„Es hat ausgesehen wie auf einem Schlachtfeld“

Schafherde angegriffen und Hase getötet: Offenbar streunender Hund wütet in Obersurheim

Verletztes Mutterschaf nach Hunde-Attacke in Obersurheim
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Stephanie und Rupert Geischeder versorgen das Mutterschaf, dem bei der Hunde-Attacke der Schwanz abgebissen wurde.

Obersurheim - Ein offenbar streunender Hund hat in der Nacht zum vergangenen Sonntag in Obersurheim eine Schafherde angegriffen und zwei der Tiere schwer verletzt. Bei einem weiteren Anwesen wurde ein Hasenstall umgeworfen und ein Hase getötet.

„Ich bin am Samstag-Nacht gegen halb zwei Uhr durch lautes und andauerndes Hundegebell wach geworden“, berichtet Dr. Rupert Geischeder. Seine acht Schafe halten sich in einem eingezäunten Bereich auf, der unmittelbar an sein Wohngebäude angrenzt. Einem schlimmen Verdacht folgend, machte er sich zusammen mit seiner Ehefrau Stephanie auf, um nach dem Rechten zu sehen.


„Einige der verschreckten Schafe waren in den nahen Stall geflüchtet, ein Lamm fanden wir unter einer freistehenden Eiche“, erzählt Geischeder. Auch der Hund, den er ‚vom Eindruck her‘ als Husky-Mischling beschreibt, hielt sich noch im Blickfeld der Schafbesitzer auf und drängte zwei Mutterschafe am Nachbargrundstück in eine Ecke. Beim näheren Augenschein stellte sich heraus, dass das Lamm am Bein verletzt war und einem Mutterschaf der Schwanz bis fast an die Wurzel abgebissen worden war.

Ein Glücksfall, dass Stephanie Geischeder promovierte Tierärztin ist und so die Wunden sofort behandeln konnte. Während der Verarztung näherte sich auch wieder der Hund, so dass sich Rupert Geischeder veranlasst sah, die Polizei zu verständigen. Bei deren Eintreffen war allerdings von dem Streuner nichts mehr zu sehen. Da auch weitere Nachforschungen bisher erfolglos blieben, wandten sich die Schafhalter via Facebook-Gruppe an die Öffentlichkeit: „Wäre schön, wenn sich der Hundebesitzer bei uns meldet.“ Rupert Geischeder fügt hinzu: „Was mich fast noch mehr ärgert, als die Verletzungen unserer Tiere und der entstandene Schaden ist die Tatsache, dass der Hundebesitzer offenbar zu feige ist, sich bei uns zu rühren.“


Hasenstall umgeworfen und Tier getötet

Zwischenzeitlich wurde bekannt, dass in derselben Nacht auch beim Anwesen der Familie Hainz, ebenfalls Obersurheim, wahrscheinlich derselbe Hund mit brachialer Gewalt gewütet hat. Dabei wurde ein stabiler und gesicherter Hasenstall umgeworfen und aufgebissen. Einen der beiden Stallhasen fanden die Besitzer tot vor.

„Es hat ausgesehen wir auf einem Schlachtfeld“, schildert Johann Hainz die Szenerie und fügt hinzu: „Es war der Lieblingshase meiner Enkelkinder.“ Er und Rupert Geischeder bitten die Bevölkerung um Mitteilung, sollte es weitere Schadensfälle oder verdächtige Wahrnehmungen in der Nacht zum Sonntag gegeben haben.

Norbert Höhn

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