Bauausschuss der Gemeinde Saaldorf-Surheim

Bauausschuss: Neue Pläne für die Kläranlage

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Bürgermeister Bernhard Kern erläutert den Gemeinderäten die Auffüllpläne von Stefan Heinz

Saaldorf-Surheim -  Am Montag traf sich der Bauausschuss der Gemeinde. Neben vielfach einstimmig angenommenen Bauanträgen, gibt es auch neue Pläne für die Kläranlage.

Vor der letzten Sitzung des Saaldorf-Surheimer Bauausschusses besichtigte der Gemeinderat die Kläranlage in Saaldorf. Bürgermeister Bernhard Kern konnte dazu Klärwärter Josef Czech und Bautechniker Heinrich Hinterseer von der Gemeinde begrüßen. Czech stellte den Gemeinderäten die Anlage vor. Es handelt sich um eine biologische Kläranlage mit dem Baujahr 1974. Im Jahr 1989 erfolgte eine Ausstattung mit Teichbelüftern für den Sauerstoffeintrag. 2002 wurde die Anlage erneut ertüchtigt. Es wurden ein Regenrückhaltebecken mit einem Fassungsvermögen von 1800 Kubikmeter sowie ein Fangebecken mit 510 Kubikmeter Volumen errichtet. Des Weiteren wurde im Jahr 2005 ein Grobrechen zur Entfernung von Feststoffen eingebaut. Zur Zeit sind in Saaldorf 1250 Einwohnergleichwerte an die Kläranlage angeschlossen, so Josef Czech. Bautechniker Heinrich Hinterseer erklärte, dass Saaldorf zur Zeit im Mischsystem entwässert wird, das bedeutet, dass das Ab- und Straßenwasser sowie das Regenwasser komplett in die Kläranlage eingeleitet wird. Der Abwasserdurchfluss liegt bei rund 102.000 Kubikmetern. Bürgermeister Bernhard Kern erklärte, dass eine Reduzierung des Abwasserdurchflusses nur durch eine Trennung in Schmutz- und Regenwasser reduziert werden kann.

Die Gemeinde ist aus gesetzlicher Sicht gezwungen, eine solche Trennung vorzunehmen, wie sie bei der Kläranlage Surheim bereits vorhanden ist. In den kommenden Jahren steht die Gemeinde vor der Herausforderung, die Kläranlage nachzurüsten, oder es kann aber auch über eine Anbindung nach Siggerwiesen nachgedacht werden, die Kläranlage des Reinhalteverbandes im Großraum Salzburg. Dazu haben im November mit der Geschäftsleitung der Kläranlage Siggerwiesen sowie den Bürgermeistern von Anthering und Nussdorf stattgefunden. Am 12.12.2014 hat die Verbandsversammlung des Reinhalteverbandes beschlossen, dass ein Anschluss von Saaldorf-Surheim nach Siggerwiesen möglich wäre. Es besteht für Saaldorf-Surheim jedoch kein Zwang das Abwasser dorthin abzuleiten, diesbezüglich finden auch Verhandlungen mit der Stadt Freilassing statt. Auf Grund von vielen Schäden am Kanalsystem in Saaldorf ist die Gemeinde gezwungen eine Trennung des Mischwassers vorzunehmen. Es bestünde deshalb die Möglichkeit, mittelfristig die Erdklärbecken und Kläranlagen in Saaldorf und Surheim aufzulösen und sich um eine gute, sinnvolle und wirtschaftliche Abwasserbehandlung und Reinigung zu bemühen, so der Bürgermeister.

Einen Bauantrag stellte Ludwig Streitwieser aus Ragging. Er will bei seinem bestehenden landwirtschaftlichen Betrieb in Ragging Nr. 9 die Jungviehstallung erweitern und Außenliegeboxen errichten. Die Erweiterung der Jungviehstallung hat Ausmaße von 23,23 mal 6,20 Meter und der zweite Anbau für die Außenliegeboxen solche von 12,20 mal 10,79 Meter wobei hier nur ein Teil überdacht ist. Das Bauvorhaben findet sich baurechtlich im Außenbereich, es ist jedoch privilegiert, da Streitwieser Landwirt im Haupterwerb ist. Dem Bauantrag gab der Bauausschuss einstimmig sein Einvernehmen.

