Wird die Kiesgrube aufgefüllt?

"Ich bin einfach nur enttäuscht!"

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Kiesgrube Surheim
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Surheim - In einer Kiesgrube wurde jahrelang Kies abgebaut. Genauso lange ist dort nun eine große Grube. Der Besitzer würde gerne die Grube wieder auffüllen. Die Diskussion darüber verursacht mehr wie nur eine Staubwolke

Ein großes Loch gähnt den Betrachter der Kiesgrube an. Hervorgerufen durch den jahrelangen Abbau von vielen Kubikmetern Kies in den 50er - 70er Jahren. Mehrere Anträge hat der Besitzer bereits gestellt, die Kiesgrube wieder aufzufüllen. Die Gemeinde und ihre Bürger hingegen sehen das anders. Nun erfolgte ein erneuter Antrag von Stefan Heinz auf Wiederverfüllung der Grube, in dessen Rahmen auch das Landratsamt die Gemeinde aufforderte, dem Antrag zuzustimmen. 

Sachstandsbericht des Bürgermeisters

Ein Sachstandsbericht des Bürgermeisters in der Sitzung des Bau- und Umweltausschusses am 06.12.2016, in der Surheims Bürgermeister das Thema Kiesgrube und ihre Auffüllung aufgriff, sorgte nicht nur dafür, dass die Bürger noch massiver gegen die Kiesgrube stimmten, sondern auch eine Unterschriftenaktion starteten. 

Hauptkritikpunkte, die bei der Bevölkerung für Unmut sorgten waren zum Beispiel: 

  • die Anzahl von circa 70 LKW, die tagtäglich durch den kleinen Ort fahren würden im Rahmen einer Auffüllung
  • eine fehlende Zufahrt
  • ein "Nicht-Übereinstimmung" mit dem Flächennutzungsplan 
  • sowie der Vorwurf, dass Material verfüllt werden solle, dass eigentlich gar nicht verfüllt werden dürfe
    Vier Punkte von weiteren Punkten, welche die Bevölkerung gegen das Vorhaben massiv aufbrachten.

Und was sagt der Besitzer der Kiesgrube dazu? 

Sowohl der Freilassinger Anzeiger als auch BGland24.de wurden von Herrn Heinz kontaktiert, dass die Vorwürfe nicht stimmen würden. Im Freilassinger Anzeiger erschien daraufhin bereits ein Artikel, der verschiedene Punkte klarstellen sollte. Aber welche Punkte sind sozusagen falsch vermittelt oder falsch verstanden worden? 

"Ehrlich gesagt bin ich ziemlich enttäuscht, was da grade alles vor sich geht", so Stefan Heinz im Gespräch mit BGLand24.de". Und ergänzt: "1,5 Jahre wurde in den Medien über die Wiederauffüllung der Kiesgrube berichtet, aber niemand hat sich wirklich dafür interessiert. Jetzt, nach dem Sachstandsbericht während der Ausschusssitzung, in dem falsche Behauptungen genannt werden, die in keinster Weise nachvollziehbar sind, laufen die Bürger auf einmal Sturm gegen das Vorhaben".

"Nicht 70 LKW täglich, sondern circa 15-20 LKW sollen während des Auffüllungszeitraumes pro Tag fahren", so korrigiert Stefan Heinz die Vorwürfe der Gemeinde Surheim gegen seinen Plan. 

Keine Zufahrt zu dem Gelände? Auch diesen Punkt verneint Stefan Heinz vehement, schließlich erfolgt "die Anfahrt der Lkws über die B20 Abfahrt - Zubringer "An der Sur" und von dort nach gut 400 Meter in die Kiesgrube. Es erfolgt keine Anlieferung über das Dorfgebiet (alte B20)", so Heinz zu BGLand24.de. Und weiter: Die genehmigte Auffüllung der Fl.Nr. 95 erfolgt seit 2 1/2 Jahren über diese Trasse und auch die geplante Auffüllung soll dann über diese Anfahrt erfolgen". Und ergänzt: "Das ergibt sich im Übrigen auch aus den Plänen, die der Gemeinde vorliegen." 

Ein weiterer Kritikpunkt betrifft den Flächennutzungsplan, dass dieser eine Auffüllung nicht vorsehe. "Auch dieses widerspricht den Tatsachen", so Stefan Heinz und sei "durch die Gemeinde nicht belegbar". 

"Nicht genehmigtes Verfüllmaterial?" Auch hier widerspricht Stefan Heinz vehement. "Selbstverständlich wird nur Material verwendet, das den behördlichen Auflagen entspricht. Die bereits laufende Verfüllung des angrenzenden Grundstücks erfolgt ebenfalls in enger Abstimmung mit den Behörden", so Heinz im Gespräch mit BGland24.de.

Leider war bis Redaktionsschluss aufgrund des bevorstehenden Jahreswechsels kein Verantwortlicher mehr aus der Gemeinde und dem Landratsamt zu erreichen. BGLand24.de wird an diesem Thema dranbleiben und Sie auf dem Laufenden halten.

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