"Sauguada Chef" verabschiedet sich

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von links: 2. Bürgermeister Franz Singhartinger, der neue Ehrenbürger Ludwig Nutz, seine Gattin Anni und 3. Bürgermeister Albert Gaugler bei der Verleihung.

Saaldorf-Surheim - Nicht nur für einige Gemeinderäte hieß es nun Abschied nehmen. Auch Bürgermeister Ludwig Nutz macht nach 18 Jahren Platz für seinen Nachfolger.

Ganz im Zeichen des Abschiednehmens stand die letzte Sitzung des Saaldorf-Surheimer Gemeinderates in dieser Wahlperiode. Acht ausscheidende Gemeinderäte und Bürgermeister Ludwig Nutz wurden würdevoll verabschiedet.

Zum Ehrenbürger ernannt

18 Jahre hat Ludwig Nutz als Bürgermeister die Gemeinde Saaldorf-Surheim mit großem Engagement geleitet. Bei der letzten Sitzung des Saaldorf-Surheimer Gemeinderates in der nun endenden Wahlperiode wurde er nun auf einstimmigen Beschluss des Gemeinderates zum Ehrenbürger und zum Altbürgermeister der Gemeinde Saaldorf-Surheim ernannt.

Zur letzten Sitzung konnte Ludwig Nutz auch den Träger der Bürgermedaille und ehemaligen zweiten Bürgermeister Franz Rehrl begrüßen sowie die Gattin des 2. Bürgermeisters Mathilde Singhartinger und seine eigene Gattin Anni Nutz. In seiner 18-jährigen Zeit als Bürgermeister hat Ludwig Nutz circa 220 Gemeinderatssitzungen und ebenso viele Bauausschusssitzungen geleitet dazu kommen noch die übrigen Ausschüsse wie Hauptausschuss, Verkehrsausschuss und Finanzausschuss. Die letzte Sitzung nun fühlt sich schon etwas komisch an, aber alles hat seine Zeit, so der scheidende Bürgermeister.

Vor der Verabschiedung der ausscheidenden Gemeinderäte gab Ludwig Nutz einen Rückblick auf die letzten 18 Jahre. Die kommunale Selbstverwaltung stattet die Gemeinden mit viel Handlungs- und Gestaltungsspielraum aus. Der Gemeinderat ist oberstes Entscheidungsgremium der Gemeinde und die Kommunalpolitik ist die „Königsdisziplin der Demokratie“ sagte Ludwig Nutz. Die Gemeinderäte agieren nicht fern in einem Regierungsviertel, sondern die Politik erfolgt hautnah am Bürger und das macht sie auch spannend. Alle Entscheidungen des Gemeinderates wurden und werden unmittelbar in ihren Auswirkungen sichtbar. Der Gemeinderat ist ein Verwaltungsgremium und keine Opposition. Es war das Selbstverständnis des Saaldorf-Surheimer Gemeinderates mit der Verwaltung und dem Bürgermeister Sachprobleme in demokratischer Manier zu bewältigen. Die Diskussionskultur war fair und menschlich, so Ludwig Nutz. Es gab keine Fraktionsbildung, das zeigt, dass nicht ideologische Parteipolitik im Vordergrund stand, sondern die sachgerechte Behandlung aller Angelegenheiten mit Herz und Verstand innerhalb der rechtlichen Möglichkeiten. Der Bürgermeister dankte dem Gemeinderat, dass er in besonderer Weise Verantwortung übernommen hat, für die Fortentwicklung der Gemeinde, für die Gemeinschaft und das Lebensumfeld und für viele ehrenamtliche Stunden. Ihr habt das Vertrauen der Bürger gerechtfertigt, sagte Ludwig Nutz zu den ausscheidenden Gemeinderäten. Persönlich bedankte er sich für die menschliche und freundschaftliche Art des Umgangs miteinander, für das große Vertrauen und die Unterstützung und hervorragende Zuarbeit. Vertrauen in die gegenseitige Arbeit ist eine der wichtigsten Voraussetzungen, um das Leben in der Gemeinde lebens- und liebenswert zu gestalten. Der Gemeinderat kann stolz sein, auf die Entwicklung, die die Gemeinde in den letzten Jahrzehnten genommen hat, so der scheidende Bürgermeister.

