Red' ma miteinander

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Landrat Georg Grabner stellte sich den Fragen der Laufener Bürger.

Laufen - Unter dem Motto „Jetzt red i“ bietet der CSU-Ortsverband Laufen-Leobendorf den Bürgern die Gelegenheit, mit den verschiedenen politischen Mandatsträgern zu diskutieren.

Im gut besuchten Saal des Gasthauses Greimel konnte der Vorsitzende der CSU, Christian Schmidbauer, kürzlich Landrat Georg Grabner begrüßen. Grabner betonte eingangs die Bedeutung des ständigen Dialogs zwischen den Bürgerinnen und Bürgern und der Politik auf allen Ebenen. „Wenn mehr miteinander und weniger übereinander geredet würde, hätten wir nur halb so viele Probleme“, so der Landrat. In einem Streifzug durch die Kreispolitik und Themen, die Laufen betreffen, informierte er die interessierten Bürger.

Die schwierige finanzielle Situation bei steigenden Anforderungen und zugleich sinkenden Steuereinnahmen sei eine Herausforderung für Städte, Gemeinden und Landkreise gleichermaßen. Durch eine konsequente Sparpolitik sei es in den vergangenen Jahren gelungen, die Verschuldung des Landkreises um 10 Mio. Euro abzubauen. Dies sei überhaupt die Voraussetzung dafür gewesen, den Kraftakt der Umstrukturierungen der Kreiskliniken sowie der Fusion der Kreiskliniken mit Traunstein schultern zu können.

Besonders am Herzen liegt dem Landrat die Bildung und Ausbildung der Kinder und Jugendlichen. Hier habe man in der letzten Zeit entscheidende Fortschritte beim Bildungsangebot im Landkreis erzielen können. So gebe es seit mehr als einem Jahr an der Berufsschule Freilassing die Möglichkeit, neben einer Berufsausbildung auch das Fachabitur zu erwerben (Berufsschule plus), der Antrag auf Errichtung einer staatlichen Wirtschaftsschule an der Hauptschule Freilassing in Kooperation mit der Berufsschule zum Erwerb eines mittleren Schulabschlusses wurde von Kultusminister Ludwig Spänle vor einigen Tagen genehmigt und die staatliche Berufsfachschule für Assistenten für Hotel- und Tourismusmanagement, an der neben der Ausbildung auch die Fachhochschulreife erworben wird, soll an die Berufsschule Freilassing kommen. Für das Schülerforschungszentrum am ehemaligen Gymnasium in Berchtesgaden zusammen mit der Technischen Universität München laufen die Vorbereitungen auf Hochtouren und im Sommer dieses Jahres soll es einen Hochschulgipfel der Hochschulen in Salzburg mit den Hochschulen in München, Rosenheim und Bad Reichenhall geben. Ziel sei, die Angebote für die jungen Menschen in der EuRegio Salzburg-Berchtesgadener Land-Traunstein weiter auszubauen.

Richter will Tourismusschule Freilassing

Zum aktuellen Stand der Kunsteisbahn am Königssee informierte Landrat Grabner, dass hier vor allem in die Sicherheit investiert werden müsse, um auch künftig internationale Veranstaltungen durchführen zu können. Gerade die internationalen Veranstaltungen mit den Fernsehübertragungen in die ganze Welt seien ein erheblicher Werbefaktor für das Berchtesgadener Land. Die Kunsteisbahn diene im Übrigen nicht nur dem Leistungssport, sondern auch dem Schulsport und vielen Vereinen. Nachdem es gelungen sei, für die Baumaßnahme eine staatliche Förderung von neunzig Prozent zu bekommen, habe sich der Kreistag mit überwältigender Mehrheit für diese Investition entschieden. Nach Abschluss der Investition sei die Bahn nicht nur wieder für die nächsten Jahrzehnte international wettbewerbsfähig, sondern zugleich auch olympiatauglich. Im Falle eines Zuschlages für die Olympischen Winterspiele 2018 sei auch ein Schub bei Infrastrukturmaßnahmen in der Region zu erwarten. Die Olympiabewerbung von München mit Garmisch Partenkirchen und der Kunsteisbahn Königssee sei eine Riesenchance für die gesamte Region.