Die Katholische Kirchenstiftung St. Martin Saaldorf beabsichtigt Sanierungsarbeiten an der Filialkirche St. Jakobus in Abtsdorf. Vorgesehen ist eine Erneuerung der Dacheindeckung sowie die Sanierung der Außenfassaden. Da die Kirche unter Denkmalschutz steht, ist eine Erlaubnis nach dem Denkmalschutzgesetz erforderlich, welche vom Landesamt für Denkmalschutz eingeholt wurde. Bei einem Termin mit der Denkmalbehörde kam man überein, für das Dach sogenannte „Biberschwanzschindeln“ zu verwenden. Dem Bauantrag stimmte der Bauausschuss einstimmig zu.

Thomas Rolke aus Kleingerstetten 7 möchte sein bestehendes Wohnhaus um eine zweite Wohneinheit für den Eigenbedarf erweitern. Dazu soll das Gebäude um 8,50 Meter verlängert werden. Ebenso ist ein Quergiebel vorgesehen. Bereits im Oktober 2014 hat der Bauausschuss einer entsprechenden Bauvoranfrage sein Einvernehmen erteilt. Mit Bescheid vom 18. Februar 2015 hat das Landratsamt Berchtesgadener Land die Bauvoranfrage genehmigt. Auch der Bauausschuss stimmte dem Bauantrag zu mit der Maßgabe, dass zwei zusätzliche Stellplätze errichtet werden.

Stefan Heinz aus Jettingen will eine ehemalige Kiesabbaufläche auf dem Grundstück Flurnummer 1763 der Gemarkung Surheim (östlich der Laufener Straße in Surheim) auffüllen. Die Kiesausbeutung erfolgte in den sechziger Jahren und seither wird die Fläche landwirtschaftlich genutzt. Sie ist auch so im Flächennutzungsplan dargestellt. Um sich ein Bild zu machen, hat der Bauausschuss vor der Sitzung einen Ortstermin vorgenommen. Im Norden befindet sich noch ein Kiesstock, der zur Zeit nicht ausgebeutet wird und im Westen liegt das ehemalige Leitneranwesen. Vorgesehen für die Auffüllung ist eine Fläche von 17.000 Quadratmetern mit einer Auffüllhöhe von 6,50 Meter, das entspricht ungefähr 110.000 Kubikmeter. Eine Firma aus dem Salzburger Raum will die Auffüllung mit unbedenklichem Aushubmaterial vornehmen. Dies soll ungefähr zwei Jahre dauern. Bausachbearbeiter Anton Eder erklärte, dass das Vorhaben vom Baurecht her im Außenbereich liegt und keine Privilegierung gegeben ist. Es handelt sich um eine landwirtschaftliche Nutzfläche und es würde eine erhebliche Beeinträchtigung der Landschaft vorliegen. Eine Privilegierung ist nicht gegeben. Zudem wäre eine Zufahrt für die LKW nur über einen Feldweg möglich, hierbei hat die Verwaltung erhebliche Bedenken. Angeblich wären 17 LKW-Fahrten pro Tag vorgesehen, was der Bauausschuss erheblich in Frage stellte. Er geht schon von 30 Fahrten pro Tag aus. Robert Eder äußerte große Bedenken auch im Zug auf die Lärm- und Staubbelastung hin. Dem Antrag von Stefan Heinz verweigerte der Bauausschuss dann einstimmig die Genehmigung.

Christian König aus Abtsdorf plant die Erweiterung der bestehenden Rinderstallung bei seinem landwirtschaftlichen Anwesen. Er will einen Auslauf mit Liegeboxen mit der Größe von 39,73 mal 6 Meter Richtung Westen zur Kreisstraße BGL 3 hin anbauen, wobei der Freilauf eine Größe von 15,56 mal 3 Meter erhalten soll. Bauamtsleiter Anton Eder erklärte, dass Christian König Landwirt im Haupterwerb ist und deshalb eine Privilegierung gegeben ist. Baurechtlich befindet sich das Vorhaben im Dorfgebiet von Abtsdorf. Das Vorhaben wurde auch bereits mit dem Landwirtschaftsamt abgestimmt. Der Bauausschuss erteilte die Zustimmung zum Bauantrag einvernehmlich.

