Kommunalwahl 2020 – BGL bekommt garantiert neuen Landrat

Bernhard Kern will mit Kern-Botschaften Wähler überzeugen

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Saaldorf-Surheims Bürgermeister Bernhard Kern ist der CSU-Kandidat für die Landratswahl am 15. März 2020.

Saaldorf-Surheim/Berchtesgadener Land - Am 15. März nächsten Jahres bekommen nicht nur zahlreiche Städte und Gemeinden garantiert einen neuen Bürgermeister, sondern auch der Landkreis einen neuen Landrat, da Georg Grabner nach 18 Jahren im Amt nicht mehr antritt. Einen der Kandidaten hatte die Öffentlichkeit nicht am Schirm, die CSU-Bürgermeister im Landkreis offensichtlich schon: Bernhard Kern, Noch-Bürgermeister von Saaldorf-Surheim.

Die Kern-Botschaften seiner Präsentation fanden 53 Prozent der wahlberechtigten CSU-Delegierten so gut dass sie ihn im März als Landratskandidat der CSU nominierten. Wie er zum Kandidaten wurde, wie ihn sein berufliches Leben prägte und wie sein privates Leben aussieht hat Kern in einem ausführlichen Interview BGLand24.de geschildert.


Geboren wird Kern im Dezember 1968 in Freilassing, aufgewachsen ist er in Thundorf-Straß, „da am ehemaligen Bahnübergang, wo alle immer so lange warten mussten“. Sein Großvater war Bürgermeister von Straß, sein Vater Eisenbahner, „die Rangierlok, mit der er gearbeitet hat, steht jetzt übrigens am Globus- Kreisverkehr“, seine Mutter war Speditionsangestellte. Bei einem Verkehrsunfall kam sein damals vierjähriger Bruder ums Lebens, „das war für uns alle eine sehr schwere Zeit, ein Kriseninterventionsteam oder ähnliches gab es damals auch noch nicht“.

Im Alter von acht Jahren zieht die Familie nach Saaldorf, dort besucht Kern dann weiter die Grundschule und die Teilhauptschule in Surheim, später wechselt er nach Freilassing, Abschuss mit einem Quali. 1984 beginnt Kern eine Ausbildung zum Bauzeichner im Ingenieurbüro Roland Richter Senior, „ich habe da bald bei Straßenbauten, Brücken und Abwasseranlagen mit gezeichnet“, erinnert er sich. Doch der Bildungsdrang in ihm rumort, noch während der 15-monatigen Grundwehrzeit bei der Bundeswehr – „in Füssen und Bad Reichenhall“ – lässt er sich zum ‚Staatlich geprüften Bautechniker‘ ausbilden, dazu pendelt er am Wochenende nach Rosenheim und später nach Würzburg.


Nach der Bundeswehr geht die Ausbildung weiter, nebenbei schnuppert Kern zum ersten Mal Verwaltungsluft, in der Stadt Traunreut. 1992 schließt er die Ausbildung zum Staatlichen geprüften Bautechniker ab und findet auch sofort einen Job, beim Ingenieurbüro Hermann Steinmaßl, dem späteren Landrat des Kreises Traunstein. Die beiden kannten sich schon vom Ingenieurbüro Richter Senior in Freilassing. Später ergänzt Kern seine Ausbildung noch um den Bautechniker im Hochbau.

Steinmaßl setzt seinen neuen Mitarbeiter schnell in der Bauleitung ein und da damals viele Aufträge aus Ostdeutschland kommen ist auch Kern Tage- und Wochenweise in den neuen Bundesländern, vor allem bei Abwasserbauten im Raum Dresden. „Es war eine gute Zeit, die Ostdeutschen waren sehr offen“.

Kern übernimmt Steinmaßl

Im Jahr 1999 kommt der nächste Karriereschritt, Hermann Steinmaßl bietet Kern und zwei weiteren Mitarbeitern eine Teilhaberschaft in seinem Ingenieurbüro an, Steinmaßl ist zu diesem Zeitpunkt Landtagsabgeordneter, als er dann 2002 zur Kommunalwahl antritt und später Landrat wird zieht er sich aus dem Unternehmen zur Gänze zurück.

Diese Übergabe an verdiente Mitarbeiter vollzieht dann auch Kern, 2014, als er zum ersten Mal als Bürgermeister von Saaldorf-Surheim kandidiert. „Ich habe meine Anteile an drei Mitarbeiter verkauft, die mich am meisten unterstützt haben“. Bis 30. April arbeitet er im Ingenieurbüro, „am 2. Mai 2014 bin ich dann ins Rathaus gekommen“.

Politisch interessant:

Politisch aktiv ist Kern aber schon vor 2014, er war insgesamt zwölf Jahre im Gemeinderat, unter anderem im Bauausschuss. Als sich Langzeitbürgermeister Ludwig Nutz nach 18 Jahren im Amt zurückzieht sind es, wie später bei der Landrats-Kandidatur, die anderen, die Kern vorschlagen, „das hat sich aus der CSU-Ortsgruppe heraus entwickelt, sie schätzten offenbar meine fachliche Qualifikation“, so Kern, dass er als Geschäftsführer und Gesellschafter beim Ingenieurbüro Steinmaßl auch kaufmännische Führungsqualitäten unter Beweis stellte überzeugte 2014 am Ende auch die Wähler.

Enge Verbindung mit Salzburg

Mit Salzburg ist nicht nur seine Gemeinde Saaldorf- Surheim verknüpft, die an die Salzburger Gemeinde Anthering grenzt, auch die Liebe seines Lebens hat er in der Stadt Salzburg kennengelernt, „auf dem Rot- Kreuz-Parkplatz an der Salzach“ erinnert sich Kern mit leuchtenden Augen. Geheiratet hat er die gebürtige Pongauerin 2004, „mein Sohn besucht mittlerweile die Realschule“. Die Familie Kern wohnt nur einen Steinwurf vom Rathaus entfernt, derzeit hat nur die Ehefrau einen längeren Weg zur Arbeit in die Stadt Salzburg. Der kurze Fußweg ins Amt könnte aber auch bei Bernhard Kern Geschichte sein, wenn eine Mehrheit der Wähler ihn nach dem 15. März im Chefsessel im Landratsamt in Bad Reichenhall sehen will.

Warum Kern nach der Entscheidung, für den Landrat zu kanditieren, doch noch einmal kurz zögerte lesen Sie im 2. Teil des Kern-Portraits, demnächst hier auf BGLand24.de.

hud

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