Viele Pläne wurden umgesetzt

Es konnten viele wichtige Vorhaben verwirklicht werden in allen Bereichen. Ludwig Nutz nannte den Bau des Altenpflegeheimes in Surheim, die Ortsumfahrung von Obersurheim mit der Eisenbahnüberführung, viele Gewerbeansiedlungen, die Dorferneuerungen von Saaldorf und Surheim, der Radwegebau, die Fertigstellung der Mehrzweckhalle Saaldorf mit dem Anbau des Probenraumes für die Musikkapelle Steinbrünning und der Mietwohnungsbau durch die Wohnbaugenossenschaft Rupertiwinkel, um nur einige zu nennen. Auch im Straßen- und Kanalbau konnten die vorgegebenen Ziele fast alle erreicht werden, ebenso bei der Ausweisung von Baugebieten und beim Bauland für junge Familien. Bei der Steuer- und Umlagekraft ist die Gemeinde Saaldorf-Surheim mit an der Spitze im gesamten Landkreis, so Ludwig Nutz.

Verabschiedung der Gemeinderäte

Mit herzlichen und sehr persönlichen Worten verabschiedete dann Ludwig Nutz die ausscheidenden Gemeinderäte. Johann Bamberger gehörte dem Gremium von 2008 bis 2014 an. Er war Mitglied in verschiedenen Ausschüssen und Umweltreferent. In Energiefragen zeigte er sich technisch versiert und war bei Gutachten immer beratend zur Stelle.

Erwin Rottler gehörte dem Gemeinderat von September 2007 bis 2014 an. Er war Mitglied im Verkehrs- und Rechnungsprüfungsausschuss. Mit seinem Sachverstand in energetischen Fragen hat er viel zur Meinungsbildung beigetragen. Bamberger und Rottler wurden mit einer Urkunde und dem Bayerischen Löwen geehrt.

Gabriele Häusl gehörte dem Gemeinderat von 2002 bis 2014 an. Sie war Mitglied im Haupt- und Finanzausschuss und durch ihre berufliche Tätigkeit bei einer Bank hatte sie viel Publikumsverkehr. Die Entscheidungen des Gemeinderates hat sie immer vorbildlich nach außen hin vertreten. Für ihr Engagement wurde sie mit dem Gemeindetaler, einer Urkunde und dem „Bayerischen Löwen“ ausgezeichnet.

Auch Theresia Heinz gehörte dem Gemeinderat von 2002 bis 2014 an. Sie war Mitglied im Verkehrsausschuss. Sie hatte gute Verbindungen zur Kirche und zur Landwirtschaft und hat durch viele Gespräche mit den Bürgern ihre Anregungen ausgleichend im Gemeinderat eingebracht. Ihr Mandat hat sie stets ernst genommen. Auch für Theresia Heinz gab es eine Urkunde, den Gemeindetaler und den Bayerischen Löwen.

Ebenfalls von 2002 bis 2014 war Norbert Höhn im Gemeinderat vertreten. Er war Mitglied im Bau- und Umweltausschuss und hat aktiv im Gemeinderat mitgearbeitet, auch wenn nicht alle seiner Anregungen und Anträge umgesetzt werden konnten. Er konnte an der Verabschiedung nicht teilnehmen, da er sich mit den Grünen auf einer Berlinfahrt befand. Schriftlich ließ er seine Grüße ausrichten und er dankte dem Bürgermeister und dem Gemeinderat für das sachorientierte Miteinander im Gremium.

