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„Beim Klinikneubau nördlichen Landkreis nicht vergessen“

5620 Einwohner und jede Menge Themen: So war die Bürgerversammlung in Saaldorf-Surheim

Bürgerversammlung Saaldorf-Surheim 2020 und 2021 in der Mehrzweckhalle
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Mit viel Abstand folgten die Gäste der Bürgerversammlung der Präsentation von Bürgermeister Andreas Buchwinkler.
  • Christina Eisenberger
    VonChristina Eisenberger
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Salzach-Grenzsteg, Pumptrack, Digitalisierung der Grundschule - auf der Bürgerversammlung in Saaldorf-Surheim wurden „schwere Kaliber“ besprochen. Auch Landrat Kern überrascht mit Details aus dem Landkreis - etwa zum Klinik-Neubau und dessen möglicher Standort.

Saaldorf-Surheim - 2020 musste die Bürgerversammlung der Gemeinde wegen der Corona-Pandemie noch ausfallen. Erst sei der vorzeitige „BGL-Lockdown“ verantwortlich gewesen, wie Bürgermeister Andreas Buchwinkler erklärt, dann die Maßnahmen der Corona-Pandemie. Dieses Jahr konnte die Bürgerversammlung wieder stattfinden. An gleich zwei Terminen am Freitag - auch wieder den Corona-Maßnahmen verschuldet - wurden die Bürgerinnen und Bürger der Gemeinde über die Vorgänge in ihrem Heimatort informiert und konnten auch anschließend Fragen stellen. Erster Bürgermeister Andreas Buchwinkler freute sich über Ehrengäste in der Mehrzweckhalle in Saaldorf. Unter anderem saßen unter den Gästen Landrat und Amtsvorgänger Bernhard Kern, sowie Altbürgermeister und Ehrenbürger Ludwig Nutz.

Amtszeit mitten während Corona begonnen

Es seien doch sehr ungewöhnliche eineinhalb Jahre gewesen, meint Buchwinkler zu Beginn seine Präsentation. Seine Amtszeit hatte im Mai 2020, mitten in der Corona-Pandemie, begonnen. Deswegen stellt der Bürgermeister auch den Gemeinderat, die beiden ehrenamtlichen zweiten - Maximilian Lederer - und dritten - Robert Eder - Bürgermeister und sich selbst noch einmal vor. Er selbst habe eine allgemeine Sprechstunde, man könne aber jederzeit gerne einen persönlichen Termin mit ihm vereinbaren.

Mit einigen Zahlen steigt Bürgermeister Buchwinkler in seine Präsentation ein. 5620 Einwohner zählt die Gemeinde Saaldorf-Surheim. Waren es 2019 noch 55 Neugeburten, gab es 2020 und 2021 jeweils nur 36 bzw. 35 Neugeburten. Die Todesfälle waren mit 31 im Jahr 2021 vergleichsweise gering. 2020 verstarben 47 Mitbürger, 2017 zählte die Gemeinde 64 Todesfälle.

Auch interessant: Millionenhohe Rücklagen, doch kostenintensive Investitionen kommen auf Saaldorf-Surheim zu

Millioneninvestitionen: Feuerwehrhaus, Kindergarten und Kläranlage

Von 2020 bis 2025 gebe es einige große Investitionen, die die Gemeinde tätigen wird. Der unbedingt notwendige Neubau des Feuerwehrhaus Surheim koste etwa 4 Millionen Euro. Noch teurer wird die neue Kläranlage: 9,26 Millionen Euro Kosten kommen da auf die Gemeinde zu. Der Anbau im Kindergarten St. Marten fordert 1,85 Millionen Euro an Gesamtkosten. Die Arbeiten an sich seien fertiggestellt. Eingeweiht wird dann Anfang Oktober wie der Bürgermeister erklärt. Ein großes Projekt der Bahn wirkt sich auch auf Saaldorf-Surheim aus. Die Strecke Mühldorf-Freilassing soll die nächsten Jahre ausgebaut werden. Auch Saaldorf-Surheim soll wieder eine Haltestelle bekommen. Für das Kreuzungsbauwerk Hausen ABS 38 rechne man mit 1 Millionen Euro Kosten.

Mehr Platz in vollen Kindergärten

Dass ein Anbau für den Kindergarten notwendig war, zeigen die Zahlen zu den KiTas in der Gemeinde: 102 Plätze bietet der Kindergarten St. Martin in Saaldorf - 93 Kinder werden dort betreut. Mit 74 und 70 Kindern sind das Haus für Kinder Waldmaus und der Kindergarten St. Stephan in Surheim voll ausgelastet. Jeder Kindergarten wird auch zusätzlich von einer Inklusionskraft betreut. Die Kinder werden kulinarisch versorgt: die „Waldmaus“ kocht in der eigenen Küche selbst. Die anderen beiden KiTas und auch die Mittagsbetreuung werden durch die Taverna Unik in Saaldorf beliefert.