Neuer Kreisel für die Bobbahn?

Zusammen mit dem CSU-Ortsvorsitzenden Christian Schmidbauer diskutierte Landrat Georg Grabner über aktuelle Themen im Landkreis.

Ein weiterer wesentlicher Punkt bei der Veranstaltung war das hohe Verkehrsaufkommen und die damit verbundene Überschreitung der Grenzwerte für Feinstaubbelastung und Schadstoffbelastungen in der Altstadt von Laufen. Die die dort lebenden und arbeitenden Menschen seien in besonderem Maß davon betroffen. Diese Tatsache erfordert nach Ansicht Georg Grabners dringenden Handlungsbedarf. Zwischenzeitlich seien sich die Salzburger Landesregierung, das Staatliche Bauamt Traunstein sowie sämtliche Bürgermeister, sowohl auf österreichischer als auch bayerischer Seite darüber einig, dass nur eine Brücke bei Laufen die notwendige Entlastung bringen könne. Unter der Federführung des Staatlichen Bauamtes Traunstein und in Zusammenarbeit mit den Salzburger Verkehrsbehörden sollen deshalb zügig die weiteren Schritte für eine konkrete Planung und Möglichkeiten einer Finanzierung vorbereitet werden.

Weiters in der Diskussion stand an diesem Abend die Frage nach verkehrsberuhigenden Maßnahmen für die Schloßstraße um dadurch den Pendlerverkehr durch Laufen einzuschränken oder unattraktiver zu machen. Hierzu stellte Bürgermeister Hans Feil klar, dass es sich bei der Schloßstraße um eine Staatsstraße handle und die Kommune keinerlei Einwirkungsmöglichkeiten habe. Außerdem seien dadurch Staus zu befürchten, die wiederum die Umwelt und die Menschen belasten würden. „Zwischen Burghausen und Salzburg gibt es derzeit auf einer Strecke von rund 57 km nur die Laufener Brücke als voll belastbare Brücke. Wir haben nur die Chance mit einer neuen Brücke in Triebenbach!“ Erst dann könne laut Feil versucht werden die Schloßstraße herabzustufen auf eine kommunale Straße und dann dementsprechend mit verkehrsberuhigenden Maßnahmen zu versehen.

Landrat Grabner appellierte auch an die Bewohner der Altstadt und Befürworter der neuen Salzachbrücke bei Laufen, ihre Meinung und Interessen auch einmal in der Öffentlichkeit kundzutun und die Diskussion nicht nur den Gegnern zu überlassen, die von der Verkehrsbelastung in der Altstadt oft überhaupt nicht betroffen sind.

Proteste gegen Salzachbrücke

Zum geplanten Bahnausbau der Strecke zwischen Mühldorf und Salzburg teilte Landrat Georg Grabner mit, dass auch für Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer dieses Projekt hohe Priorität habe und er es weiter voranbringen wolle. Außerdem informierte der Landrat über die Bemühungen für einen Stundentakt auf der Bahnlinie Mühldorf-Laufen-Freilassing. Was die zweifellos notwendige Umfahrung von Laufen betreffe, hoffe er, dass nun bald eine Entscheidung über die künftige Trasse gefällt werde und mit der Planung begonnen werden könne.

In seinem Schlusswort betonte der Landrat nochmals, dass es ihm sehr wichtig sei im Gespräch mit einander Informationen und Meinungen auszutauschen, zu diskutieren und um gemeinsame Lösungen bemüht zu sein. „Nur gemeinsam können wir es schaffen, den Landkreis weiter nach vorne zu bringen!“

105 Millionen für Abschnitt Mühldorf - Tüßling

Pressemitteilung CSU Laufen-Leobendorf

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