Vorweihnachtliches Brauchtum kommt der Kinderkrebshilfe zugute

Kletzein als Segensbringer und Wohltäter in Saaldorf-Surheim

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Die Kletzein klopften auch bei der Familie von Musikkapellmeister Felix Hagenauer an

Saaldorf-Surheim - Am Donnerstag liefen die Kletzein von Haus zu Haus und baten um eine Gabe. Auch am 6. Dezember werden sie wieder auf der Straße unterwegs sein, alles für den guten Zweck: 

„Kletz Kletz hant do, Kletz Kletz hant do, geh toats uns auf die Tür! In unserm Sack die guatn Gabn, ihr wißts, die möchtn mir: Vui Guatln, de frisch bocha san und Nussn, de recht krocha dan und Äpfe rot und schwar und ZehnerIn mögn ma a.“ 

Mit dem bekannten „Angerer Kletzeilied“, aus der Feder von Anna Kangler, wurden am vergangenen Donnerstag viele Surheimer Familien überrascht, als sie ihre Türe öffneten. Dunkle Gestalten, mit geschwärzten und vermummten Gesichtern, zogen von Haus zu Haus und baten um eine Gabe. Die Surheimer ließen sich nicht lumpen und so füllte sich der mitgeführte Jutesack bald mit Obst, Plätzchen und Süßigkeiten. Vielleicht war auch Kletzenbrot dabei, von dem der Brauch seinen Namen hat

„Kletzen“ ist die Bezeichnung für Dörrbirnen in Teilen Österreichs und Bayerns. Das Wort hat seinen Ursprung im mittelhochdeutschen, „kloezen“, was so viel wie „spalten“ bedeutet. Es kommt daher, weil die Birnen vor dem Trocknen gespalten wurden. Das Kletzenbrot ist eines der ältesten Weihnachtsgebäcke. Wegen seiner langen Haltbarkeit kam es früher vor allem den armen Klöcklern zugute. 

Der Brauch des „Kletzeins“, in anderen Regionen auch als „Anklöckeln“ bekannt, hat seine Wurzeln im 15. Jahrhundert und findet immer an den drei letzten Donnerstagen vor Weihnachten statt. 

„Nachdem wir mit den Spenden lange Zeit die Aktion „Junge Leute helfen“ unterstützt haben, soll diesmal der Spendenerlös der Kinderkrebshilfe Berchtesgadener Land-Traunstein zugutekommen“, erklärt Andreas Buchwinkler. So freuten sich die Kletzein nicht nur über Naturalien, sondern auch über „Zehnerl“ und „Zehner“, die in der Spendenbüchse landeten. 

Die Idee, auf diese Weise bedürftige Menschen zu unterstützen, stammt von der Jungen Liste und dem Mundart-Chor. 

Wenn die Kletzein am Donnerstag, 6. Dezember noch einmal, diesmal in Saaldorf, unterwegs sind, werden sie sich auch wieder mit ihren Segenswünschen verabschieden: „Kletz Kletz warn do, Kletz Kletz warn do, toats wieder zua die Tür! In unserm Sack die guatn Gabn, mir sagn ,,Gelts Gott“ dafür. Gott schütz die Leut, das Viech und s‘ Haus und alle, die gehn ein und aus vor Krieg, vor Brand, vor Not, vor Krankheit und vorm Tod.“ 

Wer sich einen Besuch der Kletzein wünscht, kann unter der Telefonnummer 0151-54632305 Kontakt aufnehmen. 

Andreas Buchwinkler weist außerdem darauf hin, dass Sachspenden für die Aktion „Junge Leute helfen“ am kommenden Samstag, 8. Dezember, von 9 bis 12 Uhr im Surheimer Pfarrheim abgegeben werden können. 

Geldspenden können auf folgendes Konto überwiesen werden: Kirchenstiftung Obing, Iban: DE 17 7016 9165 0801 8430 60, BIC GENODEF1SBC, Kennwort „Saaldorf-Surheim hilft“.

Norbert Höhn

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