Tradition:

Palmbuschen-Werkstatt an der Grundschule

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Nach getaner Arbeit freuen sich die Schüler und ihre Helfer über die gelungenen Palmbuschen. Vorne rechts Schulleiter Franz Eder und der Vorsitzende des Surheimer Obst- und Gartenbauvereins Simon Maier.

Saaldorf-Surheim - Viertklässler lernten alten Brauch der Palmbuschen kennen. Durch tatkräfige Unterstützung duch örtliche Gartenbauvereine entstanden kleine Kunstwerke.

Es gehört schon zur guten Tradition, dass die örtlichen Gartenbauvereine vor den Osterferien an die Grundschule kommen, um mit den Viertklässlern zusammen Palmbuschen zu binden. Die Kinder lernen dabei nicht nur das Handwerk des Bindens kennen, sondern sie erfahren auch allerhand Wissenswertes über den alten Brauch. Reges Treiben herrschte im Mehrzweckraum der Surheimer Schule am letzten Tag vor den Ferien. Gartenbauvereins-Vorsitzender Simon Maier und seine Helfer waren gekommen, um zusammen mit den 27 Viertklässlern Palmbuschen zu binden. Mitgebracht hatten sie alles, was man dazu braucht: Verschiedene Arten von Palmkätzchen, Buchs-, Wacholder- und Zedernzweige, Gerten der Salweide zum Binden, Haselstöcke und das nötige Werkzeug. „Woran erinnert der Brauch des Palmbuschen-Tragens?“ Viele Schüler wussten natürlich, dass die Christen damit des Einzugs Jesu in Jerusalem gedenken, wo ihm die Menschen mit Palmzweigen zugejubelt hatten. „Weil in Nordeuropa keine Palmen wachsen, hat man sie durch die früh blühenden Weidekätzchen und immergrüne Zweige ersetzt“, erklärte Simon Maier.

Die Kinder erfuhren auch, welche Bedeutung und Heilwirkung den Pflanzen zugeschrieben wird, die für Palmbuschen verwendet werden. Nicht fehlen durfte der Hinweis über die Giftwirkung von Buchs und vor allem der Eibe, „die sogar Pferde umbringen kann“. 450 Arten von Weiden gibt es und der Name stamme vom altdeutschen Wort „Wida“ ab, was sich mit „die Biegsame“ übersetzen lässt. „Nach der Weihe am Palmsonntag findet der Palmbuschen im Herrgottswinkel oder in Feld und Garten seinen Platz, wo er vor Unheil schützen soll“, beschrieb Simon Maier den Brauch. Nach der Brauchtumskunde ging es an die praktische Arbeit, die doch einiges an handwerklichem Geschick erforderte. Mit tatkräftiger Unterstützung von Schülereltern und den Fachleuten vom Gartenbauverein entstanden nach und nach die prächtigen Palmbuschen. „Es geht nicht um Schönheitspreise, sondern um den Stolz und die Freude der Kinder, den Buschen selber gebunden zu haben“, hob Simon Maier den pädagogischen Wert der Aktion hervor. Dieser Stolz war nicht nur zu sehen, sondern auch zu spüren, als die Schüler nach getaner Arbeit ihre „Werke“ gemeinsam herzeigten. Angetan von der gelungenen Aktion zeigte sich auchSchulleiter Franz Eder: „Kinder sollen von Erwachsenen lernen, dieses zentrale Anliegen unserer Schule haben wir heute wieder erfolgreich umsetzen können.“

nh

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