Schatzbewahrer in Biosphärenregion

Bio-Bauer in Saaldorf-Surheim baut die alte Maissorte "Chiemgauer" an

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Chiemgauer Mais im Versuchsanbau 2018.

Saaldorf-Surheim - Im Rahmen ihrer Schatzbewahrer-Aktivitäten im Biosphären-Getreidegarten in Saaldorf-Surheim erhält und vermehrt die Biosphärenregion seit letztem Jahr alte alpine Getreide- und Kultursorten. Das Saatgut stammt von der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL).

Die Pressemeldung im Wortlaut:


Durch das Projekt „Erhaltung bayerischer, landwirtschaftlicher pflanzengenetischer Ressourcen“ konnte es aus Gendatenbanken geholt und mit nur wenigen Gramm zwischenvermehrt werden. In einer neuen Kooperation baut nun ein heimischer Bio-Bauer in der Gemeinde Saaldorf-Surheim auf einem halben Hektar auch eine alte Maissorte, den Chiemgauer Mais, an. Durch diesen Anbau wird nun, z.B. neben dem Laufener Landweizen, eine weitere, alte genetische Ressource in den landwirtschaftlichen Anbau gebracht und erhalten. Aus dem geernteten Chiemgauer Mais sollen in Zusammenarbeit mit Dr. Barbara Eder von der LfL verschiedene Verarbeitungsmöglichkeiten zu Biosphären-Produkten, wie etwa Gries, Mehl oder Tortilla-Chips, getestet werden. 

Der Chiemgauer Mais hatte seine ursprüngliche Verbreitung im Chiemgau, auf den auch seine Bezeichnung zurückgeht. Er ist gut an kühlere und klimatisch rauere Standorte angepasst. Der Chiemgauer Mais reift früh, trägt 1-2 Kolben, die Kornfarbe ist dunkelgelb bis orange, die Körner sind groß, rund und glasig. Der Kornertrag liegt im Durchschnitt bei 3-5 Tonnen pro Hektar. Dabei blickt der Chiemgauer Mais auf eine lange Geschichte zurück: Bereits im Jahr 1596 bauten ihn einige Bewohner der Gemeinde Feldwies am Chiemsee an und handelten ihn. Auch als „Welsch Korn“ oder „Türkisch Korn“ bekannt, diente damals Mais nicht nur als Nahrungsquelle, sondern stellte auch eine Futterquelle für die Mastzucht dar. Ihm wurde außerdem eine heilende, weil kühlende Wirkung zugesprochen. 

Pressemeldung der Regierung von Oberbayern

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