Geld will sich unser Minister offenbar sparen."

Bevor die bayerische Seite das Gutachten aber nicht abschließend geprüft habe, werde keine Entscheidung auf irgendeiner Seite über das weitere Vorgehen bei der Salzachanierung fallen, erklärte Hopf. Auch Erich Prechtl und Hannes Augustin wollen die Zeit nutzen, um den Druck auf Behörden und Politik zu erhöhen. "Wie gesagt, es ist halb drei."

cz

Zurück zur Übersicht: Rupertiwinkel

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Mehr zum Thema

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser