Bürgermeisterwahl 2020

Junge Liste wählt Andreas Buchwinkler  zum Bürgermeisterkandidaten

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Jungen-Liste Vorsitzender Blasius Standl (r) gratuliert Andreas Buchwinkler zur Nominierung als Bürgermeisterkandidat.

Saaldorf-Surheim - „Bürgernähe, Offenheit für neue und zukunftsweisende Ideen sowie ein gutes Klima innerhalb der Gemeindeverwaltung sind mir besonders wichtige Anliegen“, betonte Andreas Buchwinkler. Einstimmig wurde er bei der Aufstellungsversammlung zum Bürgermeisterkandidaten der Jungen Liste Saaldorf-Surheim gewählt. In seiner Bewerbungsrede umriss Buchwinkler seine Motive, Vorstellungen und Ziele, sollte er am 15. März kommenden Jahres zum Bürgermeister gewählt werden.

Der Name der Gruppierung gibt es vor: Es waren ausschließlich junge Leute, die sich zur Aufstellungsversammlung beim Lederer-Wirt eingefunden hatten. Und auch der Nachmittagstermin war wohl ein Tribut an die Jugend, befanden sich doch unter den Versammlungsteilnehmern einige Kleinkinder und sogar ein Baby. 

So wies denn auch 1. Vorsitzender Blasius Standl in seiner Begrüßung darauf hin, dass sich die Junge Liste in gewisser Weise schon von der etablierten Politik unterscheiden wolle. Bei den letzten Kommunalwahlen vor sechs Jahren habe man es auf Anhieb geschafft, mit vier Leuten in den Gemeinderat einzuziehen. Zudem habe Andreas Buchwinkler als Bürgermeisterkandidat 38 Prozent der Wählerstimmen erhalten. „Welche Voraussetzungen muss ein Bürgermeister mitbringen?“ fragte Standl. Seine Antwort: „Fleiß und Ausdauer, Ehrlichkeit, Menschlichkeit, ein starkes Rückgrat, Führungsqualität, vor allem im Umgang mit den Mitarbeitern, Erfahrung im Umgang mit Behörden und Verständnis von Prozessabläufen, parteiübergreifende Kooperation zum Wohle der Gemeinde und Visionen, die über das ‚Tagesgeschäft‘ hinausreichen.“ 

Nach Einschätzung Standls erfüllt Andreas Buchwinkler dieses Anforderungsprofil. Er wies auf die zahlreichen ehrenamtlichen und beruflichen Tätigkeiten hin, in denen der Bewerber seine Führungsqualitäten bereits unter Beweis gestellt habe. Andreas Buchwinkler stellte zunächst sich und seinen Lebensweg vor. 1983 in Bad Reichenhall geboren, wuchs er mit seinen beiden Brüdern in Haberland auf. Nach dem Besuch der Grund- und Hauptschule trat er die Ausbildung zum Zimmerer an und schloss diese mit der Gesellenprüfung ab. 2010 folgte die Meisterprüfung mit Staatspreis. Seither ist er in führender Position bei der Firma Niedermayr in Freilassing tätig. 2011 hat Buchwinkler den landwirtschaftlichen Betrieb seiner Eltern in Haberland übernommen, den er zusammen mit seiner Ehefrau Katharina nebenerwerblich führt. Freude bereitet ihm vor allem die mobile Haltung von Legehennen verbunden mit der Direktvermarktung von Eiern und weiteren Bio-Produkten. 

Seit 2014 ist er mit seiner langjährigen Freundin Katharina verheiratet und seit diesem Jahr komplettiert Sohn Simon die ‚zurzeit‘ dreiköpfige Familie. „Meine Familie ist mir sehr wichtig, deshalb war es für mich ganz entscheidend, dass meine Frau zu hundert Prozent hinter meiner Kandidatur steht“, hob Andreas Buchwinkler hervor. Ehrenamtlich ist Buchwinkler seit 12 Jahren in der Kirchenverwaltung Surheim tätig und fungierte dort unter anderem als Festleiter bei der Primiz von Toni Unden. Beim Burschenverein Surheim ist er seit 2005 zweiter Vorstand. Dort bewährte er sich nicht nur bei den großen Burschenfesten 2006 und 2015 als verantwortlicher Organisator, sondern brachte sich auch bei Aktionen wie „Junge Leute helfen“ und dem „Kletzeigehen“ ein. 2008 wurde Buchwinkler in den Gemeinderat gewählt und gehört seither auch dem Bau- und Umweltausschuss an. 

