Männerquote bei den Saaldorf-Surheimer Grünen?

Fünfzehn Frauen und fünf Männer treten zur Kommunalwahl an

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Ein Teil der Saaldorf-Surheimer Grünen-Kandidaten mit Gästen. Sitzend v.l. Monika Schwarzenbacher, Bernd Schwaiger, Karin Kleinert, Dr. Notker Mallach, Gieneke Klein. Stehend: Susanne Wustl, Evelin Luginger, Landrats-Stellvertreterin Elisabeth Hagenauer, Christine Graus-Mallach, Kreissprecher Dr. Bernhard Zimmer, Landrats-Kandidat Dr. Bartl Wimmer, Hans Baumgartner, Maria Wegmann, Dr. Kurt Schwarzenbacher, Gertrud Wölke, Jakob Burgthaler

Saaldorf-Surheim - Das dürfte in der Region wohl Seltenheitswert haben: Mit einem Frauenanteil von 75 Prozent treten die Saaldorf- Surheimer Grünen zur Gemeinderatswahl am 15. März an.

Bei der Aufstellungsversammlung im Gasthof Sonnenheim wurden fünfzehn Frauen und fünf Männer als Kandidatinnen und Kandidaten für das Gemeindeparlament nominiert. Angeführt wird die Liste von Gemeinderätin Karin Kleinert, Bernd Schwaiger und Monika Schwarzenbacher. „Obwohl wir seit einiger Zeit keinen eigenen Ortsverband mehr haben, ist es uns gelungen, alle 20 Listenplätze kompetent zu besetzen“, hob Karin Kleinert in ihrer Begrüßung hervor. 


Sie dankte allen, die sich zur Kandidatur bereit erklärt haben. „Das ist keine Selbstverständlichkeit in einer Zeit, wo viel von Politikverdrossenheit gesprochen wird.“ Mit ihrem Gemeinderatskollegen Dr. Notker Mallach war sich Kleinert einig: „Die Zeit im Gemeinderat hat uns bereichert und wir haben viel über das politische Geschäft und das Innenleben der Gemeinde gelernt.“ 

Lobend erwähnten beide, dass trotz manch sachlicher Gegensätze das Klima im Saaldorf-Surheimer Gemeinderat stimmt. „Wir können uns alle in die Augen schauen!“ Einzeln stellten sich dann die Kandidatinnen und Kandidaten vor und umrissen ihre politischen Anliegen. Landwirtschaft und eine gute Zusammenarbeit mit den Landwirten war ein zentrales Thema mehrerer Listenbewerber. „Wir müssen die Nöte der Bauern ernst nehmen und sie unterstützen, gleichzeitig aber den Natur- und Artenschutz fördern“, betonte Notker Mallach.


Biobauer Hans Baumgartner beklagte, dass eine fehlgeleitete Politik die Landwirte zu Sündenböcken mache. „Nur wenn für Lebensmittel der wahre Wert bezahlt wird, geht es den Bauern und der Natur wieder besser“, stellte Baumgartner fest und forderte ein „Umdenken an der Ladentheke.“ Auch für Karin Kleinert ist regionale Wertschöpfung ein zentrales Anliegen. 

„Die Ökomodellregion ist ein Beispiel dafür, wie es gehen könnte.“ Seine Erfahrungen am Jugendamt will Bernd Schwaiger einbringen und sich verstärkt für Jugend- und Vereinsarbeit engagieren. Ein verbessertes Angebot für junge Menschen fordert auch Jakob Burgthaler, Student der Kulturwissenschaft und mit 21 Jahren jüngster Kandidat. Für die kulturelle und insbesondere für musikpädagogische Arbeit in der Gemeinde will sich Monika Schwarzenbacher einsetzen. 

