CSU-Generalsekretär Blume spricht in Steinbrünning

"Wer bereit ist für Veränderung, wird auch in Zukunft erfolgreich sein"

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Schwört die Anhänger auf eine gemeinsame Linie ein: CSU-Generalsekretär Markus Blume war zu Gast beim Herbstfest in Steinbrünning.

Saaldorf-Surheim - CSU-Generalsekretär Markus Blume hat beim traditionellen Herbstfest in der Thomanhalle in Steinbrünning gesprochen. Der 39. Politische Abend hatte etwas von Wahlkampfauftakt.

Die Polit-Prominenz aus dem ganzen Landkreis Berchtesgadener Land und darüber hinaus hat sich am Donnerstagabend (29. August) in der Thomanhalle in Steinbrünning (Saaldorf-Surheim) versammelt. Neben dem Hauptredner CSU-Generalsekretär Markus Blume, kamen auch Saaldorf-Surheims Bürgermeister Bernhard Kern und der CSU-Bundestagsabgeordnete Peter Ramsauer zu Wort.

Die Thomanhalle in Steinbrünning war gut gefüllt. Markus Blume nutzte die Chance für einen politischen Streifzug, lobte die Konservativen und watschte die Konkurrenz.

Mit dem Bayerischen Defiliermarsch marschierten Blume und die Gastgeber in die Thomanhalle ein. Ein letztes Mal als Bürgermeister der Gemeinde Saaldorf- Surheim ergriff Bernhard Kern das Wort. Er gehe mit den drei "Kern-Werten" Vertrauen, Ehrlichkeit und Unterstützung in die Landrats- und Kommunalwahl 2020 und hoffe auf das "Kern-Vertrauen" der Anwesenden, um die Nachfolge von Georg Grabner antreten zu können. Außerdem warb der scheidende Bürgermeister für kräftige Unterstützung des CSU-Bürgermeisterkandidaten der Gemeinde, der am 12. September festgelegt wird. Schmunzelnd meinte er zu Markus Blume: "Für jeden, der auf dieser Bühne steht, gibt es noch Luft nach oben." Namen wie Markus Söder, Erwin Huber oder Thomas Goppel seien schon als Generalsekretäre in Steinbrünning gewesen und hätten danach die bekannten Karrieren gemacht. Dem entgegnete Markus Blume in gleichem scherzhaftem Ton, dass er den Ministerpräsidenten Dr. Markus Söder darauf ansprechen werde.

"Nicht falsch abbiegen"

"Es geht uns im Freistaat verdammt gut, dafür dürfen wir dankbar sein", stellte der CSU-Generalsekretär bei seiner Rede fest. Verantwortlich dafür sei die politische Stabilität in den vergangenen sechs Jahrzehnten. Die "Welt um uns herum" befinde sich aber in totaler Veränderung. Die Stabilität schwinde, kaum jemand hätte sich vor ein paar Jahren vorstellen können, dass die Briten einen Brexit befürworten, Donald Trump Präsident von Amerika werde und Regierungen aus links- und rechtsradikalen Politikern gebildet würden. Hinzu käme der technische Fortschritt mit der Digitalisierung und damit verbunden die Beschleunigung. Wer bereit sei für Veränderungen, der werde auch in Zukunft erfolgreich sein.

Beim traditionellen politischen Abend der CSU in Steinbrünning von links: Festleiter Alfons Kern, Bürgermeister Bernhard Kern, CSU-Generalsekretär Markus Blume, Ortsvorsitzender Markus Wallner, Landrat Georg Grabner und Bundestagsabgeordneter Dr. Peter Ramsauer.

Drei Dinge seien dafür notwendig. Erstens müsse man sich politisch stark machen und "nicht falsch abbiegen". Er forderte gemeinsames Denken in Europa. "In einer Welt, in der China mit Stärke spielt, Amerika Strafzölle für deutsche Autos einführt und jeder an sich selbst denkt, dürfen wir uns nicht auf andere verlassen." Die Gewichte in der Welt würden sich verschieben und Europa müsse aufpassen, um nicht eines Tages am Gartenzaun zu stehen und zuzuschauen. Er wünsche sich, dass neue Technologien und Arbeitsplätze in Europa enstehen. Außerdem sorgt sich Markus Blume um den Osten des Landes, der nach drei Jahrzehnten Solidaritätsleistung und riesigem Engagement an die AfD und die Rechtsradikalen verloren gehe.

Zweiter Punkt sei, dass neue Themen "mit der nötigen Balance" angepackt werden müssten. Das gelte für den Klimaschutz in besonderer Weise, den er als "urkonservatives Anliegen" im Sinne der Bewahrung der Schöpfung bezeichnete. Der CSU-Generalsekretär forderte ambitionierte Ziele. "Die mögliche Nichtbeherrschbarkeit des Klimas, wenn einige Kipppunkte erreicht sind, dürfen wir nicht den nächsten Generationen aufbürden." Ganzheitlicher Klimaschutz sei notwendig. Das heißt für ihn: Anreize schaffen über Vergünstigungen, wer seinen Kohlendioxid-Ausstoß verringere, keine Strafen für jene, die CO2 emittieren müssten. Klimaschutz sei keine isolierte Angelegenheit. "Wir wollen Ökologie und Ökonomie versöhnen."

"Sorgt's einfach dafür, dass es hier so schön bleibt"

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Beim dritten Punkt: "Wohlstand schützen" erklärte Blume das klare Ziel: "Unser Land muss auf Erfolgskurs bleiben". Wer Eigentum habe, müsse es behalten können. Soziale Marktwirtschaft sei ohne Schutz des Eigentums nicht möglich. Wer arbeite, müsse mehr haben als jener, der nicht arbeite. Damit verband er einen Seitenhieb auf das von der SPD geforderte Grundeinkommen. "Wer besonders fleißig ist, hat es verdient, dass er entlastet wird", so Blume. Außerdem plädierte er für den kompletten Wegfall des "Soli". Zuletzt untermauerte er diesen Punkt noch mit der Forderung, dass Menschen die sparen, mehr haben müssten, als jene, die Schulden machten. Der Generalsekretär kritisierte die Europäische Zentralbank in diesem Zusammenhang für deren Zinspolitik: "Wer Schulden macht, wird belohnt, wer spart, wird bestraft." Er warb für vernünftige Zinsen in den kleinen und mittleren Einkommen.

Abschließend lehnte sich Blume an die Worte des früheren Ministerpräsidenten Franz Josef Strauß an: "dankbar rückwärts, mutig vorwärts, gläubig aufwärts" und "konservativ sein, heißt an der Spitze des Fortschritts marschieren". Mit der gleichen Leidenschaft müssten heute, Jahrzehnte später, die Weichen für die Zukunft gestellt werde. Mit den Worten "sorgt's einfach dafür, dass es hier so schön bleibt" beendete er seine Rede.

Für Peter Ramsauer ist die CSU neben der in Südtirol die letzte echte Volkspartei. In seinen Schlussworten betonte er, dass die CSU die letzte Schutzmacht für die Landwirtschaft sei. Keine andere Partei mache wie die CSU Politik aus einer Hand und sei durchgängig von der Kommunal- bis hinauf in die Europapolitik. Und kommunalpolitisch steht im kommenden Jahr die Landratswahl an. "Du bist das Gesicht, dass wir als Nachfolger für Schorsch Grabner haben wollen", lobte er in Richtung Bernhard Kern bevor die Bayernhymne den offiziellen Teil des Abends beendete.

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