Besichtigung der Teisendorfer Kläranlage

Saaldorf-Surheimer CSU‘ler informieren sich umfassend über die Abwasserentsorgung

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Eine Delegation der CSU Saaldorf-Surheim besichtigte die Teisendorfer Kläranlage und informierte sich umfassend über die mögliche Abwasserentsorgung.

Saaldorf-Surheim - Das kostenintensive Thema Abwasserbeseitigung beschäftigt zurzeit die Gemeindeverwaltung und den Gemeinderat, aber auch die Bürger von Saaldorf-Surheim. Im Jahr 2014 wurde dazu eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben, um ein nachhaltiges Ergebnis zu erhalten, wie es mit dem Abwasser nach Ablauf der wasserrechtlichen Genehmigung im Jahre 2022 für die Kläranlage Saaldorf und im Jahr 2026 für die Kläranlage Surheim mit den insgesamt ca. 250.000 Kubikmeter Abwasser pro Jahr weitergehen wird. Mithilfe des Ingenieurbüros Dippold und Gerold und der Gemeindeverwaltung werden zurzeit eine Vielzahl an Daten und Grundlagen ermittelt um die unterschiedlichen Lösungsansätze möglichst exakt und neutral für die zukünftige Abwasserentsorgung vergleichen zu können.

Für die Abwasserentsorgung bieten sich dazu vier mögliche Varianten. Variante eins wäre die Ertüchtigung der beiden Kläranlagen in Saaldorf und Surheim. Bei der Variante zwei würde das Abwasser von der Kläranlage Saaldorf in die Kläranlage Surheim abgeleitet und in einer neuen gemeinsamen Kläranlage Surheim gereinigt werden. Die Variante drei und die kürzlich geforderte vierte Variante wäre eine Abwasserableitung in die Großkläranlage Siggerwiesen. Dabei unterscheiden sich die beiden Varianten nur in der Leitungsführung. Bei Variante drei wäre ein direkter Anschluss an die Kläranlage Siggerwiesen vorgesehen und bei Variante vier wäre der kürzlich geforderte Anschluss an die Abwasserleitung der Stadt Laufen und eine Weiterleitung über die Stadt Oberndorf nach Siggerwiesen gefordert.

Da die Abwasserbeseitigung als kostendeckende Maßnahme zu betreiben ist und sich direkt auf die Gemeindebürger auswirkt, müssen die Varianten anhand vieler Zahlen und Fakten einer genauen Kostenvergleichsrechnung nach LAWA- (Länderarbeitsgemeinschaft Wasser) Leitlinie unterzogen werden. Diese Berechnung basiert auf den ermittelten Kosten die für den Bau und Betrieb der Abwasserentsorgung für die nächsten 60 Jahre entstehen werden.

Da eine Möglichkeit die Errichtung einer neuen eigenen Kläranlage ist, machte sich der CSU-Ortsverband auf den Weg nach Teisendorf, um die dortige Kläranlage zu besichtigen. Bei der Kläranlage Teisendorf konnte vom Ortsvorsitzenden Markus Wallner neben den Mitgliedern des CSU-Ortsverbands und Bürgermeister Bernhard Kern, auch Herrn Schmuck vom Ingenieurbüro Dippold und Gerold, der Meister des Klärwerks Konrad Gasser und der Bürgermeister von Teisendorf Thomas Gasser begrüßt werden. Eingangs wurde vom Bürgermeister Bernhard Kern erläutert, dass ja bereits von einigen Ortsteilen (Schign, Kemating, Holzhausen, Moosen) der Gemeinde Saaldorf-Surheim das Abwasser zur Kläranlage Teisendorf abgeleitet werde. Bürgermeister Thomas Gasser erläuterte den Besuchern die Entstehung und Entwicklung der Kläranlage Teisendorf. Er teilte auch mit, dass die Gemeinde Teisendorf circa 150.000 Euro im Jahr aufwendet, um die Kläranlage auf dem aktuellen Stand der Technik zu halten. Zurzeit ist die Kläranlage Teisendorf für die Reinigung von 9.000 Einwohnergleichwerte (EW) ausgelegt. Herr Schmuck von Ingenieurbüro erläuterte, dass für die Gemeinde Saaldorf-Surheim eine etwas kleinere Kläranlage von ca. 6.600 EW notwendig sei. Bei dieser Größe wäre auch schon eine Zukunftsreserve von ca. 1.400 EW enthalten.

Beim Rundgang durch die Kläranlage wurden den Besuchern vom Klärwerksmeister Konrad Gasser die einzelnen Reinigungsschritte der Kläranlage erläutert. Die vielen Fragen zu den einzelnen Prozessschritten wurden natürlich von Herrn Schmuck und dem Klärwerksmeister ausführlich beantwortet. Ein Schwerpunkt beim Betrieb einer Kläranlage war natürlich die Behandlung und Entsorgung des anfallenden Klärschlamms. Auf der Kläranlage Teisendorf wird der anfallende Klärschlamm in dem vorhandenen Faulbehälter ausgefault. Das dabei anfallende Klärgas wird in einem Blockheizkraftwerk verstromt bzw. zur Beheizung des Faulbehälters verwendet. Zum Schluss wird der restliche Klärschlamm in einer Zentrifuge entwässert und verbrannt. Auch das Thema Personal wurde diskutiert. Es wurde vom Klärmeister erläutert, dass für den Betrieb einer Kläranlage für Saaldorf-Surheim ca. 3 Vollzeitkräfte notwendig sind um einen gesicherten Betrieb rund um die Uhr zu gewährleisten. Im Prüflabor der Kläranlage wurde über diverse Richtlinien und gesetzliche Vorgaben gesprochen, die zum Betrieb einer Kläranlage notwendig sind.

Damit eine wasserrechtliche Genehmigung für den Betrieb einer Kläranlage vom Wasserwirtschaftsamt erteilt wird, sind viele unterschiedliche Prüfnachweise zu erstellen, damit ein umweltgerechter Betrieb und die Ableitung des Restwassers der Kläranlage möglich sind. Die Besucher waren sich einig, dass hinter dem Thema fachgerechter Abwasserentsorgung viel Know-How steckt und die fachgerechte Abwasserentsorgung ein komplexes Thema ist und nur mit Hilfe von Fachleuten eine gute Entscheidung herbeigeführt werden kann. Für die Mitglieder war es somit ein interessanter Besuch und sie konnten viele Informationen mitnehmen, die für den Entscheidungsprozess der künftigen Abwasserentsorgung notwendig sind.

Pressemitteilung CSU-OV Saaldorf-Surheim

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