Bernhard Kern mit „Kern-Visionen“ in den Wahlkampf

„Als Bürgermeister ist man in allen Landkreisthemen hautnah drinnen“

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73 CSU-Delegierte hat Bernhard Kern im Juli überzeugt, am 15. März 2020 muss er eine Mehrheit der rund 85.000 Wahlberechtigten hinter sich bringen um neuer Landrat zu werden.

Saaldorf-Surheim - Wenn es nach dem CSU-Kreisverband geht, steht der nächste Landrat des Kreises schon fest, in einer geheimen Abstimmung hatten sich bereits im Juli dieses Jahres 73 von 138 Delegierten für Kern ausgesprochen, weitere Kandidaten waren der Ramsauer Gemeinderat Richard Graßl und Bezirksrat Georg Wetzelsberger aus Teisendorf. 

Warum Kern nach einer ersten Zusage für die Kandidatur Anfang des Jahres dann doch noch kurz zweifelte erzählte er in einem ausführlichen BGLand24-Interview. Den ersten Teil des Interviews können Sie hier nachlesen.

Die erste Entscheidung in die Politik zu gehen traf Kern schon 2013, als er in seiner Heimatgemeinde als Bürgermeister kandidierte. Wenn er es vor fünf Jahren nicht geschafft hätte, wäre er einfach in seinem Zivilberuf Bautechniker geblieben und damit Miteigentümer eines Ingenieurbüros in Traunstein. Das ist jetzt anders, falls er es im Frühjahr nicht schaffen sollte, Landrat zu werden, kann er nicht auf den Chefsessel im Saaldorf-Surheimer Rathaus zurück, für beide Ämter zu kandidieren geht nicht.

Dass er bei einem Wechsel in die Politik wenig zu Hause sein wird, war ihm schon 2014 klar,„doch auch in der Selbstständigkeit hat man ja keinen Acht-Stunden-Tag“, so Kern. „Man muss mit sich schon im Reinen sein und natürlich eine Leidenschaft für die Politik haben“, das sei auch dieses Mal so gewesen bei der Entscheidung, als Landrats-Kandidat anzutreten, natürlich habe er das auch in der Familie ausführlich besprochen.

Dass der „Fingerzeig“ der anderen BGL-Bürgermeister Anfang des Jahres auf ihn gefallen sei, „nach nur einer Periode als Bürgermeister“, habe ihn überrascht, „nach der Zusage Anfang des Jahres, habe ich aber doch noch einmal kurz gezweifelt, ich war mit mir noch nicht ganz im Reinen“, räumt Kern offen ein. Anfang März habe er dann aber endgültig zugesagt, auch wenn die Funktion des Landrates eine neue sein werde seien ihm doch alle Landkreis-Themen bestens vertraut. „Als Bürgermeister hat man den großen Vorteil dass man voll im Geschehen ist, man ist bei den Bürgermeister-Besprechungen, im Kreistag, kurz, man bekommt alle Landkreis-Themen hautnah mit“. Dass ihn im Landkreis durchaus brisantere und umstrittenere Projekte erwarten ist Kern bewusst, „wenn ich mir zum Beispiel den Neubau des Landratsamtes ansehe, da haben sich alle sehr viel Arbeit gemacht und am Ende alle Parteien einem Neubau gestimmt“. Dass die Funktion des Landrates auch viele Termine und Repräsentationsaufgaben mit sich bringt, weiß Kern, „aber das ist bei einem Bürgermeister nicht viel anders“.

Die Kern-Visionen

Dass sich sein kurzer Name geschickt in Werbeaussagen verpacken lässt, musste er sich nicht erst von einem früheren, österreichischen Kurzzeit-Bundeskanzler abschauen. So präsentierte Kern in seiner 20-minütigen Präsentation vor den CSU-Delegierten neben „Kern- Botschaften“ auch „Kern-Visionen“ und „Kern-Aussagen“. Wichtig ist ihm zum Beispiel das Thema Wirtschaft, hier gehe es nicht mehr nur um neue Unternehmensgründungen, sondern um den Erhalt und die Stärkung von vorhandenen Betrieben. Der 105.000-Einwohner-Landkreis habe wegen der vielen Berge nicht wirklich viele, große Gewerbeflächen-Reserven, mit den vorhandenen müsse man daher sorgsam umgehen. Generell sei vielen zu wenig bewusst, welche Bedeutung die Wirtschaft im Landkreis habe, „ich habe in Saaldorf-Surheim daher 2015 zum ersten Mal einen Gewerbesonntag eingeführt um den Bürgern zu zeigen, welche tollen Betriebe wir in der Gemeinde haben“.

Sein Verhältnis zu Stadt und Land Salzburg ist ein sehr gutes, sagt Kern, auch wenn seine Gemeinde zusammen mit Freilassing und Ainring seit Jahrzehnten vergeblich für eine gerechtere Aufteilung des Fluglärms kämpft. „Ich habe mit Salzburg ein gutes Miteinander, meine Gemeinde grenzt ja zum Beispiel direkt an die Flachgauer Gemeinde Anthering“. Salzburg und das Berchtesgadener Land seien eine Region, die Entwicklung sei auch in einem gemeinsamen Masterplan festgeschrieben. Dass viele darin enthaltene Projekte wie zum Beispiel eine neue Salzachbrücke oder ein neues Salzachkraftwerk strittig sind und sich die beiden Länder bisher nicht einigen konnten weiß Kern, „aber wir werden gemeinsame Themen wieder aufnehmen und wieder darüber reden“.

Der Wahlkampf für die Kommunalwahl am 15. März 2020 wird irgendwann im Januar beginnen, „ich werde mich dann bei verschiedenen Veranstaltungen an den Intensivwahlkampf herantasten“, verrät Kern. Fest steht, er bleibt bis 30. April Bürgermeister von Saaldorf-Surheim, wenn ihm eine Mehrheit der 85.000 Wahlberechtigten am 15. März, oder in einer Stichwahl zwei Wochen später, die Stimme gibt wird er am 1. Mai 2020 Behördenleiter des Landratsamtes und oberster Kommunalbeamter.

Sein Wahlprogramm hat er eigentlich schon fertig, es sind seine „Kern-Visionen“, mit denen er schon die CSU-Delegierten überzeugte. Das derzeitige Mega-Thema Umwelt- und Klimaschutz ist darin an prominenter Stelle enthalten, „da darf es keine Lippenbekenntnisse geben", der Landkreis könne da auch einiges bewirken, so werde zum Beispiel das neue Landratsamt in Holzbauweise errichtet. Beim Verkehr gehe es darum, den öffentlichen Verkehr auch Richtung Salzburg auszubauen, damit mehr Autofahrer umsteigen.

hud

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