Peter Haidacher - Biersommelier mit Herz - Teil 2

"Mit ihm würde ich gerne mal ein Bier trinken"

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Biersommelier Peter Haidacher
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Piding - Wann trinkt man welches Bier mit welcher Temperatur? Diese und weitere Fragen haben wir dem Biersommelier Peter Haidacher im zweiten Teil unseres Interviews gestellt:

Biersommelier Peter Haidacher

Weiter geht es mit unserem Interview mit dem Biersommelier Peter Haidacher aus Piding. Im ersten Teil hat er bereits verraten, wie er zu diesem aussergewöhnlichen Beruf gekommen ist. Im zweiten Teil verrät er mehr über seine persönliche Leidenschaft zum Bier und was man beim Zapfen falsch machen kann, bzw. richtig machen sollte:

Interview mit Peter Haidacher Teil 2

Welches Bier ist Ihr Lieblingsbier und warum?

Ein direktes Lieblingsbier habe ich nicht. Es kommt immer auf die Situation an. 

An einem heißem Sommertag trinke ich lieber ein hopfiges, fruchtiges Summer Ale oder auch gerne ein Helles im Biergarten. Im Winter hingegen bevorzuge ich ein Bockbier oder auch ein Stout / Imperial Stout. Und das trinke ich am Liebsten vor dem Kamin.

Welches Bier trinken die Deutschen am Liebsten? 

Das hängt sehr von der Region ab. Im Norden Deutschlands wird häufiger Pils konsumiert, im Süden wird eher zum Hellen oder auch zum Weißbier gegriffen.  

Und dann hat auch jede Region noch sein "eigenes" Bier, wie zum Beispiel in Köln das Kölsch oder in Düsseldorf das Alt. Aber seit einiger Zeit ist auch das sogenannte "Craft Bier" immer mehr im Vormarsch, was die Vielfalt auf dem Biermarkt sehr vergrößert.

Ist Bier beliebter als Wein? 

Dies hängt eigentlich immer ganz von der Situation und den entsprechenden Personen ab. Bier als "DAS Männergetränk" geht immer mehr unter, denn auch viele Frauen trinken mittlerweile Bier. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass zum Beispiel ein Eisbock mit 12% Alkohol bei den meisten Frauen sehr beliebt ist und sogar teilweise anderen Getränken vorgezogen wird! 

Die neuen "Craft Biere" werden natürlich auch viel von jüngeren Biertrinkern konsumiert, die sich bewusster ernähren wollen, aber auch sehr interessiert an das Thema Bier herantreten. Aber wie auch zum Beispiel das Grillen im eigenen Garten immer beliebter wird, wird auch ein gutes Bier immer mehr geschätzt.

Was kann man beim Bier zapfen falsch machen und wie zapft man das "richtige" Bier?

Um diese Frage zu beantworten, könnte ich ewig weit ausholen. Einfacher ist es zu erklären, was man alles Richtig machen sollte. So glauben immer noch viele Leute, dass ein gutes Pils sieben Minuten braucht, bis es fertig ist. Das ist aber eigentlich völliger Quatsch. Maximal 2-3 Minuten, das Bier perfekt. 

Wenn ein Bier sieben Minuten steht, ist die ganze Kohlensäure weg und diese wird für die frische des Bieres benötigt. Für eine gute Schaumkrone kann man das Bier zwischendurch zwar mal abstellen, aber da reichen 2 bis 3 Minuten locker.

Und dann ist es natürlich auch wichtig zu berücksichtigen wie man den Schaum ab Besten hinbekommt. Wenn mit dem Glas etwas nicht passt, dann klappt das auch mit dem Schaum nicht. Werden die Gläser in der Spülmaschine gespült, dann haften in der Regel Tenside vom Spülmittel am Glas. Die machen den Schaum kaputt. Daher ist es wichtig, das Glas vor dem Einschenken immer gut mit kalten Wasser auszuspülen.

Und auch ganz Wichtig: Nicht den Zapfhahn ins Bier halten beim Einschenken. Im Bier ist Malz-Zucker enthalten, in Kombination mit Sauerstoff, also Luft, können sich dann mit der Zeit Bakterien, bzw. Schimmel bilden. Hält man den Zapfhahn dann ins Bier hinein, hat man diese Verunreinigung im Bier. Darum ist es auch so wichtig, die Zapfanlagen regelmäßig gründlich zu reinigen.

 "Aku", Radler", "Alster", "Berliner Weisse" - Ist das noch alles Bier?

Eigentlich schon, ja! Ich finde Radler, Alster, Cola-Weizen, etc. zwischendurch sehr erfrischend. Vor allem im Sommer.

Berliner Weisse ist ja zum Beispiel ein ganz alter Bierstil, ein sogenanntes Sauerbier. Ohne Sirup schmeckt die Berliner Weisse meines Erachtens besser, aber dies ist leider recht unbekannt.

Mit wem würden Sie gerne mal ein Bier trinken?

Mit vielen Leuten, aber ganz besonders gerne mal mit Tim Mälzer. Weil ich  selber auch sehr gerne koche und mit ihm gerne mal über Geschmäcker reden würde. Außerdem finde ich ihn sehr sympathisch.

Was sind Ihre nächsten Ziele?

Als nächstes kommt jetzt die Teilnahme an der Weltmeisterschaft. Dann bin ich ja auch Brauer und möchte auch früher oder später mal meinen Braumeister machen. Und natürlich mein Unternehmen „Haidachers Welt der Biere“ weiter ausbauen.

Haidachers Welt der Biere - was bedeutet  das?

Ich möchte interessierten Bierliebhabern Bier näher bringen, zum Beispiel Belgische Sauerbierer oder Englische Stouts oder Porter. Ich biete Bierverkostungen für interesssiert Biertrinker aller Altersklassen, auf Wunsch auch gerne mit regionalem Essen. 

Gerne daheim bei den Gästen. Mir geht es darum die Biervielfalt zu verbreiten und auch Tipps zu geben, welches Bier zu welchem Essen passt, zum Beispiel ein dunkles Bier zum Rehbraten.

Und was macht ein Bierbrauer in der Freizeit?

Bei meinen Eltern daheim in Kiefersfelden bin ich noch in einem Perchtenverein engagiert. Dann gehe ich gerne Klettern oder Klettersteige und ich bin natürlich gerne auf Biermessen und Craftbier-Festivals. Außerdem liegt mir die Lehrlingsausbildung am Herzen und es macht mir Spaß das Thema Bier den interessierten Leuten ein wenig näher zu bringen. 

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