Kerns letzte Bürgerversammlung in Saaldorf-Surheim

Bürgermeister Kern mit positivem Resümee: Pro-Kopf-Verschuldung „sensationell niedrig“

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Für Bernhard Kern war es die letzte Bürgerversammlung in Saaldorf- Surheim, als Landratskandidat bei der Kommunalwahl darf er sich nicht gleichzeitig als Bürgermeisterkandidat aufstellen lassen.

Noch-Bürgermeister Bernhard Kern nahm am Donnerstagabend rund 200 Besucher in der Mehrzweckhalle mit „auf eine Reise durch die Gemeinde“,

Noch-Bürgermeister deshalb weil Kern bei den Kommunalwahlen 2020 als Landrat kandidiert und damit automatisch nicht mehr als Bürgermeister aufgestellt werden kann. 


Das Jahr 2019 sei für die Gemeinde ein „durchschnittliches, aber stabiles Jahr“ gewesen, die Einnahmen der Gewerbesteuer hätten sich nach der Delle 2017 wieder erholt und liegen heuer geschätzt bei 3,2 Millionen Euro. Im nächsten Jahr stehen in der 5.561-Einwohner-Gemeinde zahlreiche Neubauten an, zum Beispiel einen Anbau beim Haus für Kinder in Saaldorf für rund 2 Mio. Euro.

Kern präsentierte einen „kräftigen Haushalt“, die Kassenlage sei durchschnittlich, aber stabil, „es muss nicht immer nach oben geben“, die Einnahmen-Delle aus dem Jahr 2017 habe die Gemeinde verdaut. 


Zweitjüngste Gemeinde im Landkreis

Stolz ist Kern auch auf die Einwohnerentwicklung, „nach Teisendorf sind wir mit einem Durchschnittsalter von 43,3 Jahren die zweitjüngste Gemeinde im Landkreis, das liegt auch an den vielen jungen Familien in den Baugebieten“. 

Von den 5561 Bewohnern sind übrigens knapp 500 aus Österreich, „wobei wir die ja nicht als Ausländer bezeichnen“, scherzte Kern. Im Gemeindegebiet wohnen 20 Asylbewerber, unter anderem aus Afghanistan, Eritrea und Nigeria, „alle haben hier bei uns eine Bleibe gefunden“. Die Geburtenzahl ist mit 39 stabil, hier war 2017 eine Ausnahme mit 69 Geburten.

Keine neuen schulden 2019

In jedem Rechenschaftsbericht eines Bürgermeisters spielt die Kassenlage der Gemeinde eine wichtige Rolle. Das Gesamtvolumen des Haushaltes von Saaldorf-Surheim beträgt rund 16,5 Millionen Euro, darin sind 11 Mio. Euro im Verwaltungshaushalt, also laufenden Einnahmen und Ausgaben, sowie 5,5 Miollione Euro im Vermögenshaushalt, also Geld für Investitionen. 

„Die Einnahmen aus der Einkommenssteuer steigen auch weil das Lohnniveau ansteigt“, so Kern, sie wird in diesem Jahr vorrausichtlich 3,2 Mio. Euro betragen, die Gewerbesteuer ebenfalls 3,2 Mio. Euro, „sowohl unsere Arbeitnehmer, als auch unsere Unternehmer sind wesentliche Faktoren für eine starke Kommune“.

Pro-Kopf-Verschuldung „sensationell niedrig“

Der Schuldenstand der Gemeinde ist mit 477.000 Euro sehr niedrig, „wir tilgen immer weg“, in diesem Jahr wird die Gemeinde vermutlich keine Kredite aufnehmen müssen, aber es wird in Zukunft viele Investitionen geben zum Beispiel der Anbau im Kindergarten in Surheim. 

Die Pro-Kopf-Verschuldung ist „sensationell niedrig“, sie beträgt gerade einmal 87 Euro, vergleichbare Gemeinden liegen bei 731 Euro pro Kopf. Auf der hohen Kante hat die Gemeinde derzeit knapp 300.000 Euro.

Anbau Kindergarten St. Martin

Bei den Investitionen war in diesem Jahr das Sanieren der Kanäle mit 1,2 Millionen Euro der größte Brocken, gefolgt vom Ankauf von Grundstücken für ebenfalls 1,2 Mio. Euro und dem Breitbandausbau mit knapp 950.000 Euro. Im nächsten Frühjahr soll der Baubeginn für einen Anbau im Kindergarten St. Martin in Saaldorf sein, die Kosten dafür werden „gewaltige“ 1,85 Mio. Euro betragen. Der Gemeinderat habe sich aber auch wegen der fehlenden Betreuungsplätze für den Anbau entschieden, so Kern, die Pläne seien schon sehr weit gediehen.

Nach rund zweieinhalb Stunden schloss Kern die Bürgerversammlung und bedankte sich abschließend, „abschließend im engsten Sinne, denn das war meine letzte Bürgerversammlung, aber ich freue mich noch auf das nächste halbe Jahr als euer Bürgermeister“.

hud

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