Familienpolitik und die Integration der ausländischen Mitbürger sieht Gertrud Wölke als ihr wichtigstes Anliegen. Sparsamer Umgang mit Flächen, vorausschauende Baupolitik, Ausbau des ÖPNV und insbesondere die zeitnahe Realisierung eines Bahnhaltepunktes Surheim waren weitere Themen, mit denen sich die Kandidatinnen und Kandidaten in die Gemeindepolitik einbringen wollen. Unter der routinierten Leitung von Kreisrat und Landrats-Kandidat Dr. Bartl Wimmer wurde anschließend der formale Teil der Aufstellungsversammlung abgewickelt. 

Da bei den Grünen das „Frauenstatut“ greift, das eine alternierende Listenbesetzung von Frauen und Männern vorgibt, konnte sich Wimmer vor der diesbezüglichen Abstimmung angesichts des Frauenüberschusses eine scherzhafte Anmerkung nicht verkneifen: „Bei der Saaldorf-Surheimer Grünen-Liste sollte eigentlich über eine „Männerquote“ nachgedacht werden.“ Schriftlich und einstimmig wurde anschließend die vorgeschlagene Liste gebilligt. Grünen-Kreissprecher Dr. Bernhard Zimmer bedankte sich bei Karin Kleinert und Notker Mallach für ihren Einsatz im Vorfeld der Aufstellungsversammlung. 

Er erinnerte daran, dass vor exakt 30 Jahren erstmals Grüne für den Saaldorf-Surheimer Gemeinderat kandiert hätten und mit Michi Ofensberger auf Anhieb ein Mandat erreicht haben. „Das war damals nicht leicht, wo noch manche Mitbürger die Straßenseite wechselten, wenn ihnen ein „Grüner“ begegnete.“ 

Es sei erfreulich, dass sich seither vieles geändert habe und die Grünen anerkannter Teil der Gemeindepolitik seien. „Mit dem Schwung der Kommunalwahlen sollte es auch möglich sein, den Ortsverband wiederzubeleben“, wünschte sich Zimmer abschließend. Landratskandidat Bartl Wimmer wies darauf hin, dass die kommenden Kommunalwahlen große personelle und damit auch inhaltliche Veränderungen mit sich bringen werden. Es sei erfreulich, dass sich viele junge Leute auf den Grünen-Listen wiederfinden, weil damit ein „sanfter“ Generationenwechsel eingeläutet  werden könne. 

Für die kommenden Wochen forderte Wimmer ein „offensives Rangehen“ der Kandidatinnen und Kandidaten. „I mecht unbedingt nei“, sollen die Wähler wissen. Mit möglichst vielen Leuten reden sei der beste Weg dieses Ziel zu erreichen. 

Liste von Bündnis 90/Die Grünen 

1 Karin Kleinert 56 Jahre Journalistin 

2 Bernd Schwaiger 51 Verwaltungsleiter 

3 Monika Schwarzenbacher 50 Musikpädagogin 

4 Dr. Notker Mallach 77 Forstoberrat a. D. 

5 Gieneke Klein 55 Schulsekretärin 

6 Hans Baumgartner 64 Bio-Bauer 

7 Susanne Ruf 53 Lehrerin 

8 Ilona Höhn 66 Lehrerin i. R. 

9 Gertrud Wölke 68 Psychologin 

10 Jakob Burgthaler 21 Student (Kulturwirtschaft) 

11 Christine Graus-Mallach 58 Gesangslehrerin 

12 Barbara Buchwinkler 54 Chem.-techn. Assistentin 

13 Dr. Kurt Schwarzenbacher 57 Psychologe 

14 Nicole Ebner 56 Angestellte 

15 Elisabeth Bamberger 61 Bankkauffrau 

16 Maria Wegmann 28 Förderschullehrerin 

17 Gabriele Walitzek 57 Kaufm. Angestellte 

18 Hannah Schwaiger 22 Studentin (Tiermedizin) 

19 Barbara Schmidt 61 Steuerfachangestellte 

20 Susanne Wustl 61 Bibliothekarin Ersatz 

21 Mag. Evelin Luginger 63 Verwaltungsangestellte

Norbert Höhn

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