Saaldorf-Surheim unterstützt mit Geld aus Sozialfond

Großzügige Spende an Hospizverein und Lebenshilfe

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Freuen sich über die Spenden: Erster Bürgermeister Bernhard Kern, Oswald Lerach, 1. Vorsitzender der Lebenshilfe BGL, Albert Gaugler

Saaldorf-Surheim - Seit 2009 unterhält die Gemeinde einen Sozialfond. Dieses Jahr konnten sich sowohl der Hospizverein als auch die Lebenshilfe, beide aus dem Berchtesgadener Land, über eine Spende von 1.000 Euro freuen.

Die Idee, einen gemeindlichen Sozialfond einzurichten, entstand 2009 im Gemeinderat. Damals hatte die Surheimer Dorfgemeinschaft entschieden, einen jährlichen Adventsmarkt zu veranstalten und 50 Prozent der Gewinn-Einnahmen für bedürftige Mitbürger zu spenden

Zwischenzeitlich wird der Fond auch aus weiteren Quellen gespeist und ermöglicht somit, neben Einzelfallhilfe auch gemeinnützige Hilfseinrichtungen zu unterstützen. Auf Einladung von Bürgermeister Bernhard Kern waren Dr. Henner Kraus, 1. Vorsitzender des Hospizvereins BGL und Oswald Lerach, 1. Vorsitzender der Lebenshilfe BGL ins Saaldorfer Rathaus gekommen, um über ihre Arbeit zu berichten und die Spende in Empfang zu nehmen. Anwesend waren auch Resi Heinz und Albert Gaugler, die nicht nur den Adventsmarkt organisieren, sondern auch über die Vergabe der Gelder mitentscheiden.

Hospizverein mit über 300 Mitgliedern

Wir wollen Sterbenden ermöglichen, dass sie zuhause bleiben können und damit auch die Angehörigen entlasten“, beschrieb Dr. Kraus die Motivation und Arbeit der ausschließlich ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer des Hospizvereins. Vor 20 Jahren ins Leben gerufen, umfasst die Organisation zwischenzeitlich 300 Mitglieder, davon 50 aktive Sterbebegleiterinnen. Vor elf Jahren ist auf Initiative der Stadt Bad Reichenhall eine Palliativstation mit vier Betten im Reichenhaller Krankenhaus hinzugekommen. Dort können unheilbar Kranke umfassend betreut und medizinisch versorgt werden. 

Im „Netzwerk Hospiz“, das die Landkreise Berchtesgadener Land und Traunstein umfasst, sind zwischenzeitlich auch Brückenschwestern im Einsatz. Die examinierten Pflegekräfte mit Zusatzausbildung gewährleisten eine fachgerechte ambulante Versorgung schwer oder unheilbar kranker Menschen in ihrer häuslichen Umgebung. Vor drei Jahren kam die „Spezialisierte ambulante Palliativ-Versorgung“ (SAPV) hinzu, die für die ambulante Betreuung besonders schwerer Fälle gedacht ist. 

Pläne in Bernau

Vervollständigt wird das Netzwerk durch ein stationäres Hospiz mit zehn Betten, das demnächst in Bernau entstehen soll und auch den Landkreis Rosenheim einschließt. „Mit dem Hospiz sind dann alle Versorgungsstufen unseres Netzwerkes besetzt“, stellte Dr. Henner Kraus nicht ohne Stolz fest. Er wies auf das Stadt-Land-Gefälle bei der Palliativversorgung hin: „Im Unterschied zu Ballungszentren greift im ländlichen Raum die Nachbarschaftshilfe noch relativ gut. Umso mehr bedanke ich mich bei der Gemeinde für die großzügige Spende.“ Abschließend appellierte Dr. Kraus: „Machen sie den Menschen Mut! Sagen sie ihnen, dass sie zuhause bleiben dürfen und dort bestens von unserer Organisation versorgt werden!“

Der letzte "weiße Fleck" beseitigt

Hocherfreut über die Zuwendung zeigte sich auch Oswald Lerach, Vorsitzender der Lebenshilfe BGL. „Wir freuen uns über jede Spende die eingeht, denn wir können das Geld gerade derzeit notwendig gebrauchen.“ Mit dem gerade fertig gestellten Wohnheim in Berchtesgaden sei der letzte „weiße Fleck“ im Landkreis beseitigt worden. Dazu habe der Verein nahezu eine Million Euro an Eigenmitteln aufbringen müssen. 

Es werden zunehmend mehr Menschen versorgt

Im gesamten Landkreis unterhält die Lebenshilfe zwischenzeitlich fünf Wohnheime für behinderte Menschen. Hinzu kommt die Einrichtung für Schwerst- und Mehrfachbehinderte in Adelstetten, in der 30 Bewohner betreut werden. In Anger unterhält die Lebenshilfe eine Förderstätte, in der 34 Personen betreut werden. „Wir versorgen zunehmend mehr Menschen, die aufgrund von Unfällen oder Krankheiten, wie Schlaganfällen, Hilfestellung benötigen“, wies Lerach auf eine weitere Herausforderung seiner Organisation hin. 

Ziel sei es, diese Menschen so weit zu fördern, dass es ihnen möglich werde, eines Tages in der Werkstätte für behinderte Menschen (WfbM) in Piding zu arbeiten. Die Aussichten, dies zu erreichen, seien allerdings ziemlich gering. Andererseits sei es erfreulich, dass es immer wieder gelinge, behinderte Menschen außerhalb der Wohnheime in einer Art betreutem Wohnen unterzubringen und ihnen damit ein Höchstmaß an autonomer Lebensgestaltung zu ermöglichen. In der Pidinger Werkstätten GmbH der Lebenshilfe BGL werden derzeit 245 Menschen betreut. 

Bürgermeister Bernhard Kern bedankte sich abschließend für die Informationen und wies darauf hin, dass die Gemeinde selbst Mitglieder der Lebenshilfe BGL sei.

Norbert Höhn

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