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Helfen liegt im Blut

Sohn holt ukrainische Familie „aus der Hölle“, Mutter nimmt sie in Surheim auf 

Margret Richter (Mitte) mit „meiner neuen Familie“ Natasiia, Misha und Lukian.
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Margret Richter (Mitte) mit „meiner neuen Familie“ Natasiia, Misha und Lukian.

Seit Montagmittag (7. März) sind Nataliia und ihre Söhne Misha (16) und Lukian (12) bei Margret Richter, der Mutter von Thomas Richter, der am Wochenende rund 40 Mütter und Kinder aus der Ukraine geholt hat und davon rund 30 am Ende nach Freilassing. „Sie haben bei mir eine Einliegerwohnung, also zwei eigene Zimmer und eigenes Bad“. 

Surheim - Schon während der Fahrt ihres Sohnes war sie mit ihm immer in Verbindung, „ich habe ihm gleich gesagt, wenn du Flüchtlinge hast, die Deutsch oder Englisch können, kannst du sie mir gerne bringen“. Gesagt, getan, am Montag stand Thomas mit einer geflüchteten Familie vor der Tür. Sie sind aus Lemberg, der Vater hat eine Spedition, ist aber derzeit zu einer regionalen Militäreinheit eingezogen, die Mutter ist Anwältin, die beiden Söhne gehen zur Schule. 

Margret Richter hat schon am Sonntag ein leeres Einleger-Apartment in ihrem Haus in Surheim vorbereitet, 70 Quadratmeter stehen der kleinen Familie nun zur Verfügung. „Als sie am Montag gekommen sind, sind wir uns alle um den Hals gefallen“, sie waren erleichtert und erschöpft zugleich von der langen Fahrt. Am Abend nach der ersten Ruhe hätten sie sich ein wenig kennengelernt, „die Buben sind ja auch goldig und wollen immer helfen, die Mutter hat sich fünfmal am Tag bedankt bis ich gesagt habe ‚es reicht, es ist eine Bereicherung für mich und ich mache es gerne‘“.

Am ersten Morgen in Surheim haben alle gemeinsam gefrühstückt, „meine Mitarbeiterinnen vom Büro haben Cookies für die Kinder gebracht“, überhaupt seien die Reaktionen in ihrem Freundeskreis nur positiv, „unter meinen Kunden sind auch Ärzte, die haben zum Beispiel sofort eine kostenlose Behandlung angeboten, falls Bedarf sein sollte“. 

Homeschooling vom Lemberg aus

Bei der Bundespolizei wurden sie noch am Montagnachmittag registriert, auch bei der Regierung von Oberbayern sind gemeldet, „aber sie brauchen ja kein staatliches Quartier, sie können hier bleiben, solange der Krieg eben dauert“. In der Max-Aicher-Akademie wollte sie die Drei schon zum Deutsch-Kurs anmelden, „aber die beiden Jungs sind noch nicht geimpft, das machen wir dann gleich morgen“. Solange das Internet in Lemberg noch funktioniert, will die Lehrerin von Misha (16) sogar eine Art Homeschooling anbieten. Ob sie dann in eine Freilassinger Schule kommen, ist noch unklar, es gebe ja keine internationale Schule, in der auf Englisch unterrichtet werde. 

Die Mutter erzählt auf Englisch, dass sie so dankbar ist, auch allen Deutschen, die sich so hilfsbereit gegenüber den Flüchtlingen aus der Ukraine zeigen. Thomas Richter sei für sie ohnehin ein Held, der sie aus der Ukraine herausgeholt hat. Für ein längeres Gespräch haben die Drei nicht wirklich Zeit, sie wollen Thomas Richter beim „packeln“ helfen, also beim Zusammenstellen von Hilfspaketen für seine nächste Hilfstour“. 

hud