Seit der Kommunalwahl 2014 bekleidet er zudem das Amt des 2. Bürgermeisters. „Die verschiedenen Stationen meiner ehrenamtlichen und beruflichen Tätigkeit haben mir gezeigt, was mir gut gelingt und woran ich Freude habe. Diese Erfahrungen möchte ich gerne als Saaldorf-Surheimer Bürgermeister einbringen“, betonte Buchwinkler und fügte hinzu: „Ich will mich in meiner gewohnt ruhigen und sachlichen Art in den Dienst der Gemeinde stellen. Die große Show ist nicht meins.“ Nach der persönlichen Vorstellung beschrieb Andreas Buchwinkler seine politischen Zielsetzungen. Saaldorf-Surheim müsse als Heimat für Familien, Jugendliche, Singles und Senioren gleichermaßen attraktiv sein. 

Hierbei spielten ausreichende Kinderbetreuung, bezahlbarer Wohnraum, eine gut entwickelte Infrastruktur und die flächendeckende Versorgung mit schnellem Internet eine große Rolle, so Buchwinkler. Aktuell seien viele Großprojekte, wie Abwasserentsorgung, Kindergartenanbau Saaldorf oder Feuerwehrhaus Surheim auf den Weg gebracht. „Als Bürgermeisterkandidat muss ich ehrlich dazu stehen, dass uns diese Projekte finanziell und arbeitstechnisch in den nächsten Jahren ziemlich binden werden.“ Einsetzen will sich Buchwinkler für ein gut vernetztes öffentliches Nahverkehrssystem mit Bus- und Bahnanbindung. „Dass der Bahnhaltepunkt Surheim erst in mehr als fünfzehn Jahren realisiert werden soll, ist in Zeiten der Klimadiskussion nicht akzeptabel.“ Als wichtigen Baustein im öffentlichen Verkehrsnetz sieht er die Geh- und Radwegbrücke nach Anthering und damit die Anbindung an die Salzburger Lokalbahn. 

Zum Thema „Bauen und Wohnen“ erwartet Buchwinkler, dass die Gemeinde auch zukünftig „Bauland für junge Familien“ anbietet. „Wenn man weiß, dass momentan nur noch vier Grundstücke zur Verfügung stehen, ist es höchste Zeit, sich mit dem Thema zu beschäftigen.“ Zudem sei es wichtig, auch frei verkäufliche Grundstücke auszuweisen und damit jungen Familien das Bauen zu ermöglichen, denen kein Grundstück nach den Kriterien des „Einheimischen-Modells“ zustehe. Der Innen-Nachverdichtung zur Schaffung von Wohnraum steht Buchwinkler einerseits positiv gegenüber, andererseits warnt er: „Wir müssen aufpassen, dass es nicht zu eng wird in unseren Hauptorten.“ 

Generell will Buchwinkler sein politisches Handeln in ein Zukunftskonzept einbinden. Als „gelungene Arbeitsgrundlage“ dafür sieht er den Ortsentwicklungsplan. Dieser Plan veranschauliche, wie sich die Gemeinde nach dem Willen der Bevölkerung in Zukunft entwickeln soll. „

Der Plan darf nicht in der Schublade verschwinden, sondern muss Handlungsanweisung sein und, in Kooperation mit dem Lenkungskreis, fortgeschrieben werden“, forderte Buchwinkler. Abschließend gab Andreas Buchwinkler noch Einblick in seine persönlichen Motive, die ihn zur Kandidatur bewogen haben. „In meiner Zeit als Stellvertreter habe ich nicht nur Erfahrungen gesammelt, sondern mir oft auch die Frage gestellt, wie ich es machen würde, wenn ich Bürgermeister wäre.“ Zudem hätten ihn viele Gespräche mit Gemeindebürgern und vor allem die Unterstützung seiner Familie zur Kandidatur ermuntert. 

„Mir ist bewusst, dass es ein Bürgermeister eh nicht allen recht machen kann, aber ich habe Rückgrat und kann Fehler auch eingestehen.“ Optimistisch stimmt Buchwinkler, dass ihm neben seiner eigenen Gruppierung auch FÜW und Grüne die Unterstützung seiner Kandidatur signalisiert haben. Streng formal ging es anschließend bei der Abstimmung zu. Einzeln und geheim gaben die Wahlberechtigten ihre Stimme ab, wobei die frisch renovierte Damentoilette als Wahlkabine herhalten musste. Einstimmig dann das Ergebnis, verkündet von der 2. Vorsitzenden Veronika Mayer: „Von 23 Stimmberechtigten haben sich alle für Andreas Buchwinkler als Bürgermeisterkandidat ausgesprochen.“ 

Der bedankte sich für das Vertrauen und bat um Unterstützung im Wahlkampf, „damit wir dann auch hundert Prozent der Stimmen bekommen“, wie er augenzwinkernd anfügte.

Norbert Höhn

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