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Ein Jahrzehnt nach erstem Bauabschnitt der St2104

Riesige Entlastung für Anwohner: Regierung genehmigt Ortsumfahrung Neusillersdorf

Ortsumfahrung Neusillersdorf zweiter Bauabschnitt Ausbau St2104 Saaldorf Surheim
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Derzeit verläuft der ganze Verkehr noch durch den kleinen Ortsteil Neusillersdorf. Das soll sich mit der Ortsumfahrung ändern.

Endlich ist es fix: Der weitere Ausbau der St2104 und damit die Ortsumfahrung von Neusillersdorf kann umgesetzt werden. Wann der Bau starten soll und wie die Umfahrung aussieht, hat die Regierung von Oberbayern nun festgelegt.

Saaldorf-Surheim - Seit wann eigentlich an der Ortsumfahrung Neusillersdorf geplant wird? Daran kann sich auch Bürgermeister Andreas Buchwinkler auf Anhieb nicht genau erinnern. Die Planungen um den Ausbau der Staatsstraße 2104 laufen auf jeden Fall schon lange.

Während der erste Ausbauabschnitt der St2104 bereits 2010 fertiggestellt wurde, hat die Regierung von Oberbayern jetzt auch den Planfeststellungsbeschluss für die Ortsumfahrung von Neusillersdorf freigegeben. Sofern keine fristgerechten Klagen eingereicht werden, steht dem Bau damit nichts mehr im Wege.

Baubeginn Ortsumfahrung Neusillersdorf: Frühjahr 2023

Seit Frühjahr 2020 werden „vorab herzustellende Ausgleichsmaßnahmen“ aus „artenschutzrechlichen Gründen“ umgesetzt, wie Christian Rehm, Leiter des Staatlichen Bauamts Traunstein, erklärt. Die Ausgleichsmaßnahmen „haben eine Entwicklungszeit von bis zu drei Jahren“, deswegen könne man im Frühjahr 2023 mit den Baumaßnahmen beginnen. Mit anderen Worten: Bis dahin ist auch die Haselmaus umgezogen.

2022 wird der Bau vorbereitet, so Rehm, also die Planung der Ausführung und eine „europaweite Ausschreibung der Bauleistungen des rund 10 Millionen Euro teuren Projekts“. Anfangen werde man voraussichtlich mit den Brückenbauwerken und im Anschluss werde der Streckenbau realisiert. Doch: „Der genaue Bauablauf wird im Rahmen der Bauvorbereitung erst noch entwickelt und wird vor Baubeginn in der Gemeinde vorgestellt“, so Rehm. Das Staatliche Bauamt rechnet mit einer Bauzeit von rund zwei Jahren.

Im Frühjahr 2023 sollen die Straßenarbeiten beginnen. Die neue St2104 verläuft dann nördlich von Neusillersdorf und mündet in einen Kreisverkehr bei der Ortseinfahrt zu Saaldorf.

Nördliche Umfahrung von Neusillersdorf

Im Rahmen der Ausbaumaßnahmen der St2104 zwischen dem Ort Berg und der Abfahrt nach Maulfurth wird im zweiten Bauabschnitt die Ortsumfahrung Neusillersdorf umgesetzt. „Durch den geplanten Ausbau mit Verlegung wird der Straßenzug den verkehrlichen Erfordernissen angepasst“, heißt es in dem Planfeststellungsbeschluss. Mit einer Gesamtlänge von 1,93 km beginnt die Umfahrung „östlich des Weilers Berg, umfährt den Weiler Neukling nördlich und verläuft anschließend durch die ehemalige Kiesgrube. Sie umfährt die Bebauung von Neusillersdorf nördlich und kreuzt die Gemeindeverbindungstraße Saaldorf circa 15 m nördlich der bestehenden Einmündung. Östlich des Knotenpunkts schließt die St 2104neu an den Ausbauabschnitt 1 der St2104 an.“

Fahrradweg auf alter St2104

Die alte St2104 wird zur Ortsstraße herabgestuft, wie Bürgermeister Buchwinkler erklärt. Hier wird ein durchgehender Geh- und Radweg gebaut. Die Umfahrung ist ein Gewinn für die Gemeinde. Man sei zufrieden, so Buchwinkler. Denn die Anwohner Neusillersdorfs seien nicht mehr dem täglichen Schwerverkehr ausgesetzt. In den Unterlagen aus dem Straßenbauamt rechnet man mit etwa 5.000 Fahrzeugen, die innerhalb eines Tages den Straßenbereich befahren und durch die Umfahrung wegfallen. Auch die Sicherheit insbesondere der Schulkinder steige.

St2104: Tierschutz und Grunderwerb ziehen Bau in die Länge

Der zweite Bauabschnitt des Ausbaus der St2104 zieht sich seit Jahren in die Länge. Zeitweise gab es Probleme, den nötigen Grund zu erwerben wie Bürgermeister Buchwinkler erklärt. Ein Großteil des Grunderwerbs sei jedoch mittlerweile abgeschlossen. Dann griff die Naturschutzbehörde der Regierung von Oberbayern ein.

Durch den Ausbau der Staatsstraße entstehe für die vorkommenden Tierarten „eine erhebliche Beeinträchtigung durch Überbauung und Zerschneidung von Lebensraum“. So konnten in der Kiesgrube, durch die auch die neue Umfahrung laufen wird, Zauneidechsen und Haselmäuse nachgewiesen werden. Auch Gelbbauchunken laichten zumindest in der Vergangenheit in Bereichen der Kiesgrube. Deswegen werden die Ausgleichsmaßnahmen zum Artenschutz durchgeführt.

Insbesondere die Schutzmaßnahmen für die Haselmaus laufen schon seit 2020. Weitere wesentliche Maßnahmen sind laut Planfeststellungsbeschluss „die Schaffung sicherer Querungsmöglichkeiten im Bereich von wichtigen Flugrouten und Jagdgebieten von Fledermäusen, die vorzeitige Anlage von Haselmaus-, Zauneidechsen- und Goldammer-Lebensräumen, die vorzeitige Anlage von Laichgewässern für die Gelbbauchunke sowie der Einbau von Amphibiendurchlässen und -leiteinrichtungen.“

ce

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