Lisa Helminger und Andreas Bayer aus Schign Hausnummer 35 möchten in das bestehende Wohnhaus eine zweite Wohneinheit integrieren. Über der Garage sollen Wohnräume für den Eigenbedarf geschaffen werden. Dafür ist zum Erreichen eine Außentreppe vorgesehen. Außerdem ist ein größerer Freisitz im Obergeschoß geplant. Des Weiteren soll ein Carport mit Pultdach für zwei Autos errichtet werden. Bauamtsleiter Anton Eder erklärte, dass es sich hier um eine klassische Innenverdichtung handelt. Das sah auch der Bauausschuss so und gab dem Bauantrag einstimmig sein Einvernehmen.

Einen weiteren Bauantrag stellte der Tennisclub Surheim. Er will bei den bestehenden vier Tennisplätzen an der Laufener Straße in Surheim einen „Jugendtartanplatz“ mit einer Größe von 14 mal 8 Meter errichten, um den Kindern und Jugendlichen ein Training zu ermöglichen. Über 80 Kinder und Jugendliche betreiben beim TC Surheim den Tennissport. Es handelt sich um einen Außenbereich, in dem aber Sportanlagen zulässig sind. Eine Einzäunung ist vorgesehen. Ein solcher Jugendtrainingstartanplatz befindet sich bereits an den Tennisanlagen des SV Saaldorf. Dem Vorhaben des TC Surheim stimmte der Bauausschuss einstimmig zu.

Eine Bauvoranfrage stellten Angela Rehrl und Martin Guglweid aus Surheim. Sie wollen an der Untersurheimer Straße nahe dem Feuerwehrhaus ein Wohnhaus samt Garage errichten mit einer Wandhöhe von 5,70 Meter. Gleichzeitig beantragten sie eine Änderung des Bebauungsplanes da im Bebauungsplan Laufener Straße hier nur Einzelhäuser in Kniestockbauweise vorgesehen sind. Die festgesetzten Baugrenzen werden hier nicht eingehalten, so dass eine Befreiung vom Bebauungsplan nicht möglich ist, da die Grundzüge der Planung berührt sind, so Bauamtsleiter Anton Eder. Eine Bebauungsplanänderung für eine Grundstück wäre eine „Gefälligkeitslösung“ und somit rechtlich nicht zulässig. Die vorgelegte Planung fand beim Bauausschuss Gefallen, das Haus am Ortsrand würde wie ein kleines „Sachl“ mit einer Streuobstwiese aussehen, so Markus Wallner und Stefan Gruber. Albert Gaugler plädierte dafür den Bebauungsplan Surheim, Laufener Straße zu überarbeiten, da sah auch Bauamtsleiter Anton Eder so, da mittlerweile schon mehrere Anträge der gleichen Art vorliegen. Der Bauvoranfrage musste der Bauausschuss sein Einvernehmen aus rechtlichen Gründen verweigern, es wurde den Bauwerbern aber signalisiert, dass die Überarbeitung des Bebauungsplanes unverzüglich in Angriff genommen wird. Die Gemeinde Petting will in Schönram ein Vereinsheim für mehrere Vereine errichten, wofür eine Änderung des Flächennutzungsplanes und des Bebauungsplanes notwendig ist. Als Nachbargemeinde wurde Saaldorf-Surheim zu einer Stellungnahme aufgefordert. Da die Belange der Gemeinde Saaldorf-Surheim nicht tangiert sind, wurden keine Einwände erhoben. Es wurde darauf hingewiesen, dass die Gemeinde Saaldorf-Surheim am weiteren Verfahren nicht mehr beteiligt werden soll.

„Am Anger“ in Surheim ist in zweiter Reihe ein Bauvorhaben geplant. Die Erschließung erfolgt über eine private Zufahrt. Diese Zufahrt soll nun als öffentlicher Eigentümerweg gewidmet werden, weobei die Zustimmung der Grundstücksanlieger vorliegt. Durch eine solche Widmung kann eine gesicherte straßenrechtliche Erschließung umgesetzt werden. Die öffentliche Widmung erfolgte einstimmig, wobei für die Gemeinde keine Straßenuntehaltspflicht besteht.

Pressemitteilung - Peter Wimmer

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