„Boarische Schuistunden“ am Internationalen Tag der Muttersprache

Dialekt ist ein wertvolles Kulturgut

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Michi Ofensberger vom Förderverein Bairische Sprache und Dialekte übereicht kleine Geschenke.

Saaldorf-Surheim - Anlässlich des Internationalen Tag der Muttersprache veranstaltete die Grundschule eine „boarische Schuistund“. Dialekte sind insbesondere auch für Entwicklung wichtig.

Den „Internationalen Tag der Muttersprache“ hat die Grundschule Saaldorf-Surheim auch heuer wieder zum Anlass genommen, im Rahmen einer „boarischen Schuistund“ auf die Bedeutung des Dialekts hinzuweisen. Mit Mundart-Gedichten, -G’schichtn und -Liedern erfreuten die Kinder ihre Mitschüler und die anwesenden Eltern.

Lara Ferreiro Alonso trug ein spanisches Gedicht vor. Im Hintergrund v.l. Michi Ofensberger, 3. Bürgermeister Albert Gaugler, Schulleiter Franz Eder und Lehrerin Christine Kowald.

„Das Vorurteil, Mundart behindert die Sprach- und Lernfähigkeit von Kindern und Jugendlichen, muss abgebaut werden“, forderte Michi Ofensberger vom Förderverein Bairische Sprache und Dialekte. Mit einem vielsprachigen Kanon wurden die Zuhörer in der Surheimer Schul-Aula von Lehrerin Christine und ihrer Orffgruppe begrüßt. „Das gleichzeitige Erlernen von Mundart und Schriftsprache beeinflusst die sprachliche, kognitive und soziale Entwicklung von Kindern positiv“, wies Franz Eder in seinen einführenden Worten auf aktuelle Erkenntnisse der Gehirnforschung hin.

Dritter Bürgermeister Albert Gaugler zeigte sich erfreut darüber, dass der Dialekt auch in den Schulen wieder seinen Platz gefunden hat. „Bleibt’s der Mundart treu und red’s boarisch“, gab er den Kindern mit auf den Weg.

Johannes Heimerl trägt seinenen „Rotzbuam“ vor.

Dann waren die jungen „Mundart-Poeten“ mit ihren gut eingeübten Vorträgen an der Reihe. „Der Dackel von der Tante Mare“, „Da Babba, d‘ Mama und da Bua“, so hießen die Überschriften der gereimten Moritaten. „Zum Lehrer muss ich Sie sagen“, hieß ein Gedicht, das Simon König aus der 4a vortrug und in dem es darum ging, dass der „Hansi“ seine Strafarbeit wegen Du-Sagens anstatt 50-mal 100-mal geschrieben hat. In der letzten Gedichtstrophe kam die Begründung: „Ja Hansi sag, was hast’n triebn? – Warum hast du dees so oft gschriebn?“ – „Mei“, moant er, „woaßt, i sag net mehra – weilst as du bist, liaba Lehra.“

Genau musste das Publikum hinhören, als Moritz Lengdobler das Peter Rosegger-Gedicht „Derf ih’s Dirndl liab’n“ im ungewohntem steierischen Dialekt aufsagte. „Burro, burro, viejo y gris“, mit dem Gedicht vom alten, grauen Esel, vorgetragen von Lara Ferreiro Alanso in ihrer spanischen Muttersprache, wurde es sogar international. Viel Beifall erhielt Johannes Heimerl aus der 4a, der seinen „Rotzbuam“ fast schon wie ein Profi vorspielte.

Angetan von den Mundart-Stunden im Surheimer- und danach im Saaldorfer Schulhaus zeigte sich Michi Ofensberger. „Der Dialekt ist ein wertvolles Kulturgut, das wir bewahren und weitergeben sollten.“ Gleichzeitig appellierte er an die Eltern, Vorurteile abzubauen und die Kinder zum Dialekt-Sprechen zu ermuntern. Als Dankeschön überreichte Michi Ofensberger den jungen Vortragskünstlern ein kleines Geschenk.

nh

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