Anton Kern gehörte dem Gemeinderat von 1996 bis 2014 an. Er war Mitglied im Haupt- und Finanzausschuss und ein wichtiger Ansprechpartner und Fachmann in allen Bereichen der Landwirtschaft. Er war vielfältig aktiv als Landtagsabgeordneter ist heute noch Kreisbauernobmann und Vorsitzender der Jagdgenossenschaft Saaldorf. Durch seine guten Verbindungen zu den Ministerien war er ein Glücksfall für die Gemeinde Saaldorf-Surheim. Auch er wurde mit dem Gemeindetaler, der Urkunde und dem Bayerischen Löwen ausgezeichnet.

Als längstgedienter Gemeinderat war Franz Rehrl von 1990 bis 2014 im Gremium vertreten. Er war Mitglied im Bau- und Umweltausschuss mit viel Sachverstand. Durch seine berufliche Tätigkeit war vielfach „Blitzableiter“ für die Bürger, er vertrat klar seine Meinung im Gemeinderat und auch nach außen hin. Rehrl war einer der fleißigsten Sitzungsteilnehmer. Auch ihm wurden die obligaten Ehrungen zuteil.

Nicht zuletzt verabschiedete Bürgermeister Ludwig Nutz seinen Stellvertreter 2. Bürgermeister Franz Singhartinger. Er gehört seit 1996 dem Gemeinderat an und war von 2008 bis 2014 zweiter Bürgermeister. Er war Mitglied im Bau- Haupt- und Finanzausschuss. Ludwig Nutz lobte ihn als absolut zuverlässigen Vertreter, der immer ein klares Urteil und eine klare Meinungsäußerung an den Tag legte. Er zeigte Pragmatismus, Augenmaß und war jederzeit loyal als Vertreter des Bürgermeisters. Er war vielfältig aktiv in den Ortsvereinen, bei der Kirchenverwaltung und er war immer Organisator der Dorffeste und beim Maibaumaufstellen. Die Zusammenarbeit mit ihm war absolut vertrauensvoll und Singhartinger hat alle Entscheidungen im Gemeinderat auch nach außen hin mitgetragen, so Ludwig Nutz. Für sein großartiges Engagement hat der Gemeinderat einstimmig beschlossen, Franz Singhartinger mit der Bürgermedaille auszuzeichnen. Diese überreichte ihm Bürgermeister Ludwig Nutz mit der Ehrenurkunde der Gemeinde. Außerdem gab es einen Blumenstrauß für seine Gattin Mathilde, die ihn während seiner Amtszeit oft entbehren musste. Franz Singhartinger ist somit der sechste noch lebende Träger der Saaldorf-Surheimer Bürgermedaille. Die Ehrung bedachten die Gemeinderäte mit großem Beifall.

Nach 18 Jahren in den Ruhestand

Franz Singhartinger nahm dann die Verabschiedung und Ehrung für den ersten Bürgermeister Ludwig Nutz vor.

