Bürgerversammlung in Saaldorf-Surheim

Abwasserthema "sehr heikel" - Bürgermeister rechtfertigt Geheimhaltung

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„Das Thema Abwasserbeseitigung ist ein sehr heikles Thema, das wollen wir im Gemeinderat erst nicht- öffentlich beraten und dann informieren“, so Bernhard Kern.

Saaldorf-Surheim - Zahlreiche Fragen im Rahmen der Bürgerversammlung am Donnerstagabend beschäftigten sich mit der Abwasserproblematik sowie dem kommenden Jahreswechsel.

Sie ahnen es, die Bitte eines Besuchers war, die Gemeinde möge das Abfeuern von Feuerwerken, Raketen und Böllern in der Silvesternacht verbieten, „unsere Geschäfte sind auf diese Einnahmen nicht angewiesen“, so die Meinung des Besuchers. Bürgermeister Bernhard Kern verwies darauf, dass sich alle Landkreis- Bürgermeister auf einen freiwilligen Verzicht geeinigt hätten, „einen entsprechenden Aufruf werden wir auch in der Dezemberausgabe unserer Gemeindezeitung veröffentlichen“.


Die Zukunft der beiden Kläranlagen in Saaldorf und in Surheim standen bei den Fragen der Bürger im Mittelpunkt. „Die Abwasserbeseitigung ist ein sehr komplexes Thema, da wollen wir uns erst im Gemeinderat ausführlich auseinandersetzen und nicht schon vorher öffentlich darüber diskutieren“, rechtfertige Bürgermeister Bernhard Kern in der Bürgerversammlung die bisherige Geheimhaltung. So ein „heikles Thema“ würde in einer Nicht-öffentlichen Sitzung mit Experten besser bearbeitet, „wenn wir alle Grundlagen kennen werden wir selbstverständlich öffentlich in einer der nächsten Gemeinderatssitzungen informieren“. In der Diskussion ging es auch um die vierte Reinigungsstufe, mit deren Hilfe zum Beispiel auch Reste von Medikamenten aus dem Abwasser herausgefiltert werden können. Diese vierte Stufe sei allerdings bei Gemeinden unter 6500 Einwohnern noch nicht Pflicht. „Wir werden uns nächste Woche in Siggerwiesen beim Reinhalteverband Salzburg das einmal ansehen“, so Kern.

Zum Hintergrund: Bereits 2014 hatte die Gemeinde Saaldorf- Surheim eine Machbarkeitsstudie erstellen lassen, weil die wasserrechtlichen Genehmigungen für die beiden Kläranlagen im Gemeindebereich 2022 und 2026 auslaufen. Die Studie zeigte vier Möglichkeiten, erstens die nochmalige Ertüchtigung der beiden Anlagen, zweitens die Reinigung der Abwässer in einer gemeinsamen Anlage in Surheim und drittens ein direkter Anschluss an den Reinhalteverband Salzburg in Siggerwiesen. Bei der vierten Variante würde das Abwasser ebenfalls in Siggerwiesen landen, allerdings über den Umweg Laufen und Oberndorf. „Für die sehr lange Abwasserleitung nach Siggerwiesen könnte es vielleicht eine Förderung geben, allerdings haben wir noch keine schriftliche Zusage“.


Stoiber stoppte Zuschüsse, und jetzt?

Ein anderer Besucher der Bürgerversammlung erinnerte daran, dass Ex- Ministerpräsident Stoiber Zuschüsse für Abwasserprojekte und damit für die Sanierung kleinerer Anlagen drastisch gekürzt habe. „Gibt es jetzt wieder Geld vom Freistaat?“, „Ja, es gibt wieder Zuschüsse“, so Kern, allerdings für den Rückbau von alten, kleineren Kläranlagen, „diese sollen zugunsten größerer, zentraler Anlagen aufgelassen werden“.

Ramsau schwänzte Biosphären-Tag

Widerstände gegen den jährlichen Biosphären-Tag will ein Besucher in der Gemeinde ausgemacht haben, weil es in diesem Jahr keinen solchen Tag am Abtsdorfersee gegeben habe. „Der gesamte Landkreis ist Biosphären-Region und damit sollte dieser Tag auch jedes 

Jahr in einer anderen Gemeinde stattfinden“, antwortete der Bürgermeister. Im vergangenen Jahr sei der Biosphären-Tag in Laufen und Saaldorf-Surheim gewesen, 2019 sei Ramsau bei Berchtesgaden an der Reihe gewesen, „doch die haben kurzfristig abgesagt“. Dieser Tag „tingelt durch den Landkreis“, aber keine Gemeinde werde eingeteilt sondern man warte, wer sich freiwillig meldet.

hud

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