„Flexible Grundschule“ startet in Surheim

Die Grundschule in Surheim hat das neue Schuljahr mit einem neuen Konzept gestartet. Erstmals wird eine „Flexible Grundschule“ angeboten. Das heißt, dass die Kinder der ersten beiden Jahrgangsstufen in einer gemischten Eingangsstufe gemeinsam unterrichtet werden. „Fordern bei Stärken - Fördern bei Schwächen“ lautet hier der Ansatz. Dieses Jahr sei man mit einer Klasse gestartet. Wie Schulleiterin Anja Freimuth erklärt, nehmen zwölf Erstklässler und neun Zweitklässler an dem Programm teil. Die soziale Komponente sei bereits jetzt spürbar. Die „großen“ Zweitklässler würden den „Kleinen“ alles zeigen. Für das neue Angebot wurden an der Grundschule auch Umbaumaßnahmen vorgenommen.

„Digitalisierung notwendig gewesen“

Freimuth sprach auch über die Schwierigkeiten der Corona-Pandemie in den Schulen und betonte, wie wichtig es sei, dass das kommende Schuljahr in Präsenzunterricht abgehalten werden könne. Das Ziel sei, Schule wieder leben zu können. Die beiden Grundschulstandorte in Surheim und Saaldorf seien in der Digitalisierung einen Schritt weiter gegangen: beide Schulen haben jetzt WLAN, je eine digitale Tafel und wurden durch die Gemeinde mit einigen mobilen Endgeräten ausgestattet. Die Digitalisierung sei auch sehr notwendig gewesen, so Freimuth. Auch Landrat Kern bekräftigte, wie wichtig der Präsenzunterricht an den Schulen sei und auch sein Ziel sei, den Unterricht an den Schulen aufrecht zu erhalten.

Anstehende Projekte

In der Gemeinde sollen einige große Projekte realisiert werden. Am Bauhof soll wie bereits seit längerem bekannt ein Mehrgenerationenpark entstehen. Der derzeitige Planungsstand sehe neben einem Pumptrack auch Flächen für den gemeinschaftlichen Gemüseanbau vor, so Bürgermeister Buchwinkler. Auch die Planungen zum Euregio-Salzachsteg von Saaldorf-Surheim nach Anthering nehmen weiter Gestalt an. Um eine Förderung zu erhalten, müssen die beiden Gemeinden die Pläne noch vor Ende des Jahres bei den Genehmigungsbehörden einreichen.

Landrat Kern: Klinik-Neubau nicht in Freilassing?

Landrat Bernhard Kern ergriff ebenfalls das Wort. Die Gemeinde habe viele zähe Projekte vor sich, auch er erinnere sich noch aus seiner Zeit als Buchwinklers Amtsvorgänger. Bezüglich des Landkreises betonte Kern, wie wichtig ein Austausch zwischen den Bürgermeistern der Gemeinden und dem Landkreis sei. In seiner Ansprache ging Kern auf aktuelle Projekte im Landkreis ein. Das Berchtesgadener Land müsse eine Bildungsregion bleiben. In der Berufsschule in Freilassing, im Karlsgymnasium in Bad Reichenhall und im Rottmayr-Gymnasium in Laufen würden Umbau- bzw. Teilneubaumaßnahmen erfolgen.

Auch die medizinische Versorgung im Landkreis sei gerade ein großes Thema. Derzeit werde der Ersatzneubau des Klinikums in Bad Reichenhall diskutiert. Der neue Standort solle bis spätestens Frühjahr 2022 beschlossen werden. Es sei auf jeden Fall sicher, dass ein Krankenhaus im Berchtesgadener Land wieder gebaut werde - neben den spezialisierten Klinikstandorten in Freilassing und Berchtesgaden. Ein Standort des Neubaus ist derzeit noch offen.

Ein Zuhörer der Bürgerversammlung meldete sich zum Schluss zu Wort und richtete einen Appell an den Landrat: Man solle den nördlichen Landkreis beim Krankenhaus-Neubau nicht vergessen und vor allem den Standort Freilassing aufrechterhalten. Kern entgegnete, dass die Klinik in Bad Reichenhall das Flaggschiff sei, die Standorte Freilassing und Berchtesgaden man aber nicht vergessen werde. Freilassing werde aber eher kein vollwertiges Klinikum mehr werden, so Kern.

ce

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