"Vor 18 Jahren wurdest du zum ersten Mal zum 1. Bürgermeister der Gemeinde Saaldorf-Surheim gewählt und die Bürgerinnen und Bürger haben deine hervorragende Arbeit sehr geschätzt," so Singhartinger. "Du hättest auch ein viertes Mal den Bürgermeister geschafft, aber du hast selbst gesagt, wenn es am schönsten ist, soll man aufhören. Ich glaube du machst das ganz richtig," sagte Franz Singhartinger zum scheidenden Bürgermeister. Er schilderte den Werdegang von Ludwig Nutz, der bereits 1984 in den Gemeinderat gewählt wurde und somit seit 30 Jahren aktiv in der Gemeindepolitik erfolgreich tätig ist. Bereits von 1990 bis 1996 war Nutz 2. Bürgermeister als Nachfolger von Jakob Rehrl. Von 1996 an bis zum heutigen Tag ist er nun erster Bürgermeister der Gemeinde Saaldorf-Surheim, für die er sich großartig engagiert hat und sich somit große Verdienste erworben hat. Zudem ist Nutz seit 1996 Kreisrat und dies bleibt er auch weiterhin. Auch überregional war Ludwig Nutz aktiv, als Verbandsvorsitzender der Surgruppe, Aufsichtsratsvorsitzender der Raiffeisenbank Rupertiwinkel, Aufsichtsrat der Kreiskliniken Berchtesgadener Land und Traunstein und als Vorstand des Zweckverbandes Gewerbeflächenmanagement. In seiner Amtszeit wurden drei Kindergärten neu gebaut, der Bauhof zweimal erweitert, die Mehrzweckhalle Saaldorf saniert und nach dem Brand die Turnhalle Surheim saniert. Auch der Bau der neuen Sporthalle fiel in seine Amtszeit. Der Ausbau der Staatsstraße 2104 schritt zügig voran und es konnten viele Radwege gebaut werden. Seinem Verhandlungsgeschick war es auch zu verdanken, dass steuerkräftige Unternehmen und Gewerbebetriebe in der Gemeinde angesiedelt werden konnten. Allseits bekannt ist auch, dass Ludwig Nutz ein großer Förderer der Ortsvereine ist und war. Durch seine kompetente und menschliche Art und sein vorbildliches Engagement konnte er sich in der Gemeinde großer Wertschätzung erfreuen, so Franz Singhartinger. Von der Gemeindeverwaltung ließ Franz Singhartinger ausrichten, dass Ludwig Nutz immer ein „sauguada Chef“ war. "Mir bleibt in dieser Stunde, lieber Ludwig, dir zu danken für deine Arbeit, deinen Einsatz, für die gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit dem Gemeinderat, der Verwaltung, aller Gemeindebeschäftigten", sagte Franz Singhartinger. "Auch persönlich möchte ich dir noch ganz herzlich danken und ich wünsche dir noch viele Jahre im wohlverdienten Ruhestand, oder auch Unruhestand bei guter Gesundheit," so Franz Singhartinger.

Dann sagte Franz Singhartinger, dass der Gemeinderat einstimmig beschlossen hat, Ludwig Nutz das Prädikat „Ehrenbürger der Gemeinde Saaldorf-Surheim und den Titel Altbürgermeister zu verleihen“. Ich glaube, dies ist schon ein historischer Tag, so Franz Singhartinger. Er überreichte Ludwig Nutz die Urkunde und das Geschenk des Gemeinderates, der Verwaltung, des Bauhofes und aller Mitarbeiterinnen der Kindergärten. Mit stehendem Beifall honorierten die Gemeinderäte die Ernennung von Ludwig Nutz zum Ehrenbürger. Er ist der vierte noch lebende Ehrenbürger neben, Christian Eder, Peter Auer senior und Agapitus Bankosegger.

Ludwig Nutz zeigte sich ergriffen, von der großen Ehre, die ihm zu Teil wurde, womit er eigentlich nicht gerechnet hatte. Rückschauend sagte er, dass es damals schon der Überredungskunst einiger Personen bedurfte, ihn zur Kandidatur als Bürgermeister zu bewegen, als Nachfolger der „Institution Albert Rott“, was ihm viele schlaflose Nächte bereitete. Ich habe meine Entscheidung nie bereut, es war eine fordernde, lebendige und spannende Zeit. Er dankte dem Gemeinderat und der Verwaltung, die ihn immer hervorragend unterstützt haben. Auch seinen Vertretern dankte der Bürgermeister für die vertrauensvolle und harmonische Zusammenarbeit. In seine Dankesworte schloss er seine Sekretärin Lisi Niederstrasser besonders ein, die immer zur Stelle war, wenn sie gebraucht wurde, die ein hervorragendes Organisationstalent hat und ihn immer tatkräftig unterstützt hat. Sein Dank galt auch seiner Ehefrau und der Familie, die oft auf ihn während seiner langen Amtszeit verzichten mussten. Seinem Nachfolger im Bürgermeisteramt Bernhard Kern wünschte er Mut, Glück und Geschick sowie Gottes Segen für seine bald beginnende Amtszeit.

Mit einem gemeinsamen Abendessen klang die würdige Verabschiedung harmonisch aus.

pw

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